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Startseite»Betrugsmaschen»Vorsicht: Fake-Account verbreitet Lüge über Eisbärin Tonja im Zoo!
Betrugsmaschen

Vorsicht: Fake-Account verbreitet Lüge über Eisbärin Tonja im Zoo!

Dr. Heinrich KrämerVon Dr. Heinrich KrämerJuli 6, 2026Keine Kommentare4 Minuten Lesezeit
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→Woran erkennt man Fake News zuverlässig? Antworten finden Sie im Leitfaden Fake News erkennen.

Der angebliche Vorfall wirkt auf den ersten Blick glaubwürdig, weil er mit einem vermeintlich offiziellen Social-Media-Konto und einer nachgeschobenen „Nachrichtenseite“ unterlegt wird. Genau darin liegt jedoch die Täuschung: Beide Quellen verbreiten dieselbe frei erfundene Geschichte.

Berliner Eisbärin Tonja lebt – Fake-Account erfindet Zoo-Drama
Screenshot des fraglichen Posts auf X (archiviert) – es handelt sich um einen Fake-Account

Tierpark Berlin widerspricht eindeutig

Der Tierpark Berlin weist die Behauptung auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur (dpa) unmissverständlich zurück.

Pressesprecherin Hanja Runge erklärte:

„Es hat weder einen Angriff auf einen Tierpfleger noch eine Tötung eines Eisbären gegeben.“

Die Geschichte sei vollständig frei erfunden.

Gefälschter X-Account als Ausgangspunkt

Auslöser der Falschmeldung ist ein X-Profil, das sich als offizieller Account von Zoo Berlin und Tierpark Berlin ausgibt. Dort wurde am 19. Juni behauptet, Tonja habe einen Tierpfleger schwer verletzt und sei anschließend erschossen worden.

Kurz darauf griff eine Webseite diese Behauptung auf und veröffentlichte einen längeren Artikel. Als Quelle diente ausschließlich der gefälschte X-Beitrag. Zusätzliche Belege oder unabhängige Bestätigungen fehlen.

Damit entsteht der Eindruck mehrerer voneinander unabhängiger Quellen – tatsächlich basiert alles auf derselben erfundenen Ursprungsgeschichte.

Warum die Geschichte glaubwürdig wirkt

Die Masche nutzt ein bekanntes Muster:

Mimikama · Unabhängig seit 2011

Gut, dass du nachgeschaut hast.

Viele Menschen teilen Falschmeldungen nicht aus Bosheit, sondern weil sie verunsichert sind. Mimikama schafft genau in diesem Moment Klarheit. Wenn dir diese Arbeit hilft, unterstütze uns dabei, weiterzumachen.


  • Ein gefälschtes Profil imitiert eine bekannte Institution.
  • Eine äußerlich professionell wirkende Webseite übernimmt den Inhalt.
  • Nutzer sehen scheinbar mehrere Quellen und halten die Geschichte deshalb für bestätigt.

Tatsächlich handelt es sich lediglich um eine Kette derselben Falschinformation.

Hinzu kommt: Der Tierpark Berlin betreibt selbst keinen offiziellen X-Account mehr. Nach Angaben der Pressestelle wurde die Plattform unter anderem wegen der Vielzahl an Fake-Profilen und Falschmeldungen verlassen. Dadurch fällt es Nutzern schwerer zu erkennen, welche Konten echt sind.

So lassen sich ähnliche Falschmeldungen erkennen

Bei spektakulären Tierpark- oder Zoo-Meldungen lohnt sich ein kurzer Faktencheck:

Mimikama-Club - Communitybereich fuer Steady-Unterstuetzer:innen
  • Wird der Vorfall von offiziellen Webseiten oder seriösen Medien bestätigt?
  • Ist das angeblich offizielle Social-Media-Profil tatsächlich verifiziert und auf der Website des Zoos verlinkt?
  • Berufen sich mehrere Quellen wirklich auf eigene Recherchen oder zitieren sie lediglich denselben Social-Media-Beitrag?

Gerade bei emotionalen Meldungen über Tiere werden erfundene Geschichten häufig schnell weiterverbreitet.

Bewertung: Falsch. Die Geschichte über einen Angriff der Eisbärin Tonja und ihre angebliche Erschießung ist vollständig erfunden und geht auf einen Fake-Account zurück.

FAQ: Eisbärin Tonja im Tierpark Berlin

Wurde Eisbärin Tonja erschossen?

Nein. Der Tierpark Berlin bestätigt, dass Tonja lebt. Die entsprechende Meldung ist frei erfunden.

Hat Tonja einen Tierpfleger angegriffen?

Nein. Nach Angaben des Tierparks hat es keinen solchen Vorfall gegeben.

Gibt es einen offiziellen X-Account des Tierparks Berlin?

Nein. Der Tierpark teilt mit, auf X nicht mehr aktiv zu sein. Gerade deshalb tauchen dort immer wieder gefälschte Profile auf, die sich als offizielle Accounts ausgeben.

Woher stammt die Falschmeldung?

Die Geschichte verbreitete sich zunächst über einen gefälschten X-Account. Anschließend wurde sie von einer vermeintlichen Nachrichtenseite übernommen, die sich auf genau diesen Fake-Beitrag berief.

Wie kann man solche Fake-Meldungen erkennen?

Bei außergewöhnlichen Ereignissen sollten immer offizielle Stellen oder mehrere unabhängige, seriöse Medien als Quelle geprüft werden. Wenn sich sämtliche Berichte auf denselben Social-Media-Post stützen, ist Vorsicht geboten.

FACTCHECK

dpa-Faktencheck

3. Juli 2026

Du hast diesen Fall jetzt geprüft gesehen.
Aber täglich fallen Tausende auf solche Maschen herein – oft Menschen, die du kennst.
Wir prüfen jeden Tag neue Fälle. Damit weniger Leute darauf reinfallen.

Was passiert, wenn solche Inhalte nicht erkannt werden?

💸BetrugMenschen verlieren Geld – oft ohne es sofort zu merken.

🧠ManipulationMeinungen werden gezielt verzerrt – auf Basis falscher Fakten.

📢MassenverbreitungMillionen sehen falsche Inhalte – und teilen sie weiter.

Seit über 15 Jahren. Unabhängig. Ehrenamtlich.

Hilde O in einer lebhaften Diskussion über Online-Sicherheit.

Hilde Ollig

Hilde Ollig ist Rechercheurin bei Mimikama, Österreichs
führender Faktencheck-Organisation. Sie ist spezialisiert
auf die Überprüfung von Behauptungen in sozialen Medien
und unterstützt das Redaktionsteam mit akribischer
Quellenarbeit bei der Aufklärung über Internetmissbrauch.

Hinweis: Stand zum Veröffentlichungsdatum.
Verwendete Bilder, Screenshots und Medien dienen ausschließlich der sachlichen Auseinandersetzung im Sinne des Zitatrechts (§ 51 UrhG).
Teile dieses Beitrags können KI-gestützt erstellt und redaktionell geprüft worden sein.
(Mehr zur Arbeitsweise)

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Dr. Heinrich Krämer
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