Zum vereitelten Absturz des Flydubai-Flugzeugs Ende September sind weitere Details bekannt geworden. Der Co-Pilot hatte nach Angaben der Ermittler geplant, die Maschine in ein israelisches Flughafenterminal zu steuern.
Der vereitelte Absturz eines Passagierflugzeugs der Fluggesellschaft Flydubai auf dem Weg nach Tel Aviv Ende September war den Vereinigten Arabischen Emiraten (VAE) zufolge als Selbstmordanschlag geplant.
Der Co-Pilot aus dem Oman habe vorgehabt, die Maschine in ein Terminal des Flughafens Ben Gurion in Israel zu steuern, teilte der Generalstaatsanwalt der VAE, Hamad Saif al-Schamsi, der Nachrichtenagentur WAM zufolge mit. Der Plan sei von den Anschlägen in den USA vom 11. September 2001 inspiriert gewesen. Sein Ziel sei gewesen, so viele Menschen wie möglich zu töten.
Ermittlungen hätten weiter ergeben, dass der Co-Pilot den Absturz im Detail vorbereitet habe. Er nutzte demnach zwei frühere Flüge nach Tel Aviv, um sich mit der Flugroute und dem Flughafen vertraut zu machen, hieß es. Der Copilot habe angegeben, allein gehandelt zu haben, erklärte Generalstaatsanwalt al-Schamsi weiter. Weitere Menschen seien nach Worten des Mannes nicht beteiligt gewesen. Dies soll überprüft werden.
Sicherheitsprüfung unbedenklich
Vor Antritt seiner Tätigkeit bei Flydubai habe er alle Sicherheitsüberprüfungen durchlaufen, erklärte al-Schamsi weiter. Die „beruflichen und sicherheitsrelevanten Anforderungen“ habe er erfüllt. Auch hätten eine Pilotenlizenz und ein Führungszeugnis vorgelegen. Es habe keine „Hinweise auf seine extremistischen Ansichten oder seine Absicht gegeben, einen terroristischen Anschlag zu verüben“, sagte der Generalstaatsanwalt.
Mehrere Medien hatten in den vergangenen Tagen berichtet, der Co-Pilot habe im Oman aufgrund extremistischer Ansichten nicht mehr fliegen dürfen. Laut dem US-Sender CNN verlor der Mann im vergangenen Jahr aufgrund von Bedenken hinsichtlich extremistischer Ansichten seine Stelle bei Oman Air, der nationalen Fluggesellschaft des Oman. Danach habe er sich erfolglos bei der Fluggesellschaft Emirates beworben und sei schließlich zu Flydubai gegangen.
Flugzeug sank in 30 Senkungen 4.300 Meter
Der Co-Pilot des Linienflugzeugs hatte Mitte vergangener Woche auf dem Flug von Dubai nach Tel Aviv den indischen Flugkapitän der Maschine mit einem Messer angegriffen und verletzt. Daraufhin stürzte der Jet in 30 Sekunden knapp 4.300 Meter in die Tiefe. Dem Kapitän war es trotz der schweren Verletzungen den Angaben zufolge aber gelungen, die Cockpittür zu entriegeln. Passagiere und Besatzungsmitglieder drangen daraufhin ein und überwältigten den Angreifer.
Ein zufällig anwesendes zweites Pilotenpaar an Bord landete die Maschine anschließend sicher im saudi-arabischen Tabuk. An Bord waren 174 Menschen, zumeist Israelis. Beide Piloten wurden in ein Krankenhaus eingeliefert. Als Reaktion auf den Vorfall will Israel die Kontrollen ausländischer Piloten verschärfen.
