Das Nahrungsergänzungsmittel LaVita bekommt von Foodwatch den „Goldenen Windbeutel“ für die „dreisteste Werbelüge“ des Jahres. Ein Liter koste umgerechnet 100 Euro – und enthalte hauptsächlich Fruchtsaft.
Eine Umfrage von Foodwatch hat einem Nahrungsergänzungsmittel der Marke LaVita den „Goldenen Windbeutel“ wegen der „dreistesten Werbelüge“ des Jahres beschert. Nach Darstellung der Verbraucherorganisation besteht das Produkt zu rund 70 Prozent aus Fruchtsaftkonzentrat und enthält zugesetzte Vitamine sowie weitere Mikronährstoffe. Umgerechnet koste es rund 100 Euro pro Liter.
Gesundheitsversprechen zu überhöhtem Preis
Foodwatch wirft dem Hersteller vor, mit Gesundheitsversprechen einen deutlich überhöhten Preis zu rechtfertigen. „LaVita kassiert Verbraucher mit dem Wunsch nach Gesundheit kräftig ab“, erklärte Foodwatch-Expertin Alina Nitsche. „Der Saft steht beispielhaft für die Abzocke mit irreführenden Gesundheitsversprechen.“
Der als „Saubertrank“ beworbene Saft stehe beispielhaft für irreführende Werbung im boomenden Markt für Nahrungsergänzungsmittel. Nach Angaben der Organisation seien einzelne zugesetzte Vitamine und Nährstoffe zudem höher dosiert als notwendig.
Foodwatch fordert stärkere Kontrolle
Foodwatch fordert deshalb eine stärkere Kontrolle des Marktes. „Der Markt für Lebensmittel mit Vitaminzusatz und Supplements boomt, kontrolliert wird er kaum“, erklärte Nitsche. Bund und Länder müssten die Lebensmittelüberwachung personell und finanziell besser ausstatten, um gegen Verbrauchertäuschung wirksam vorgehen zu können.
Auf Platz Zwei des Negativrankings landete mit 21,9 Prozent der Stimmen das „Airfryer Backin Backpulver“ von Dr. Oetker. Nach Einschätzung von Foodwatch unterscheidet sich das Produkt nicht vom herkömmlichen Backpulver des Herstellers, werde aber als spezielle Innovation für Heißluftfritteusen zu einem mindestens doppelt so hohen Preis verkauft.
„Matcha Mango“ auf Platz Drei
Mit 20,8 Prozent der Stimmen belegte der Joghurt „Matcha Mango“ von Andechser Natur den dritten Platz. Foodwatch kritisiert, dass die namensgebende Zutat Matcha lediglich einen Anteil von 0,1 Prozent ausmache. Die grünliche Farbe des Joghurts werde zudem auch durch das Algenpulver Spirulina erzeugt.
Den „Goldenen Windbeutel“ vergibt Foodwatch seit 2009 jährlich. Mit dem Negativpreis will die Organisation nach eigenen Angaben auf aus ihrer Sicht irreführende Werbeversprechen und Verbrauchertäuschung bei Lebensmitteln aufmerksam machen. Die Auswahl der Preisträger erfolgt in einem mehrstufigen Verfahren, bei dem Verbraucherinnen und Verbraucher online über zuvor nominierte Produkte abstimmen.
Milka-Tafel 2025 zur Mogelpackung ernannt
In den vergangenen Jahren gingen die Negativpreise unter anderem an die Milka Alpenmilch von Mondelez (2025) und die Kinder-Fruchtsnacks „Obsties“ von Alete (2024). Foodwatch kritisierte bei Milka eine versteckte Preiserhöhung durch eine kleinere Verpackung, bei den Obsties unter anderem die Bewerbung des Produkts als Snack ohne Zuckerzusatz.
