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Startseite»Politik»Namensänderung: Deutsche Post heißt bald DHL
Politik

Namensänderung: Deutsche Post heißt bald DHL

Dr. Heinrich KrämerVon Dr. Heinrich KrämerMai 5, 2026Keine Kommentare4 Minuten Lesezeit
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Stand: 05.05.2026 • 15:29 Uhr

Vor fast 25 Jahren kaufte die Deutsche Post das US-Unternehmen DHL. Weil seitdem das Auslandsgeschäft immer wichtiger wurde, übernimmt der Gelbe Riese nun den Namen. Ganz verschwinden wird die Deutsche Post aber nicht.

Die Deutsche Post legt aller Voraussicht nach ihren Konzernnamen ab und heißt künftig DHL. Einen entsprechenden Antrag, der auch eine neue Konzernstruktur enthielt, stellte der Vorstand bei der Hauptversammlung in Bonn vor.

„In den vergangenen Jahrzehnten hat sich unser Unternehmen von der ehemaligen Deutschen Bundespost zu einem weltweit führenden Logistikkonzern entwickelt“, sagte Konzernchef Tobias Meyer. Es sei überfällig, die historisch gewachsene Konzernstruktur den neuen Gegebenheiten anzupassen.

Die Zustimmung der Aktionäre am Nachmittag gilt als Formalie. Mit ihr wird der Wechsel vermutlich zum 1. September vollzogen sein, dann soll der neue Name im Handelsregister eingetragen sein. Rund 37 Millionen Euro soll die Umbenennung samt neuer Struktur kosten.

Marke hieß schon länger DHL

Der Logistiker macht nur noch etwa ein Fünftel seines Geschäfts mit seinem traditionellen Postgeschäft, also dem Transport von Briefen und Paketen. Der Rest entfällt auf globale Konzernbereiche wie das Expressgeschäft und Frachtgeschäft. Schon 2023 hatte das Unternehmen seinen Markennamen von Deutsche Post DHL zu DHL geändert, rechtlich blieb es aber beim Namen Deutsche Post AG. Auch damals hieß die Begründung: Internationalisierung und Stärkung der globalen Marke.

Die Deutsche Post AG ist eine Nachfolgerin der Bundespost, die 1990 ihr 500-jähriges Firmenjubiläum feierte und anschließend schrittweise privatisiert wurde. 2002 kaufte das Unternehmen schließlich den US-Logistiker DHL, danach wurde das Auslandsgeschäft immer wichtiger. Das Kürzel steht dabei für deren Firmengründer Adrian Dalsey, Larry Hillblom und Robert Lynn. Der Bonner Logistikkonzern hat rund 534.000 Vollzeitstellen, ein Drittel davon in Deutschland.

Deutschlandtochter wird Deutsche Post AG genannt

Ganz verschwinden wird der Firmenname Deutsche Post AG aber nicht: Stand der Name bislang für den börsennotierten Gesamtkonzern, so steht er künftig nur noch für die neu gegründete Tochterfirma Deutsche Post AG, die das Deutschlandgeschäft verantwortet – also den Transport von Briefen und Paketen. Diese neue Tochterfirma bekommt auch einen Aufsichtsrat, dessen Kosten samt Extra-Verwaltungskosten sich den Angaben zufolge auf drei Millionen Euro pro Jahr belaufen.

Künftig steht die Sparte Post & Paket Deutschland in der Konzernstruktur nicht mehr übergeordnet über den anderen Konzernbereichen, sondern gleichrangig neben ihnen. „Für unsere Beschäftigten ergeben sich keinerlei Nachteile, ihre Interessen bleiben vollständig gewahrt – inklusive Lohn, Arbeitszeit und Schutzregeln“, betonte Konzernchef Meyer. Auch im Management ändere sich nichts.

Die neue Struktur schaffe mehr Klarheit, antwortete Meyer auf Fragen bei der Hauptversammlung nach den Vorteilen. Der frühere McKinsey-Berater arbeitet seit 2013 in dem Konzern, seit 2023 sitzt er auf dem Chefsessel. Sein Vorgänger Frank Appel hatte den Namenswechsel von Deutscher Post zu DHL noch gescheut, weil er Frust der Beschäftigten im Inland befürchtete.

Briefgeschäft als Sorgenkind

Investoren sprachen sich bei der Hauptversammlung dafür aus, gar die Abspaltung des Brief- und Paketgeschäfts in Deutschland zu prüfen. „Es stellt sich die Frage, ob die DHL Group (..) dauerhaft der beste Eigentümer für dieses Geschäftsfeld ist“, sagte Hendrik Schmidt von der Fondsgesellschaft DWS. Rufe nach einem Verkauf des kriselnden Bereichs hatte Meyer immer wieder abgelehnt. „Das deutsche Post- und Paketgeschäft bleibt ein wichtiger Teil des Unternehmens“, sagte er auch nun wieder.

Das deutsche Briefgeschäft ist für den Logistiker allerdings ein Sorgenkind: Im Digitalzeitalter verschicken die Menschen und Firmen immer weniger Briefe, da sie stärker auf digitale Kommunikation setzen. Im ersten Quartal 2026 sackte der Betriebsgewinn im Stammgeschäft deutlich ab, und die transportierte Briefmenge brach um rund 13 Prozent ein.

Aus der Politik kommt derweil Kritik an dem Vorhaben des Postdienstleisters, sich auf Konzernebene von seinem historischen Namen zu trennen. „Ich finde es schwer verständlich und auch schade, dass sich die Deutsche Post im internationalen Bereich von dieser starken Marke trennt und sie nur noch in Deutschland nutzt“, sagte etwa der SPD-Bundestagsabgeordnete Sebastian Roloff.

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