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Startseite»Politik»Marktbericht: Die Nahost-Krise ist zurück an der Börse
Politik

Marktbericht: Die Nahost-Krise ist zurück an der Börse

Dr. Heinrich KrämerVon Dr. Heinrich KrämerJuli 8, 2026Keine Kommentare3 Minuten Lesezeit
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Marktbericht

Stand: 08.07.2026 • 08:05 Uhr

Die erneute Eskalation im Nahen Osten wird von den Anlegern relativ gelassen aufgenommen. Die Ölpreise legen zwar zu, bislang rechnen die Anleger aber wohl nicht mit einem Wiederaufflammen des Kriegs.

Der Broker IG taxierte den deutschen Leitindex vor dem Xetra-Start 0,3 Prozent tiefer. Gestern war der DAX um 1,4 Prozent auf 25.465 Punkte abgerutscht. Ein Ausverkauf bei Tech-Titeln hatte die Börsen weltweit belastet. An drei Handelstagen zuvor hatte der deutsche Leitindex neue Rekordmarken erreicht, am vergangenen Montag übersprang er die Marke von 25.900 Punkten.

„Die Angst vor einem abrupten Ende der Rally von allem, was mit KI zu tun hat und bislang nur eine Richtung an der Börse kannte, ist auf dem Parkett deutlich zu spüren“, kommentierte Andreas Lipkow, Analyst beim Broker CMC Markets. Die Favoriten der vergangenen Monate würden wackeln, das sorge für steigende Nervosität unter den Anlegern, so der Experte.

Heute ist auch das Thema Iran-Krieg an die Börsen zurückgekehrt. Nach den jüngsten Attacken auf mehrere Tanker in der Straße von Hormus hat das US-Militär Ziele im Iran angegriffen. Zudem wurden die Sanktionen gegen iranisches Öl wieder in Kraft gesetzt. Der Iran kritisierte dies als „schwerwiegenden Verstoß“ gegen das Rahmenabkommen.

Anleger fürchten jetzt eine erneute Störung der Lieferketten. Das wirkt sich auf den Ölpreis aus. Die Notierungen legen zwar um mehr als zwei Prozent zu. Bislang herrscht aber noch die Zuversicht, dass es sich nur um begrenzte Militäraktionen handeln werde.

An Asiens Aktienmärkten fallen die Reaktionen unterschiedlich aus. Der japanische Nikkei-Index sinkt nur um etwas mehr als ein halbes Prozent. Auch der südkoreanische Kospi hatte sich zunächst relativ stabil gehalten. Zuletzt weiteten sich die Kursverluste aber auf mehr als vier Prozent aus. Der Kospi ist besonders abhängig von den Schwankungen bei Tech- und KI-Werten.

Zweifel an der von Künstlicher Intelligenz (KI) getriebenen Rally hatten die US-Börsen zuvor ins Minus gedrückt. Der technologielastige Nasdaq-Index gab 1,2 Prozent auf 25.818 Punkte nach. Der breit gefasste S&P 500 verlor 0,5 Prozent auf 7.504 Zähler. Der Dow Jones schloss 0,3 Prozent tiefer bei 52.925 Punkten, nachdem er im Handelsverlauf kurzzeitig ein Rekordhoch erreicht hatte.

Besonders Halbleiterwerte gerieten unter die Räder. Der Branchenindex Philadelphia Semiconductor rutschte um 4,7 Prozent ab. Auslöser waren starke Quartalszahlen des südkoreanischen Konzerns Samsung Electronics, die die hohen Erwartungen der Investoren dennoch nicht erfüllen konnten. Zudem meldete die Nachrichtenagentur Reuters, dass das chinesische Start-up DeepSeek einen eigenen KI-Chip entwickelt, was die Abhängigkeit von Nvidia verringern könnte.

Am deutschen Aktienmarkt werden sich die Blicke heute auf den Übernahmestreit zwischen der Commerzbank und Unicredit richten. Die Mailänder Bank will heute das finale Ergebnis ihres Übernahmeangebots veröffentlichen. Die Zahlen sollen zeigen, wie viele Aktionäre das Angebot für einen Aktientausch angenommen haben. Das Management der Commerzbank lehnt eine Übernahme ab.

Nach jüngstem Stand vom 19. Juni hat sich die Unicredit fast 40 Prozent der Anteile direkt gesichert, hinzu kommen weitere Anteile über Kaufoptionen und andere Finanzinstrumente. Überschreitet die Unicredit die Marke von 50 Prozent, könnte sie entscheidend Einfluss auf das Commerzbank-Management nehmen.

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