Nach Regierungsangaben ist die Zahl der bestätigten Ebola-Fälle in der Demokratischen Republik Kongo auf mehr als 2.000 gestiegen. Es ist der am schnellsten wachsende Ausbruch seit Beginn der Aufzeichnungen, so die Behörden.
Ebola breitet sich in der Demokratischen Republik Kongo (DRK) weiter aus. Inzwischen seien 2.011 Infektionen und 754 Tote durch das Virus erfasst worden, teilte die Regierung in der Nacht mit. Nach Angaben der Behörden handelt es sich um den am schnellsten wachsenden Ausbruch seit Beginn der Aufzeichnungen. Auch die Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen bestätigte, dass die Geschwindigkeit, mit der die Krankheit sich verbreite, alle bisherigen Ausbrüche übersteige.
Mit rund 90 Prozent entfalle der Großteil aller registrierten Fälle weiterhin auf eine Provinz an der Grenze zu Uganda. Die Menschen in der von militärischen Konflikten geprägten Region hätten kaum Zugang zu medizinischer Versorgung, so die Hilfsorganisation. Die Ebola-Sterblichkeit liegt je nach Virus-Variante bei 25 bis 90 Prozent. Zuletzt hatte medizinisches Personal am Bunia General Hospital, dem größten medizinischen Zentrum der Region, ihre Arbeit niedergelegt. Sie warfen der Leitung vor, trotz der Arbeit unter schwierigen Bedingungen kein Gehalt zu erhalten.
Suche nach „Patient Null“
Das zentralafrikanische Land kämpft seit Mai gegen den Ebola-Ausbruch, der durch das seltene Bundibugyo-Virus verursacht wird. Insgesamt befinden sich nach Angaben des kongolesischen Gesundheitsministeriums noch 753 Patienten in Isolation oder in Krankenhäusern, während sich 366 Menschen von der Krankheit wieder erholen konnten.
Der Ausbruch breitet sich trotz verstärkter Maßnahmen weiterhin schneller aus, als die Gesundheitsbehörden ihn nachverfolgen können. Mindestens 80 Prozent der neuen Fälle gehen auf unbekannte Übertragungsketten zurück, teilte die Weltgesundheitsorganisation (WHO) mit. Eine zentrale Herausforderung besteht demnach darin, dass die Gesundheitsbehörden einen „Patient Null“ des Ausbruchs noch nicht identifiziert haben.
