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Politik

UniCredit legt offizielles Angebot für die Commerzbank vor

Dr. Heinrich KrämerVon Dr. Heinrich KrämerMai 5, 2026Keine Kommentare3 Minuten Lesezeit
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Stand: 05.05.2026 • 12:52 Uhr

Die UniCredit will ihren Einfluss auf die Commerzbank ausbauen. Die italienische Großbank hat wie angekündigt ihr Kaufangebot für sämtliche Anteile offiziell gemacht. Eine komplette Übernahme wird es aber noch nicht.

Die UniCredit macht ihr Kaufangebot für die Commerzbank offiziell. Die italienische Großbank, die bereits knapp 30 Prozent der Commerzbank-Anteile kontrolliert, will sich bis zum Ablauf des 16. Juni weitere Anteile an dem Frankfurter DAX-Konzern sichern, wie sie heute mitteilte.

Für jede Commerzbank-Aktie bieten die Italiener 0,485 neue UniCredit-Aktien. Nach dem heutigen Kurssprung an der Börse in Mailand liegt die Offerte jetzt bei 34,35 Euro je Commerzbank-Papier. Das Angebot richtet sich an sämtliche Commerzbank-Anteile, die die UniCredit bislang noch nicht besitzt.

Kapitalerhöhung beschlossen

Zu Wochenbeginn hatten die UniCredit-Aktionäre den Weg für das Übernahmeangebot freigemacht. Auf einer außerordentlichen Hauptversammlung im Internet stimmten 99,55 Prozent des vertretenen Kapitals für die Ausgabe von bis zu 470 Millionen neuen Aktien. Diese Papiere will das Geldhaus nun für das Tauschgeschäft nutzen.

Eine große Überraschung ist das Angebot nicht. So hatte UniCredit-Chef Andrea Orcel die Vorlage der formalen Offerte bereits gegenüber der Frankfurter Allgemeinen Zeitung für den heutigen Dienstag angekündigt. Auch die Konditionen entsprechen den Erwartungen. Die Bank geht nicht davon aus, damit die Kontrollmehrheit bei der Commerzbank zu erlangen.

Erst einmal ein taktisches Manöver?

Denn tatsächlich ist das Angebot für Anlegerinnen und Anleger aktuell wenig attraktiv, da der Aktienkurs der Commerzbank aktuell mit rund 35 Euro darüber liegt. Auch der deutsche Staat will seine restlichen gut zwölf Prozent nicht verkaufen und tritt für eine eigenständige Commerzbank ein. Schon im März, als die UniCredit ihr Vorhaben ankündigte, hielten es Finanzexperten eher für ein taktisches Manöver, um ein Pflichtangebot zu verhindern.

Dieses wird automatisch bei einer Beteiligung von 30 Prozent erforderlich und wäre deutlich teurer. Den Italienern dürfte es also zunächst darum gehen, ihre Position zu stärken und strategisch handlungsfähig zu bleiben. Das Angebot, mit der sich die UniCredit wirklich die Commerzbank kaufen will, ist das Beobachtern zufolge noch nicht.

Schon jetzt ist die UniCredit mit Abstand größter Anteilseigner vor dem deutschen Staat. Die Commerzbank lehnte das Angebot bislang entschieden ab. Management, Betriebsrat und Belegschaft wehren sich seit Monaten gegen das aus ihrer Sicht „feindliche“ Taktieren Orcels.

Rekordgewinn der UniCredit

Erst kürzlich präsentierte Orcel einen Umbauplan für den Fall einer Übernahme, demzufolge rund 7.000 Stellen in Deutschland entfallen könnten. Das Institut mit Sitz in Mailand verspricht sich Vorteile im Geschäft mit Privat- und Mittelstandskunden in Deutschland. Hierzulande ist die UniCredit schon mit ihrer Tochter HypoVereinsbank (HVB) vertreten, was Einsparungen ermöglichen würde.

Derweil hat die italienische Großbank zum Jahresauftakt mehr verdient als erwartet. Der Überschuss stieg nach eigenen Angaben um 16 Prozent auf 3,2 Milliarden Euro – der höchste Quartalsgewinn in der Geschichte der Bank. Die Erträge legten um fünf Prozent auf 6,9 Milliarden Euro zu. Mit beiden Kennzahlen übertraf die Bank die Erwartungen.

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