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Startseite»Politik»Trump und Merz: Wann reden sie wieder miteinander?
Politik

Trump und Merz: Wann reden sie wieder miteinander?

Dr. Heinrich KrämerVon Dr. Heinrich KrämerMai 5, 2026Keine Kommentare3 Minuten Lesezeit
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Stand: 05.05.2026 • 10:47 Uhr

Trump wettert gegen Merz und kündigt an, US-Soldaten aus Deutschland abzuziehen: Der Riss zwischen dem Präsidenten und dem Bundeskanzler ist tief. Was tut Merz jetzt? Er beschwichtigt – und hofft.

Markus Sambale, WDR

Es ist seit Tagen eine seltsame Kommunikation zwischen dem amerikanischen Präsidenten und dem deutschen Kanzler. Nicht miteinander, sondern übereinander. Los geht’s vor einer Woche im Sauerland. Da kritisiert Friedrich Merz in einer Diskussion mit Schülern den US-Kriegskurs im Iran. Nicht zum ersten Mal, aber bemerkenswert deutlich: „Ich erkenne im Augenblick nicht, welchen strategischen Exit die Amerikaner jetzt wählen.“

Woraufhin aus den USA der empörte Donald Trump dem deutschen Kanzler öffentlich bescheinigt, schlechte Arbeit zu machen. Zudem kündigt er an, Tausende US -Soldaten aus Deutschland abzuziehen und versprochene Mittelstreckenwaffen zur Abschreckung Russlands doch nicht in Deutschland zu stationieren. Dazu kommen weitere Zolldrohungen.

Die Aufregung ist groß unter Sicherheitsexperten. Wie sehr wird Deutschland geschwächt? Wie sehr profitiert Russland davon? Und wie sehr hat das gute persönliche Verhältnis zwischen Merz und Trump gelitten?

„Es wird vielleicht ein bisschen zugespitzt“

Der Kanzler selbst gibt sich demonstrativ gelassen im Interview bei Caren Miosga: „Da ist nicht alles neu, was wir in den letzten Tagen hören. Es wird vielleicht ein bisschen zugespitzt.“ Mehr zuspitzen, das will Merz von seiner Seite aus aktuell nicht. Sein Motto lautet Deeskalation: „Ich muss akzeptieren, dass der amerikanische Präsident zu diesen Themen eine andere Meinung hat als wir. Aber das ändert nichts daran, dass meine Überzeugung bleibt, dass die Amerikaner für uns wichtige Partner sind, die wichtigsten im nordatlantischen Bündnis.“

Fast wortgleich formuliert das Johann Wadephul, der deutsche Außenminister: „Ich bin fest davon überzeugt, dass die Vereinigten Staaten von Amerika den Wert und die Bedeutung der NATO auch für die eigene Sicherheit zu schätzen wissen.“

Und genauso mahnt Verteidigungsminister Boris Pistorius zu Gelassenheit: „Das muss man alles noch einmal in Ruhe einordnen. Es kommt nicht wirklich überraschend. Dass es jetzt 5.000 Soldaten sein sollen, wir haben noch keine offizielle Bestätigung, wann und wie das in welcher Größenordnung von Staaten gehen soll, dann wäre das so.“

Brantner: Europa muss selbstständiger werden

Also alles nicht so wild? Doch schon, findet jedenfalls Grünen-Chefin Franziska Brantner. Sie wirft dem Kanzler vor, im vergangenen Jahr nichts getan zu haben, damit Europa selbstständiger und unabhängiger wird von den USA in der Verteidigung: „In so einer Situation, wo man Europa nicht fitter macht, nicht voranbringt, sich jetzt mit den Amerikanern anzulegen, das ist dann wirklich gefährlich.“

Für die Bundesregierung geht es jetzt – wie so oft – darum, herauszufinden, wie ernst es Trump mit seinen Drohungen meint. Der Kanzler bleibt im Ungefähren, wie intensiv der Kontakt nach Washington derzeit ist: „Wir haben in größeren Abständen, aber ziemlich regelmäßig, auch Gespräche miteinander und wir reden vernünftig miteinander.“

Merz fände es wohl gut, wenn er und Trump schnell wieder miteinander sprechen würden. Und nicht nur übereinander.

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