„Ich glaub das gar nicht!“Die Außenseiter gewinnen das Sommerhaus

Sie wollten die Nachrücker loswerden und hielten sich selbst für unschlagbar. Doch im Sommerhaus-Finale fliegt der Allianz ihr schöner Plan um die Ohren. Zwischen großer Klappe und 50.000 Euro stehen nämlich noch Ginger und Lukas.
„Ich brauche einen Schluck, Alter, Moët, geil! Ich glaub das gar nicht!“, jubelt Ginger, die mit Lukas, der Liebe ihres Lebens, gerade das Sommerhaus gewonnen hat. Ausgerechnet die beiden Nachrücker sind somit das Promipaar des Jahres und um 50.000 Euro reicher.
Da darf man schon mal durstig werden, während die anderen sich vermutlich fragen, an welcher Stelle der schöne Plan, die Neuen loszuwerden, eigentlich schiefgegangen ist.
Vor dem Schampus mussten allerdings noch Holzklötze abgesägt, ein Parcours bewältigt und die Bilder der Gegner abgeworfen werden. Das Ganze hatte nach all dem Gezänk durchaus etwas Befriedigendes. Ginger und Lukas erledigten das schneller als Michelle und Sandro, die sich mit Platz zwei begnügen mussten. „Wir sind ein Team. Wir sind nicht zum Verlieren hier. Wir sind unschlagbar“, hatten die Zweitplatzierten zuvor noch in den wolkenverhangenen Himmel getönt, aber im Sommerhaus wird ja bekanntlich viel erzählt, wenn der Tag lang ist.
Michelle hatte sich schon darüber geärgert, dass die Nachrücker noch so viel Energie hatten, während sie und Sandro längst „am Ende ihrer Nerven“ waren. Nur half diese Feststellung beim Sägen eben auch nicht weiter. Ginger wiederum hatte keineswegs vergessen, dass die anderen sie und Lukas von Anfang an raushaben wollten.
Vielen Dank fürs Mitmachen
Für Anna und Tano war zu diesem Zeitpunkt schon Feierabend. Platz drei, vielen Dank fürs Mitmachen, Tschüssi! Michelle musste feststellen: „Krass, das ist so komisch. Wir sind die Letzten von unserer Allianz, die noch hier sind.“
Zuvor hatte Tano noch sehr genaue Vorstellungen davon gehabt, wer auf gar keinen Fall gewinnen durfte: Ginger und Lukas natürlich, denen er nicht zutraute, auf demselben körperlichen Niveau mitzuhalten. Die beiden sollten weg, und zwar möglichst flott. „Am besten gar nicht viel fackeln, Alter.“ Ein schöner Vorsatz, wobei man die Leute, die man so dringend loswerden möchte, dann eben auch erst mal schlagen muss.
Beim Halbfinalspiel „Das Türmchen zu Bocholt“ gewannen dann allerdings Ginger und Lukas den ersten Durchgang. Michelle und Sandro holten sich anschließend den zweiten Finalplatz, und Anna und Tano waren raus.
„Das Sommerhaus weint“
Noch vor den beiden hatten Ferry und Kathy ihre Sachen packen müssen, wobei es diesmal tatsächlich wehtat, den sonst so redseligen Ferry derart geknickt zu sehen. Die beiden hatten so hart gekämpft, und nun war kurz vor dem Finaltag Schluss. „Ein Teil des Lebens ist jetzt einfach vorbei“, sagte Ferry, als hätte er gerade seine gesamte Jugend hinter sich gebracht. Und seine Kathy meinte: „Unsere Zeit hier war eine Achterbahn der Gefühle“. Hach ja, das Sommerhaus weinte.
Entschieden wurde ihr Aus beim Exit-Duell „Zieht Leine“, in dem sie gegen Michelle und Sandro aus acht Klötzen einen Turm bauen und mithilfe von Seilen halten mussten. Für Ferry und Kathy war damit auch die letzte Möglichkeit dahin, doch noch um die 50.000 Euro mitzuspielen, nachdem sie zuvor bereits am schnöden Kleingeld gescheitert waren.
Dabei war beim Münzenzählen durchaus etwas Erfreuliches zu beobachten gewesen. Wenn Ferry sich nicht gehört fühlte und Kathy ihm gerade ein bisschen zu viel wurde, bekam er es hin, ihr das zu sagen, ohne sie gleich zusammenzufalten. Er war genervt, brauchte kurz seine Ruhe und teilte ihr das trotzdem so mit, dass sie sich nicht auch noch an die Gurgel gingen. Nach allem, was wir in dieser Staffel an Gebrüll ertragen mussten, hätte man dafür beinahe schon einen kleinen Sonderpreis vergeben mögen.
Drei Euro daneben
Beim Spiel „Wer den Cent nicht ehrt, ist des Sieges nicht wert“ war einfaches Geldzählen zur Nervenprobe geworden, vor allem, wenn man, wie Michelle, „Mathe nicht versteht“. Ferry und Kathy lagen drei Euro daneben. „Wir haben verkackt!“, brachte er die Schmach auf den Punkt, was allerdings noch nicht den sofortigen Rauswurf bedeutete, sondern ihnen das anschließende Exit-Duell gegen Michelle und Sandro einbrockte. Ginger und Lukas dagegen gewannen auch das Münzspiel und sicherten sich so ihren Platz am Finaltag. Lukas freute sich mit seinem „Bärchen“, als wären „Ostern, Weihnachten und Geburtstag“ zusammengefallen, während die anderen sich langsam daran gewöhnen mussten, dass die beiden Unerwünschten ziemlich viel richtig machten.
Dabei hatte der Tag noch so elend angefangen. Kathy hatte überall „blaue Flecken“, klagte, sie „zerfalle“, und drei Paare standen „mit dem Rücken zur Wand“, während Anna noch froh war, kurz durchschnaufen zu können. Ginger sang sich derweil Mut zu: „Guten Morgen, liebe Sorgen, seid ihr auch schon alle da?“ Ja, klar waren sie da, aber dass sich das ganze Elend am nächsten Tag wenigstens mit anständigem Schampus begießen lassen würde, wusste sie zu diesem Zeitpunkt ja noch nicht.
