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Folgen nicht absehbar: Trumps WM-Skandal zerstört mindestens eine Schiedsrichter-Karriere

Dr. Heinrich KrämerVon Dr. Heinrich KrämerJuli 13, 2026Keine Kommentare2 Minuten Lesezeit
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Folgen nicht absehbar

Trumps WM-Skandal zerstört mindestens eine Schiedsrichter-Karriere

12.07.2026 | 17:53 Uhr

Die nachträglich aufgehobene Sperre für den US-Stürmer Balogun ist der bislang größte Aufreger dieser Fußball-WM. TV-Experte Patrick Ittrich sieht dadurch auch Folgen für alle Schiedsrichter.

Der langjährige FIFA-Referee und TV-Experte Patrick Ittrich sieht die Schiedsrichter durch den Fall Balogun bei der Fußball-WM für lange Zeit beschädigt. „Der Vertrauensverlust, der da passiert ist, der zieht sich durch das Turnier durch und der zieht sich vielleicht auch durch die weiteren Jahre durch. Und das ist das größte Problem“, sagte der 47-Jährige in der TV-Sendung „Doppelpass“ von Sport1.

Der US-Stürmer Folarin Balogun hatte beim 2:0-Sieg im Sechzehntelfinale gegen Bosnien-Herzegowina die Rote Karte gesehen und war damit für die Achtelfinal-Partie gegen Belgien gesperrt worden. Die FIFA hob die Sperre aber überraschend wieder auf. Zuvor hatte US-Präsident Donald Trump nach eigenen Angaben mit einem Anruf bei FIFA-Präsident Gianni Infantino um eine Überprüfung der Sperre gebeten. Die FIFA und Infantino selbst versuchten danach, den Vorfall der versuchten Einflussnahme durch Trump kleinzureden.

Ittrich sicher: „Der wird kein Spiel mehr pfeifen“

Der Schiedsrichter Raphael Claus aus Brasilien sei nach diesem Eingriff „für sein Leben lang angegriffen“, sagte Ittrich. „Dem wird irgendwas nachgesagt, was er nicht gemacht hat. Der wird kein Spiel mehr pfeifen.“ Der Referee sei von Trump „öffentlich diskreditiert“ worden. Der FIFA-Beauftragte des Weißen Hauses, Andrew Giuliani, hatte Tage nach dem Vorfall Zweifel an der Seriosität des Schiedsrichters gesät. Er finde es „höchst verdächtig“, dass gegen den Schiedsrichter Raphael Claus im Jahr 2024 bereits wegen falscher Roter Karten und Spielmanipulation ermittelt worden sei, zitierte der „Guardian“ den WM-Beauftragten.

Auf den Einwand eines Reporters, Claus sei bei der Ermittlung in Brasilien nur als Zeuge geladen und nicht selbst beschuldigt worden, sagte Giuliani: „Ihm wurden keine Vergehen vorgeworfen – das ist uns klar.“ Trotzdem sei die Situation mit den Ermittlungen von damals vergleichbar, behauptete er .Zuvor hatte bereits Trump gesagt, der brasilianische Schiedsrichter sei „etwas verdächtig“, „wenn man sich seine Vergangenheit ansieht“. Nähere Angaben dazu hatte der US-Präsident aber nicht gemacht.

Der nächste Kritikpunkt ist für Ittrich: „Felix Zwayer hat nach der Gruppenphase kein weiteres Spiel mehr gepfiffen. Keiner weiß, warum. Ich finde das schon merkwürdig.“ Die Eingriffe der FIFA und im Fall Balogun sogar des US-Präsidenten würden „auf dem Rücken der Schiedsrichter ausgetragen“, sagte Ittrich.

Verwendete Quellen: ntv.de, tno/dpa

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