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Aktuelle Warnungen

Mehrheit fürchtet steigende Preise durch Nahost-Krieg

Dr. Heinrich KrämerVon Dr. Heinrich KrämerApril 29, 2026Keine Kommentare3 Minuten Lesezeit
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Durch den Krieg im Nahen Osten sind die Preise für Benzin, Heizöl und Gas gestiegen. 58 Prozent der Verbraucher:innen haben sehr große oder eher große Sorgen, dass die Preise durch den Krieg so stark steigen, dass sie sich im Alltag finanziell einschränken müssen. Das zeigt eine aktuelle repräsentative Befragung von forsa im Auftrag des Verbraucherzentrale Bundesverbands. Menschen mit niedrigem Einkommen äußern besonders häufig (66 Prozent) Sorgen mit Blick auf die immer weiter steigenden Preise. Der Verbraucherzentrale Bundesverband fordert von der Bundesregierung, dass sie diejenigen, die es am härtesten trifft, gezielt und wirksam entlastet.

„Über die Hälfte der Menschen sorgt sich davor, künftig wegen der steigenden Preise im Alltag Abstriche machen zu müssen. Das ist alarmierend. Gerade Menschen mit geringem Einkommen und viele Familien haben kaum noch finanziellen Spielraum. Für sie ist jeder zusätzliche Euro eine enorme Belastung“, so Ramona Pop, Vorständin des Verbraucherzentrale Bundesverbands. „Die Bundesregierung muss jetzt handeln: mit spürbaren Entlastungen wie der Senkung der Stromsteuer und mehr Transparenz bei Lebensmittelpreisen, um ungerechtfertigte Preiserhöhungen aufzudecken und für faire Preise im Supermarkt zu sorgen.“

Sorge vor finanzieller Überforderung 

Der Krieg im Nahen Osten treibt die Preise deutlich nach oben. Das bereitet vielen Menschen Sorgen, wie eine aktuelle Befragung von forsa im Auftrag des Verbraucherzentrale Bundesverbands zeigt. Demnach geben 58 Prozent der Befragten an, sehr große oder eher große Sorge zu haben, dass die Preise durch den Krieg so stark steigen, dass sie sich im Alltag finanziell einschränken müssen. Menschen mit niedrigem Einkommen äußern besonders häufig Sorgen mit Blick auf die immer weiter steigenden Preise: Knapp zwei Drittel der Befragten (66 Prozent) geben an, sie hätten sehr große oder eher große Sorgen vor den steigenden Preisen. 

Stromsteuer für Verbraucher:innen senken

Der Verbraucherzentrale Bundesverband fordert: Die Bundesregierung muss Verbraucher:innen schnell und wirksam entlasten. Ein gutes Mittel dafür wäre die Senkung der Stromsteuer für private Haushalte. „Die Senkung der Stromsteuer liegt als Wahlversprechen seit Monaten auf dem Tisch und muss jetzt endlich kommen. Das entastet die Menschen direkt“, so Ramona Pop. „Mehr Transparenz bei der Preisbildung von Lebensmitteln würde zudem dafür sorgen, dass ungerechtfertigte Preiserhöhungen aufgedeckt werden und Verbraucherinnen und Verbraucher faire Preise zahlen.“ Eine Preisbeobachtungsstelle kann die Ursachen hoher Preise sichtbar machen und Missbrauch verhindern. Sie könnte auch sicherstellen, dass weitere Entlastungen, wie eine Senkung der Mehrwertsteuer auf Obst, Gemüse und Hülsenfrüchte, tatsächlich bei den Menschen ankommen. 

Gezielte Entlastung durch Direktzahlungen 

„Auch wenn der Krieg im Nahen Osten endet, werden die Folgen in Deutschland noch monatelang spürbar sein“, so Pop. Darauf muss sich die Bundesregierung mit gezielten Hilfen vorbereiten. „Eine treffsichere Möglichkeit für Entlastungen sind Direktzahlungen an betroffene Haushalte“, sagt Ramona Pop. Mit dem Direktauszahlungsmechanismus (DAM) hatte die Vorgängerregierung dafür die rechtliche Grundlage geschaffen. Durch die zentrale Verknüpfung von IBAN und Steuer‑ID kann der Staat finanzielle Hilfen auszahlen. Der Verbraucherzentrale Bundesverband fordert, dass der neue Auszahlungsmechanismus für Entlastungsmaßnahmen genutzt wird. „Direktzahlungen kommen ohne Umwege dort an, wo Hilfe wirklich gebraucht wird. Weil das Geld versteuert werden muss, profitieren besonders Menschen mit niedrigem und mittlerem Einkommen,“ so Pop. 

Nachhaltige Krisenlösungen notwendig 

Die aktuelle Krise ist die dritte innerhalb weniger Jahre. Sie macht einmal mehr deutlich, wie wichtig es ist, Wirtschaft und Gesellschaft langfristig krisenfest zu machen. Die Bundesregierung muss die Abhängigkeiten von fossilen Brennstoffen reduzieren und erneuerbare Energien schneller ausbauen. „Solar- und Windkraft, E-Mobilität, ein attraktiver ÖPNV und resiliente Lieferketten machen Deutschland krisenfester und schützen die Menschen am nachhaltigsten vor Preisschocks,“ sagt Ramona Pop.

Methode

Repräsentative Telefonbefragung (9. April bis 13. April 2026) von forsa im Auftrag des Verbraucherzentrale Bundesverbands. Basis: 1.001 Personen ab 18 Jahren. Statistische Fehlertoleranz: max. ± 3 Prozentpunkte in der Gesamtstichprobe. Niedriges Einkommen: Haushaltsnettoeinkommen bis unter 2.500 Euro/Monat.

 

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