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Startseite»Betrugsmaschen»Warnung vor WhatsApp-Spendenaufruf: Fotos aus Afghanistan im falschen Kontext
Betrugsmaschen

Warnung vor WhatsApp-Spendenaufruf: Fotos aus Afghanistan im falschen Kontext

Dr. Heinrich KrämerVon Dr. Heinrich KrämerJuli 6, 2026Keine Kommentare6 Minuten Lesezeit
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Aktuell kursiert ein WhatsApp-Spendenaufruf von einer unbekannten afghanischen Telefonnummer. Der Absender bittet um Geld für angeblich kranke, hungernde und hilfsbedürftige Menschen in Afghanistan und verschickt dazu emotionale Kinderfotos.

Eine unbekannte WhatsApp-Nummer aus Afghanistan bittet um Spenden für angeblich kranke und hungernde Menschen. Als „Belege“ werden emotionale Kinderfotos verschickt. Eine Rückwärtssuche zeigt jedoch: Mehrere Bilder stammen aus älteren oder anderen Zusammenhängen. Der konkrete Spendenaufruf ist nicht vertrauenswürdig.
Eine unbekannte WhatsApp-Nummer aus Afghanistan bittet um Spenden für angeblich kranke und hungernde Menschen. Als „Belege“ werden emotionale Kinderfotos verschickt. Eine Rückwärtssuche zeigt jedoch: Mehrere Bilder stammen aus älteren oder anderen Zusammenhängen. Der konkrete Spendenaufruf ist nicht vertrauenswürdig.

Die vorliegenden Hinweise sprechen für einen unseriösen Spendenaufruf oder möglichen Spendenbetrug. Entscheidend ist: Die Bilder belegen nicht, dass der Absender zu einer echten Hilfsorganisation gehört oder dass die geschilderten Fälle aktuell sind.

Diese Nummer und dieser Wortlaut wurden verwendet

In dem uns vorliegenden Fall kam die Nachricht von der WhatsApp-Nummer +93 70 635 3496. WhatsApp zeigt die Nummer als afghanische Telefonnummer an. Der Kontakt war nicht im Adressbuch gespeichert, es gab keine gemeinsamen Gruppen.

Wichtig ist dabei: Eine Telefonnummer allein beweist nicht, wer tatsächlich hinter einer Nachricht steht. Nummern können weitergegeben, missbraucht oder für unterschiedliche Zwecke verwendet werden. Entscheidend ist hier deshalb nicht nur die Nummer, sondern vor allem das Muster der Nachricht.

Der Absender schrieb unter anderem:

“Good morning. I hope you are well. I am the director of a charity in Afghanistan.”
“We care for paralyzed people, orphans, and the elderly.”
“Please donate to our organization so that these patients can recover.”
“There is a patient with a heart defect and polio.”
“For the sake of humanity, please help.”
“I am not the type of person who would hack your account.”

Solche Formulierungen sind kein Beweis für Betrug. Sie zeigen aber ein bekanntes Muster: Eine unbekannte Nummer baut mit Leid, Krankheit und angeblichen Hilfsfällen emotionalen Druck auf, schickt Bilder und bittet anschließend um finanzielle Unterstützung.

Alte Fotos ersetzen keinen Nachweis

Der Absender behauptet, Direktor einer Hilfsorganisation in Afghanistan zu sein. Diese kümmere sich um gelähmte Menschen, Waisen, ältere Menschen sowie schwerkranke Patientinnen und Patienten. In den Nachrichten geht es um Medikamente, Hunger, Herzfehler, Polio und finanzielle Hilfe.

Die Formulierungen sind stark emotional. Mehrfach wird an Menschlichkeit und Mitgefühl appelliert. Dazu werden Fotos von Kindern verschickt, offenbar als Beleg für die behauptete Notlage.

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Genau hier liegt das Problem: Ein Foto beweist nicht, dass die konkrete Geschichte stimmt. Es zeigt nur, dass die Aufnahme irgendwann entstanden ist. Es belegt weder die Identität des Absenders noch die Existenz einer Organisation noch die Verwendung möglicher Spenden.

Das Bild stammt aus einem anderen Kontext

Eine Rückwärtssuche der verschickten Bilder zeigt nach den vorliegenden Angaben, dass mindestens eines der Fotos bereits seit vielen Jahren online ist. Das Bild mit mehreren Kindern, darunter ein Mädchen mit grün-rotem Kopftuch, taucht demnach in älteren BBC-Persian-Zusammenhängen aus den Jahren 2008 bis 2010 auf. In einem BBC-Persian-Beitrag vom Dezember 2008 wurde es im Kontext eines Berichts über den Winter in Afghanistan verwendet.

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WhatsApp-Spendenaufruf aus Afghanistan nutzt alte Fotos
Quelle:
WhatsApp-Spendenaufruf aus Afghanistan nutzt alte Fotos
Quelle:

Auch weitere verschickte Bilder sollen in anderen Zusammenhängen auffindbar sein, etwa in Berichten über Armut, Hunger oder Kinder in Afghanistan. Ein Foto von mehreren Kindern vor einer Hauswand wurde demnach in einem Bericht über Hunger in Afghanistan aus dem Jahr 2021 genutzt.

WhatsApp-Spendenaufruf aus Afghanistan nutzt alte Fotos
Quelle:

Das bedeutet nicht, dass die humanitäre Not in Afghanistan erfunden wäre. Sie ist real. Aber reale Not kann für betrügerische oder unseriöse Spendenaufrufe missbraucht werden. Alte oder fremd verwendete Bilder machen eine aktuelle Geldforderung nicht glaubwürdig.

Emotionale Bilder erhöhen den Druck

Fotos von Kindern, kranken Menschen oder hungernden Familien erzeugen Mitleid. Genau deshalb werden sie in Spendenaufrufen besonders häufig verwendet. In seriösen Kampagnen müssen solche Bilder aber nachvollziehbar eingebettet sein: Wer sammelt? Für wen wird gesammelt? Welche Organisation steht dahinter? Wie wird das Geld verwendet?

Bei einer unbekannten WhatsApp-Nummer fehlen diese überprüfbaren Angaben. Besonders problematisch ist, wenn Bilder aus älteren Medienberichten stammen und als Beleg für aktuelle Einzelfälle erscheinen. Dann dienen sie nicht der Dokumentation, sondern dem Vertrauensaufbau.

Das Muster ist aus vielen Betrugsfällen bekannt: persönliche Ansprache, dramatische Notlage, scheinbare Belege, anschließend die Bitte um Geld.

Auffällige Sätze schaffen kein Vertrauen

In der Kommunikation fallen mehrere Formulierungen auf. Der Absender schreibt sinngemäß, er sei nicht „der Typ Mensch“, der ein Konto hacken würde. Eine seriöse Hilfsorganisation müsste eine solche Versicherung nicht ungefragt betonen. Der Satz wirkt eher wie eine vorweggenommene Beruhigung, weil Misstrauen erwartet wird.

Auch angekündigte „Patientendokumente“ wären kein belastbarer Beweis. Solche Unterlagen können gefälscht, aus anderen Quellen kopiert oder aus dem Zusammenhang gerissen sein. Zudem sollten sensible medizinische Informationen nicht wahllos an fremde Personen verschickt werden. Gerade das wäre bei einer seriösen Organisation ein zusätzliches Warnsignal.

Warum man auf solche Nachrichten nicht antworten sollte

Auf betrügerische Nachrichten sollte man nicht reagieren, auch nicht aus Neugier. Verbraucherschutz- und Telekommunikationsbehörden warnen regelmäßig davor, bei unbekannten Nummern vorschnell zu antworten, Links zu öffnen oder persönliche Daten weiterzugeben. Wer reagiert, kann bestätigen, dass die eigene Nummer aktiv genutzt wird. Das kann dazu führen, dass weitere Betrugsversuche folgen.

Bei verdächtigen Nachrichten gilt deshalb: stoppen, prüfen, nicht über die in der Nachricht genannten Kontaktdaten reagieren, keine Daten weitergeben, keine Dateien öffnen, keine Zahlung leisten, Nummer blockieren und melden.

Keine Spende an unbekannte Nummern

Wer eine solche Nachricht erhält, sollte nicht antworten, kein Geld überweisen, keine Links anklicken, keine Dateien öffnen und keine persönlichen Daten schicken. Die Nummer sollte blockiert und bei WhatsApp gemeldet werden.

Wer Menschen in Afghanistan helfen möchte, sollte direkt an überprüfbare Hilfsorganisationen spenden. Seriöse Organisationen nennen Verantwortliche, Impressum, Spendenkonto, Verwendungszweck und Nachweise zur Mittelverwendung transparent. Eine unbekannte Privatnummer per Messenger erfüllt diese Anforderungen nicht.

Bewertung: Fake-Spendenaufruf mit Bildern aus falschem Kontext.
Der konkrete WhatsApp-Aufruf ist nicht vertrauenswürdig. Alte oder anderweitig veröffentlichte Kinderfotos werden als angebliche Belege für aktuelle Hilfsfälle verwendet. Die reale Not in Afghanistan wird dabei offenbar genutzt, um emotionalen Druck aufzubauen und Geld zu erbitten.

Du hast diesen Fall jetzt geprüft gesehen.
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Wir prüfen jeden Tag neue Fälle. Damit weniger Leute darauf reinfallen.

Was passiert, wenn solche Inhalte nicht erkannt werden?

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🧠ManipulationMeinungen werden gezielt verzerrt – auf Basis falscher Fakten.

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Seit über 15 Jahren. Unabhängig. Ehrenamtlich.

Hinweis: Stand zum Veröffentlichungsdatum.
Verwendete Bilder, Screenshots und Medien dienen ausschließlich der sachlichen Auseinandersetzung im Sinne des Zitatrechts (§ 51 UrhG).
Teile dieses Beitrags können KI-gestützt erstellt und redaktionell geprüft worden sein.
(Mehr zur Arbeitsweise)

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Dr. Heinrich Krämer
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