Seit Tagen gehen die US-Streitkräfte wieder gegen Ziele in Iran vor. Am Abend melden die USA die zweite Angriffswelle binnen eines Tages. Teheran sieht sich in einem „existenziellen Krieg“.
Das US-Militär hat nach eigenen Angaben die zweite Angriffswelle des Tages gegen Iran gestartet. Diese habe um 15.00 US-Ostküstenzeit (21.00 Uhr deutscher Zeit) begonnen, teilte das zuständige Regionalkommando des US-Militärs Centcom auf der Plattform X mit.
Die Angriffe richten sich demnach gegen militärische Fähigkeiten Irans, die dafür genutzt worden seien, Handelsschiffe in der Straße von Hormus zu bedrohen. Eine ähnliche Begründung hatte das US-Militär auch für Angriffe in den vergangenen Tagen gegeben.
Die regierungsnahe iranische Nachrichtenagentur Mehr berichtete von drei Explosionen in der Hafenstadt Tschabahar. Angriffe soll es demnach auch in Rask im äußersten Südosten des Landes sowie in der Umgebung von Bandar Abbas am Persischen Golf und in Ahwas im Südwesten gegeben haben.
Trump will keine Frist festlegen
US-Präsident Donald Trump hatte der Führung in Teheran zuletzt erneut mit Angriffen auf zivile Infrastruktur gedroht. Auf die Frage einer Journalistin, ob er Iran ein Ultimatum gebe, bevor das US-Militär mit Bombenangriffen auf Brücken beginnen würde, sagte Trump lediglich: „Ich mag es nicht, Fristen zu setzen.“
Erst gestern hatte Trump in einem Interview mit dem US-Sender Fox News gesagt, nächste Woche würden alle Kraftwerke und Brücken zerstört, „es sei denn, sie (die Iraner) kommen an den Verhandlungstisch und verhandeln“. Trump kündigte zudem heftige Angriffe auch in den kommenden Nächten an.
Iran sieht sich in „existenziellem Krieg“
Laut iranischem Chefunterhändler Mohammad Bagher Ghalibaf gibt es für Iran wiederum keinen Grund, sich an die Mitte Juni verhandelte Absichtserklärung mit den USA zu halten, wenn das Land nicht davon profitiere. Die Islamische Republik befinde sich in einem existenziellen Krieg gegen die USA, deren Ziel es sei, das iranische System zu stürzen und das Land zu spalten.
Die Streitkräfte hätten freie Hand, um der Aggression des Feindes entgegenzutreten, so Ghalibaf. Zugleich betonte er, dass auch Diplomatie und Verhandlungen eingesetzt werden müssten, um nationale Interessen zu wahren.
