Trotz Trumps Warnung Iran greift nach US-Schlägen in mehreren Ländern an
Die Zeit der relativen Ruhe ist vorbei: Die zweite Nacht in Folge greifen die US-Streitkräfte Ziele im Iran an. Für den Fall von Vergeltungsschlägen hatte Präsident Trump bereits martialische Drohungen ausgestoßen. Abschrecken lässt sich Teheran davon nicht.
Als Vergeltung auf US-Angriffe hat der Iran seine Attacken auf US-Ziele in umliegenden Ländern der Region verstärkt, darunter in Jordanien, Kuwait und im Irak. Die „koordinierten“ Angriffe mit Drohnen und Raketen hätten sich gegen US-Militärbasen in Erbil in der autonomen Region Kurdistan im Irak gerichtet, berichtete die staatliche iranische Nachrichtenagentur Irna. Die militärische Konfrontation zwischen den USA und dem Iran hatte sich zuvor deutlich verschärft.
Iranischen Staatsmedien zufolge nahm die Armee zudem US-Streitkräfte auf einem Luftwaffenstützpunkt in Bahrain ins Visier. Die Rede war von „intensiven Angriffen“ mit Kamikazedrohnen. Zuvor hatten bereits Jordanien und Kuwait Luftangriffe aus dem Iran auf ihr jeweiliges Staatsgebiet gemeldet Kuwaits Armee teilte am frühen Morgen mit, dass ihre Luftabwehr derzeit „auf feindliche Raketen- und Drohnenangriffe“ reagiere.
Zuvor hatte die jordanische Armee erklärt, dass insgesamt 13 aus dem Iran gestartete ballistische Raketen in den Luftraum des Königreichs eingedrungen seien. Zehn davon seien von der Luftabwehr abgefangen worden. Drei weitere Raketen schlugen demnach in abgelegenen Gebieten ein. Es habe keine Verletzten gegeben. Die iranischen Revolutionsgarden teilten mit, dass der Stützpunkt Camp Titin des US-Marinekorps in Jordanien Ziel eines „massiven Raketenangriffs“ geworden sei. Das Ausbildungslager befindet sich am Golf von Akaba, nahe den Grenzen zu Israel und Saudi-Arabien. US-Stützpunkte in Jordanien waren schon in der Nacht zuvor von den Iranischen Revolutionsgarden beschossen worden, nachdem sich der Konflikt zwischen der Islamischen Republik und den USA wieder zugespitzt hatte.
Die USA hatten zuvor nach Angaben von Präsident Donald Trump wieder iranische Ziele nahe der für den Ölhandel wichtigen Straße von Hormus ins Visier genommen. Irans Revolutionsgarden teilten wenig später in einer von Staatsmedien veröffentlichten Erklärung mit, man habe mit Vergeltungsattacken begonnen.
Für diesen Fall hatte Trump zuvor bereits mit einer Ausweitung des Krieges gedroht: „Sollte die gescheiterte Nation Iran auf diesen völlig gerechtfertigten Angriff reagieren, wird sie erneut noch viel härter und in größerem Umfang getroffen werden“, warnte er. Gleichzeitig betonte Trump, dass ein solcher Angriff nicht „der größte Angriff von allen sein“ würde. Dieser stehe noch in den Startlöchern – und „wenn er vorbei ist, wird von der Islamischen Republik Iran nur noch sehr wenig übrig sein!“
Der Sender Fox News zitierte Trump nach einem Gespräch mit der Drohung, den Iran bei einem potenziellen weiteren Angriff vollständig auszulöschen. Der US-Präsident hatte dem Iran im Laufe des Kriegs bereits mehrfach martialisch mit Vernichtung gedroht.
Berichte über Explosionen in mehreren Regionen
Ihre jüngste Angriffswelle haben die USA derweil für beendet erklärt. Man haben Ziele der iranischen Revolutionsgarden attackiert, darunter Luftabwehrstellungen, Radarsysteme sowie Gerät zum Verlegen von Seeminen, teilte das für die Region zuständige US-Militärkommando Centcom auf X mit. Die Angriffe seien eine Folge der versuchten iranischen Angriffe auf Handelsschiffe und US-Ziele in der Region. Die mehr als 50.000 US-Streitkräfte in der Region des Persischen Golfs seien weiterhin bereit, Angriffe durchzuführen, hieß es.
In der Erklärung der iranischen Revolutionsgarden hieß es, die USA hätten mehrere Orte bombardiert, darunter auch zivile Gebiete. Durch diese Angriffe würde die Blockade der Straße von Hormus durch den Iran verschärft werden. Iranische Staatsmedien berichteten über Explosionen in mehreren Regionen des Landes. Davon betroffen sein sollen die Insel Gheschm und die Großstadt Bandar Abbas an der Straße von Hormus sowie weiter im Osten der Raum Konarak sowie die Hafenstadt Tschabahar. Darüber hinaus wurden Explosionen von der im Persischen Golf liegenden Insel Lavan gemeldet.
