Innerdeutsche Flüge sind aus Klimaschutzgründen und mit Blick auf einen möglichen Treibstoffmangel umstritten. Im vergangenen Jahr gab es rund 120.000 Inlandsflüge – Tendenz sinkend.
Mehr als acht Prozent aller Passagierflüge im vergangenen Jahr fanden innerhalb von Deutschland statt. Von 1,5 Millionen Verbindungen waren etwa 120.000 Inlandsflüge, wie aus Daten des Statistischen Bundesamts (Destatis) hervorgeht.
Flüge zwischen Frankfurt und Berlin am häufigsten
Die häufigsten Verbindungen gab es zwischen dem größten deutschen Flughafen Frankfurt/Main und Berlin Brandenburg (knapp 11.000 Flüge). Danach folgen die Strecken von Frankfurt nach München (10.700 Flüge) sowie Hamburg (10.300 Flüge).
Im Vergleich zur Vor-Corona-Zeit hat der innerdeutsche Flugverkehr bereits an Bedeutung verloren. 2019 hatte es noch doppelt so viele innerdeutsche Flüge gegeben (241.000). Damals hatten 26,7 Prozent aller Flüge ein Ziel innerhalb von Deutschland.
Kurzstreckenflüge sind aus Klimaschutzgründen umstritten. Der Grünen-Energiepolitiker Michael Kellner sagte jüngst, er halte angesichts eines möglichen Treibstoffmangels innerdeutsche Flüge für verzichtbar. Das gelte auch für Kurzstreckenflüge ins europäische Ausland oder Privatjets.
Meisten Kurzstreckenflüge gehen nach London
Auf Kurzstrecken – auch mit Zielen außerhalb von Deutschland – sind fast die Hälfte der Passagierflüge (652.000) unterwegs, die hierzulande starten oder landen. Sie hatten nach Destatis-Angaben 2025 einen Anteil von knapp 45 Prozent. Als Kurzstrecken definieren die Statistikerinnen und Statistiker Verbindungen bis maximal 1.000 Kilometer.
Überwiegend steuerten die Kurzstreckenflüge Ziele im nahegelegenen Ausland an oder begannen dort (82 Prozent). Die häufigste Verbindung war 2025 die zwischen Frankfurt/Main und London-Heathrow mit 11.000 Passagierflügen.
Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum war die Zahl der Kurzflüge im ersten Quartal 2026 rückläufig. 137.700 Flüge bedeuteten einen Rückgang um drei Prozent. Dazu haben auch Streiks bei der Lufthansa beigetragen. Auch insgesamt ist die Flugzahl in den drei Monaten um ein Prozent auf 282.100 gesunken.
Diese Entwicklung könnte sich fortsetzen. „Wegen des weltweiten Kerosinmangels könnten in nächster Zeit viele Flüge gestrichen werden – insbesondere auf der Kurzstrecke“, so die Statistiker. Wegen der Knappheiten beim Öl infolge des Iran-Kriegs sind die Weltmarktpreise deutlich gestiegen.
