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Startseite»Nachrichten»Frauenhasser und Attentats-Fan: Mögliches „Manifest“ des Schongauer Amokläufers offenbart krudes Weltbild
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Frauenhasser und Attentats-Fan: Mögliches „Manifest“ des Schongauer Amokläufers offenbart krudes Weltbild

Dr. Heinrich KrämerVon Dr. Heinrich KrämerJuli 10, 2026Keine Kommentare3 Minuten Lesezeit
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Frauenhasser und Attentats-FanMögliches „Manifest“ des Schongauer Amokläufers offenbart krudes Weltbild

Schwerbewaffnete Polizisten während des Attentats im Welfen-Gymnasium. (Foto: picture alliance/dpa)

Nach dem Attentat mit zwei Verletzten in einem Schongauer Gymnasium bleiben viele Fragen. Mögliche Motive könnte ein Dokument liefern, das im Internet aufgetaucht ist und vermutlich vom Angreifer stammt. Darin ist von Hass auf viele Menschen zu lesen und von großer Begeisterung für Amokläufer.

Der mutmaßliche Amokläufer von Schongau hegte offenbar schon vor seinem Angriff vom Mittwoch auf Schülerinnen und Schüler des Welfen-Gymnasiums Anschlagspläne und Tötungsfantasien. Ein im Internet veröffentlichtes, so bezeichnetes „Manifest“ lässt darauf schließen, dass der 16-Jährige einer Szene entstammte, deren Anhänger rechtsextreme Attentäter und Schulamokläufer verherrlichen.

Das 19-seitige PDF liegt dem „Spiegel“ vor. Inhalt und digitale Spuren des Dokuments lassen vermuten, dass es von dem mutmaßlichen Amokläufer verfasst worden sein könnte. Die Staatsanwaltschaft München II teilte auf Anfrage des „Spiegels“ mit, das Dokument auf Herkunft und Echtheit zu prüfen. Auf einem mittlerweile gelöschten TikTok-Account wurde nach Recherchen des „Spiegels“ kurz vor Beginn des Amoklaufs zudem ein Livestream angekündigt.

Der „Spiegel“ sieht mehrere Anzeichen dafür, dass das Dokument dem Attentäter zuzuordnen ist. So stimme der Vorname überein. Auch biografische Daten, wie etwa ein geschilderter Umzug im Kindesalter, würden passen. Zudem berichtet der Autor des „Manifests“ von Ärger in der Schule, nachdem er zuvor bereits Amokläufe angekündigt habe. Das soll bei dem 16-Jährigen, der am Welfen-Gymnasium zwei Schülerinnen verletzte, auch so gewesen sein. Laut „Spiegel“ wurde wegen zweier Vorfälle aus dem Jahr 2025 gegen den Jugendlichen ermittelt. Er soll etwa Mitschüler bedroht und auf Social Media Amokläufe verherrlicht haben.

„Viel zu viel Hass im Herzen“

Der Autor des „Manifests“, mutmaßlich der Amokläufer, beschreibt sich in dem Text als „hoffnungslosen 16-Jährigen mit viel zu viel Hass im Herzen“. Er beleidigt Muslime, Schwule und trans Personen, lästert über Menschen mit Übergewicht und ergeht sich in Gewaltfantasien gegen Kinder. Zudem bekennt er sich zur frauenverachtenden, sogenannten „Incel“-Szene.

Der Begriff „Incel“ setzt sich aus „involuntary celibate“ – auf Deutsch: unfreiwillig sexuell enthaltsam – zusammen. Er bezeichnet Männer, die beklagen, dass sie von Frauen ignoriert und abgewiesen werden. Die Verantwortung dafür sehen sie jedoch nicht bei sich, sondern bei den Frauen. In Reaktion auf die aus ihrer Sicht ungerechtfertigte Zurückweisung würdigen sie Frauen zumeist pauschal herab und entmenschlichen sie. Oft wird ein „Recht auf Frauen“ eingefordert und die Losung ausgegeben, sich Frauen einfach zum Sex zu nehmen – auch unter Anwendung von Gewalt. In der Regel werden Werte einer liberalen Gesellschaft allgemein und Feminismus im Speziellen als Irrweg beschrieben.

Autor fantasiert von Rassenkrieg

Der Autor bezeichnet sich laut „Spiegel“ zudem als „rechtsgerichtet“ und als „faschistischer Akzelerationist“. Der Begriff steht für Anhänger rechtsextremer Ideologien, die den Zusammenbruch demokratischer Gesellschaften und einen Rassenkrieg herbeiführen wollen. Immer wieder soll er sich zudem islamfeindlich oder antisemitisch geäußert haben. Ein kohärentes politisches Weltbild sei jedoch nicht erkennbar. So sympathisiere er mit keiner Partei, auch nicht mit der AfD, heißt es.

Der Verfasser des Texts verherrlicht zudem Anschläge und Amokläufe, etwa die Bluttat eines jungen Mannes, der im Dezember 2012 an einer Grundschule in den USA 20 Kinder und 6 Erwachsene umbrachte. Auch der Attentäter im neuseeländischen Christchurch, der 2019 zwei Moscheen stürmte und mehr als 50 Menschen tötete, wird in dem Dokument glorifiziert. Der Rechtsterrorist hatte seine Tat damals per Livestream im Internet übertragen.

Inhalt und Duktus des „Manifests“ lassen darauf schließen, dass sich der Autor in einer Internet-Subkultur bewegte, die in Sicherheitskreisen als „Attentäter-Fanszene“ bezeichnet wird. Laut Bundesamt für Verfassungsschutz gehören dieser Szene teilweise minderjährige Personen mit einer ausgeprägten Gewaltbereitschaft an, die um rechtsextreme Attentäter einen regelrechten Kult betrieben.

Quelle: ntv.de, als

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