Angriff auf russische HauptstadtKreml: Drohnen schlagen in Zivilgebäude bei Moskau ein
Ukrainische Drohnen nehmen erneut Moskau ins Visier. Die meisten werden abgefangen, doch in der Umgebung der Hauptstadt kommt es zu erheblichen Zerstörungen. So trifft ein unbemanntes Flugobjekt nach russischen Angaben ein bewohntes Gebäude, ein weiteres eine Fabrik.
Die Ukraine hat nach russischen Angaben bei einem großen Drohnenangriff auf Moskau im Umland der Hauptstadt schwere Schäden angerichtet. Eine Drohne sei in einen Wohnblock eingeschlagen, teilte der Gouverneur des Moskauer Umlands, Andrej Worobjow, mit. „Außerdem sind durch eine abgestürzte Drohne Reifen auf einer Freifläche in Brand geraten“, schrieb er auf Telegram. Nach Behördenangaben trafen die Drohnen dabei eine Recyclinganlage, in der die Reifen zu Gummischrot verarbeitet werden. Bilder deuten auf einen Großbrand hin. Medienberichten zufolge traf es zudem erneut eine Lagerhalle.
In der Ortschaft Koledino südlich von Moskau brennt demnach das Lager der Logistikfirma 3PL. In unmittelbarer Nähe befindet sich ein Lager des Online-Großhändlers Wildberries, der in den vergangenen Tagen schon mehrfach zum Ziel ukrainischer Angriffe wurde.
Bürgermeister: 390 Drohnen gegen Moskau
Laut dem Moskauer Bürgermeister Sergej Sobjanin hat die Ukraine insgesamt etwa 390 Drohnen Richtung Moskau geschickt. Während der Großteil schon weit vor der Hauptstadt abgefangen wurde, seien 81 im Anflug auf die Metropole abgeschossen worden, schrieb er.
Über Tote und Verletzte ist bislang nichts bekannt, russische Offizielle werfen der Ukraine aber verstärkten „Terror gegen die Zivilbevölkerung“ vor. Innerhalb der letzten Woche hätten ukrainische Angriffe fast 60 Zivilisten getötet und rund 500 verletzt, sagte der russische Sondergesandte Rodion Miroschnik der staatlichen Nachrichtenagentur Tass zufolge.
Unabhängig lassen sich die Angaben nicht bestätigen, aber Berichte über zivile Opfer auf russischer Seite haben zuletzt zugenommen. Trotzdem ist das Ausmaß der durch ukrainische Angriffe verursachten Schäden und die Zahl der Opfer nicht mit den von Russland angerichteten Zerstörungen in der Ukraine zu vergleichen.
Fast viereinhalb Jahre nach Beginn der russischen Offensive in der Ukraine gibt es weiterhin keine konkreten Aussichten auf ein Ende der Kämpfe. Beide Seite verstärkten zuletzt ihre Luftangriffe. Dabei führt die ukrainische Armee zunehmend auch Angriffe tief im russischen Staatsgebiet aus. Kiew will mit den Angriffen Moskau zurück an den Verhandlungstisch zwingen.
