Feindselige Stimmung
Messi-Team provoziert heftig nach Final-Einzug
16.07.2026 | 00:37 Uhr
Das Halbfinal-Duell zwischen England und Argentinien hat eine lange politische Vorgeschichte. Die siegreichen Südamerikaner zeigen nach ihrem Sieg ein eigentlich verbotenes politisches Banner.
Das argentinische Team hat den Sieg im WM-Halbfinale gegen England auf dem Rasen mit einem politischen Plakat gefeiert, das Bezug nimmt auf den Krieg um die Falklandinseln. „Las Malvinas son argentinas“ („Die Malvinas sind argentinisch“) war in Versalien in dunkler Schrift auf einem weißen Laken zu lesen, das unter anderem Mittelfeldspieler Giovani Lo Celso in der Hand hielt. Das Banner war auch auf den Zuschauerrängen zu sehen gewesen.
Mit dem Spruch will Argentinien seine vermeintlichen Besitzansprüche auf die sogenannten Malvinas, wie die Inseln in Argentinien heißen, erklären. Argentinien und Großbritannien hatten 1982 mehr als 70 Tage lang Krieg um die Falklandinseln vor der Küste Argentiniens geführt. Dabei starben rund 1000 Soldaten. Die Inseln sind seit 1833 britisches Überseegebiet. Bis heute weigert sich Großbritannien, über den Anspruch auf die Malvinas zu verhandeln.
„Wir waren uns bewusst, was dieses Spiel für dieses Land bedeutete. Wir haben versucht, unser Land und all jene, die diesen traurigen Moment unserer Geschichte miterlebt haben, zu repräsentieren, damit sie sich mit uns identifizieren konnten und wir ein positives Bild vermitteln konnten“, sagte Nationalspieler Leandro Paredes.
Die Fußball-Feindschaft zwischen Argentinien und England
Auch neben dem Geschehen auf dem Platz war das Spiel von einer mitunter feindseligen Stimmung geprägt. Der auf der Videoleinwand eingeblendete David Beckham oder der abgespielte Britpop wurden radikal ausgepfiffen. Auch von der englischen Nationalhymne „God save the king“ war kaum etwas zu vernehmen.
FIFA verbietet politische Botschaften
Der Weltverband FIFA verbietet eigentlich Spielern und Offiziellen rund um die WM-Spiele, politische Botschaften zu präsentieren. Dem argentinischen Team könnte damit Ärger drohen.
Argentiniens Tor zum Finale, Englands Stoß in die Schmerzhölle
Schon vor der Partie war die Erinnerung an den Falkland-Krieg sehr präsent gewesen. Argentiniens Trainer Lionel Scaloni hatte vor einer Vermischung des WM-Halbfinals mit dem Krieg gewarnt.
Das hatte die Vize-Präsidentin seines Landes ganz anders gesehen. „Wir spielen gegen die Piraten-Usurpatoren. Das ist kein Spiel wie jedes andere“, schrieb Victoria Villarruel auf X und kündigte an: „Ich werde nicht politisch korrekt sein oder mich zurückhalten. Gegen die Engländer geht es um mehr.“ Villarruels Vater hatte im Krieg um die Falklandinseln für Argentiniens Militärdiktatur gekämpft.
Verwendete Quellen: ntv.de, lme/dpa
