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Startseite»Politik»Hinweise auf schwere Mängel nach Feuer in Bangkok
Politik

Hinweise auf schwere Mängel nach Feuer in Bangkok

Dr. Heinrich KrämerVon Dr. Heinrich KrämerJuli 14, 2026Keine Kommentare3 Minuten Lesezeit
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Stand: 14.07.2026 • 08:45 Uhr

Das Feuer in einem Lokal in Bangkok gilt als einer der verheerendsten Brände in Thailand. Ermittler haben jetzt erste Hinweise auf schwere Mängel in der Bar gefunden. Die Zahl der Toten ist gestiegen.

Nach dem verheerenden Feuer in einem Lokal in Bangkok haben die thailändischen Ermittler erste Hinweise zur Ursache. Es wurden zahlreiche mögliche Sicherheitsmängel festgestellt. Nach Angaben des Innenministeriums war ein Fluchtweg an der Rückseite des Lokals durch einen Süßwarenstand blockiert. Ein weiterer Notausgang war zudem mit einem Schild „Nicht öffnen (nur für Personal)“ gekennzeichnet. Das führte bei den flüchtenden Gästen offenbar zu Verwirrung.

Nach ersten Erkenntnissen könnte das Feuer durch einen Kurzschluss an einer Klimaanlage ausgelöst worden sein. Bestätigt ist die Brandursache jedoch noch nicht. Die Flammen breiteten sich nach Behördenangaben rasch aus, weil im Gebäude und bei der Inneneinrichtung keine feuerhemmenden Materialien verwendet worden seien.

Thailändische Ermittler untersuchen die zerstörte Bar in Bangkok.

Ausgang ohne Türgriff

Nach Angaben der Polizei verfügte das Lokal über zwei Eingänge an der Vorderseite und zwei Ausgänge im hinteren Bereich. Einer der Ausgänge sei jedoch durch einen Verkaufsstand versperrt gewesen. Ein weiterer habe keinen Türgriff gehabt und sei zusätzlich durch Regale blockiert worden. Dadurch sei nur ein schmaler Durchgang geblieben, zitierte die thailändische Zeitung Bangkok Post den örtlichen Polizeichef. Die Ermittler vermuten, dass dichter Rauch und der Stromausfall den Menschen die Orientierung nahmen.

Die Polizei untersucht zudem Berichte, wonach Mitarbeiter Ausgänge verschlossen haben sollen, um zu verhindern, dass Gäste das Lokal verlassen, ohne ihre Rechnung zu bezahlen. Dafür gibt es bislang jedoch keine Bestätigung.

Auch Versäumnisse bei Genehmigungen möglich

Die Behörden prüfen außerdem, ob das Lokal überhaupt rechtmäßig als Vergnügungsstätte betrieben wurde. Nach ersten Erkenntnissen lag lediglich eine Genehmigung als Restaurant mit Live-Musik vor. Zudem untersuchen die Ermittler, ob unerlaubte Umbauten vorgenommen wurden und ob Versäumnisse bei Genehmigungen oder Kontrollen zu der Katastrophe beigetragen haben.

Das Feuer war am späten Sonntagabend plötzlich ausgebrochen, als gerade eine Live-Band in dem Pub Rong Beer Na Ladprao spielte. Zahlreiche Gäste flüchteten in den hinteren Teil des Gebäudes, wo sich die Toiletten befanden. Eine Flucht gelang ihnen nicht. Die Feuerwehr benötigte eine halbe Stunde, um den Brand unter Kontrolle zu bringen. Das Lokal liegt im Stadtteil Chatuchak, den auch viele Thailand-Touristen wegen seines bekannten Wochenendmarktes besuchen.

Trauer am Ort der Brandkatastrophe in der thailändischen Hauptstadt

Mehr Todesopfer

Ehemalige Gäste der Bar und andere Trauernde besuchten am Dienstag den Brandort und legten Blumen nieder. Handgeschriebene Botschaften wurden neben weißen Blumen hinterlassen, um den Opfern ihr Beileid auszusprechen.

Die Zahl der Toten ist nach Angaben der Behörden auf 30 gestiegen. Mehr als 70 Menschen befinden sich weiterhin im Krankenhaus, 24 von ihnen in kritischem Zustand, so die Stadtverwaltung von Bangkok. Die meisten Todesopfer wurden in den fensterlosen Toiletten gefunden.

Das Feuer zählt zu den verheerendsten Bränden in Thailand seit 2009. Damals starben am Neujahrstag 67 Menschen bei einem Brand in einem Nachtclub.

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