Aus bei den US Open
Doppelfehler-Orgie vermasselt Struff nächste Grand-Slam-Überraschung
Jan-Lennard Struff werkelt bei den US Open an der nächsten Grand-Slam-Überraschung seiner Tenniskarriere. In einem seltsamen Fünfsatzkrimi voller Fehler geht dem Deutschen gegen einen favorisierten Argentinier am Ende aber die Luft aus.
Nach seinem Viertelfinaleinzug in Wimbledon hat Jan-Lennard Struff bei den US Open die nächste Grand-Slam-Überraschung verpasst. Der Warsteiner verlor einen kuriosen Nervenkrimi gegen den gesetzten Francisco Cerúndolo mit 7:5, 5:7, 6:4, 2:6, 3:6 und verpasste es, zum vierten Mal in die dritte Runde der US Open einzuziehen. 16 Doppelfehler wurden ihm zum Verhängnis. „Er war der bessere Spieler in der zweiten Hälfte des Matches, er hat verdient gewonnen. Aber Kompliment auch an Struffi, mit 36“, sagte Experte Boris Becker bei „Sporteurope.tv“.
Im Vorjahr hatte Struff in New York überzeugt, als er erst im Achtelfinale am Grand-Slam-Rekordsieger Novak Djokovic gescheitert war. Diesmal reichte es nicht, obwohl der Weltranglisten-25. aus Argentinien, der dieses Jahr schon zwei ATP-Titel gewonnen hat, jede Menge Angriffsfläche bot. Die deutschen Fans auf der Tribüne sowie Bundestrainer Michael Kohlmann, der Struff überraschend nicht für die Davis-Cup-Duelle mit Kroatien Mitte September nominiert hatte, sahen auf Court 5 eine seltsame Partie.
Zverev springt US-Open-Tod gerade noch von der Schippe
Struffs rechter Knöchel macht Probleme
Das Spiel geriet vor allem im dritten Satz zu einer Nervenschlacht. Struff schlug zum Satzgewinn auf, als ihm ein seltenes Missgeschick unterlief: Innerhalb eines einzelnen Spiels produzierte der Warsteiner vier Doppelfehler. Cerúndolo, nicht als begnadeter Hartplatzspieler bekannt, konnte die Vorlage aber nicht nutzen. Nach einem fehlerhaften Aufschlagspiel gab er den Satz ab und zerhackte wutentbrannt seinen Schläger.
Im Lauf des vierten Satzes ließ sich Struff am rechten Knöchel behandeln, er schluckte eine Tablette und nahm die Partie wieder auf, in der Cerúndolo inzwischen wieder angekommen war. Für die Entscheidung musste ein fünfter Durchgang her, wo der Argentinier seiner Favoritenrolle gerecht wurde.
Wieder ein Zverev-Nebenbuhler weniger
Ein Konkurrent von Alexander Zverev um den US-Open-Titel musste indes in New York die Segel streichen. Mit Félix Auger-Aliassime ist einer der Mitfavoriten bereits in der zweiten Runde der US Open ausgeschieden. Der an Position drei gesetzte Kanadier musste sich mit offensichtlichen körperlichen Problemen dem ungesetzten Karen Chatschanow geschlagen geben.
Nach etwas mehr als drei Stunden war das 7:6 (7:5), 3:6, 2:6, 2:6 aus Sicht von Auger-Aliassime besiegelt. Im vergangenen Jahr hatte der Kanadier auf seinem Weg ins Halbfinale noch Zverev ausgeschaltet, diesmal lief es von Beginn an nicht rund. Neben Auger-Aliassime ist auch der an Position vier gesetzte Novak Djokovic bereits nicht mehr im Turnier.
Verwendete Quellen: ntv.de, mar/sid
