Unter britischer FührungBericht: Airbus prüft Einstieg in internationales Kampfjet-Projekt
Nach dem Scheitern des FCAS-Projekts prüft Airbus laut einem Medienbericht Kooperationsgespräche mit dem britischen Rüstungskonzern BAE Systems. Ziel ist die gemeinsame Entwicklung eines Tarnkappen-Mehrzweck-Kampfflugzeugs.
Der europäische Luft- und Raumfahrtkonzern Airbus lotet einem Medienbericht zufolge eine Beteiligung am internationalen Kampfjet-Projekt GCAP aus. Dazu sollen sich Führungskräfte von Airbus mit Vertretern des britischen Rüstungskonzerns BAE Systems treffen, wie die Zeitung „Financial Times“ unter Berufung auf mit der Angelegenheit vertraute Personen berichtete. Airbus und BAE kommentierten den Medienbericht bisher nicht.
Das europäische Rüstungsprojekt Future Combat Air System (FCAS) wurde im Juni 2026 nach langjährigen Differenzen zwischen Deutschland, Frankreich und Spanien in seiner ursprünglichen Form beendet. Die Entwicklung des gemeinsamen bemannten Kampfjets der sechsten Generation wurde offiziell aufgegeben. Während Teilbereiche wie die digitale Vernetzung und Begleitdrohnen fortgeführt werden, prüfen die Partnerländer nun alternative Allianzen wie das britisch-geführte Konkurrenzprojekt GCAP. Dabei wäre auch eine Zusammenarbeit mit Schweden und Saab vorstellbar.
Bei dem Airbus-Treffen sollen dem Bericht zufolge auch alternative Bereiche für eine Zusammenarbeit erörtert werden. Dazu zählten autonome „kollaborative Kampfflugzeuge“ sowie die sogenannte „Combat Cloud“. Dieses digitale Rückgrat soll den Datenaustausch zwischen Jets, Drohnen und Sensoren wie Bodenradar ermöglichen.
Das Rüstungsprojekt GCAP (Global Combat Air Programme) wurde 2022 von Italien, Japan und Großbritannien ins Leben gerufen. Ziel ist die gemeinsame Entwicklung eines Tarnkappen-Mehrzweck-Kampfflugzeugs, das um das Jahr 2035 in Dienst gestellt werden soll.
Der britische Premierminister Andy Burnham hatte Anfang des Monats erklärt, Großbritannien sei offen für einen Beitritt Deutschlands zu dem von BAE, Leonardo und Mitsubishi Heavy Industries geleiteten Programm. Im Juli war Kanada dem Projekt als Beobachter beigetreten, was den Weg für eine tiefergehende Beteiligung ebnen könnte. Auch Saudi-Arabien wird als möglicher Partner gehandelt.
