Absurde Seattle-ReiseWM-Schikane: Iran muss USA am Spieltag wieder verlassen
Die iranischen Fußballer müssen sich auf gigantische Reisestrapazen bei der Fußball-WM einstellen. Sie dürfen sich eigenen Aussagen zufolge nur am Spieltag an den USA aufhalten.
Die Fußball-Nationalmannschaft Irans darf sich bei der WM offenbar nur an ihren Spieltagen in den USA aufhalten und muss sich auf enorme Reisestrapazen einstellen. Nach Angaben des iranischen Botschafters in Mexiko sei die Delegation darüber informiert worden, dass sie das US-Territorium für ihre Partien am selben Tag betreten und wieder verlassen müsse.
„Wir können morgens einreisen und müssen noch am selben Tag wieder ausreisen“, sagte Irans Botschafter in Mexiko, Abolfazl Pasandideh, am Samstag. Alle drei Vorrundenspiele Irans finden in den USA statt, das Quartier befindet sich nahe der Grenze in Tijuana/Mexiko.
Zuvor waren den iranischen Spielern ihre Visa für die USA erteilt worden. Wie das iranische Staatsfernsehen am Samstag vermeldete, wurde 15 Personen der Delegation die Visa-Erteilung verweigert. Genauere Informationen zu den negativ beschiedenen Fällen sowie der Identität der betroffenen Delegationsmitglieder gab es nicht.
„Willkürlich und diskriminierend“
Die iranische Botschaft in der Türkei äußerte scharfe Kritik und monierte eine „willkürliche und diskriminierende Behandlung des Teams“. Diese sei „auf die höchste Stufe gehoben“ worden, hieß es in einem Statement. US-Botschafter Tom Barrack lobte die US-Botschaft in Ankara überschwänglich für ihr Vorgehen in der Causa.
Iran soll im knapp 230 Kilometer von Tijuana entfernten Los Angeles seine Partien gegen Neuseeland (15. Juni) und Belgien (21. Juni) bestreiten. Das dritte Gruppenspiel findet im über 2000 Kilometer entfernten Seattle gegen Ägypten (27. Juni) statt. Der iranische Tross war am Samstag nach Spanien aufgebrochen, um von dort aus weiter zum Quartier in Mexiko zu reisen. Ursprünglich hatte die Mannschaft ihr Camp in Tucson/Arizona geplant, dieses wurde dann aber verlegt.
Die beiden Länder befinden sich im Kriegszustand, seit die USA und Israel Ende Februar begannen, den Iran zu bombardieren.
