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Auch der „Neandertaler“ verliert: Schock in Frankfurt: Eckerlin unterliegt und fordert Jungwirth

Dr. Heinrich KrämerVon Dr. Heinrich KrämerSeptember 26, 2026Keine Kommentare6 Minuten Lesezeit
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Auch der „Neandertaler“ verliert

Schock in Frankfurt: Eckerlin unterliegt und fordert Jungwirth

Für rund 58.000 Menschen wird das Frankfurter Waldstadion zur großen MMA-Show. Oktagon 94 setzt wieder neue Maßstäbe und liefert ein Käfig-Spektakel. Was hängenbleibt: Siege der neuen Generation, ein „Neandertaler“ am Boden und ein überraschender Rücktritt. 

Der MMA-Sport in Deutschland erlebt einen weiteren Meilenstein: Zwar verliert Christian Eckerlin seinen Kampf im Main Event, Max Coga liefert dafür eine Schlacht bei Oktagon 94 aus dem Frankfurter Waldstadion und beendet seine Karrieren. Er lässt aber auch ein Hintertürchen offen.

Eckerlin stand im Hauptkampf des Abends und bekam es mit David Kozma zu tun. Der Frankfurter tänzelte die erste Minute und arbeitete mit dem Jab, ehe der Tscheche einen Takedown durchbringen konnte. Ab hier kontrollierte Kozma minutenlang das Geschehen und brachte aus der Oberlage kurze Schläge an. Als sich Eckerlin wenige Sekunden vor Schluss rausdrehen wollte, konnte Kozma einen Würgegriff anbringen. Eckerlin klopfte zwei Sekunden vor Schluss ab – und verlor dadurch den Kampf. 

„Das habe ich mir anders vorgestellt“, sagte Eckerlin nach dem Kampf. „Mir fehlen gerade die Worte.“ Der 39-Jährige forderte im Anschluss Christian Jungwirth heraus. „Ich brauche eine Pause, weil ich viele kleine Verletzungen und dann soll die Gurke kommen.“ Eckerlin hatte sich lange nicht zu einem möglichen Rematch mit dem Stuttgarter geäußert, den er bereits 2024 nach Punkten geschlagen hatte.

Oktagon 94 im Frankfurter Stadion …

Im zweiten Hauptkampf des Abends kam es zum Duell zwischen Frankfurt und Stuttgart: Max Coga traf als Lokalmatador auf Christian Jungwirth. Es entwickelte sich ein dynamischer Kampf der später zur Schlacht mutierte. Zunächst landete Coga einen Niederschlag durch einen linken Haken. Vor allem durch sein Volumen punktete er Jungwirth mit vielen kleinen Treffern aus.

coga vs jungwirth (11 of 11)
Max Coga reckt die Hand gen Himmel. (Foto: Oktagon MMA)

In Runde zwei hatte Coga zwar wieder mehr Treffer auf seiner Seite, sein Stuttgarter Gegner landete aber ebenfalls gute Tritte zum Bein des Frankfurter und konterte ihn mehrere Male ab. Auch Coga wackelte kurz, fing sich aber schnell wieder. In Runde drei dominierte Coga erneut und verpasst Jungwirth eine heftige Schlagsalve. Der Stuttgarter gab sich aber nicht geschlagen. Nach drei harten Runden wurde Max Coga zum Sieger nach Punkten erklärt. Der 34-Jährige legte nach dem Kampf symbolisch einen seiner Handschuhe nieder, da er noch nicht wisse, ob es mit seiner Karriere weitergeht, wie er im Interview betonte.

Kämpfer aus Kassel jubelt zu früh

Mit Michael Obodozie sollte ein Kämpfer aus Kassel den Auftakt im Deutsche Bank Park machen. Sein Gegner war der Pole Oskar Staszczak. Und viel Zeit wollte sich der hessische Fighter nicht lassen. Bereits nach 30 Sekunden landete der 22-Jährige eine knackige Links-Rechts-Kombination. Dann wurde es kurios: Sein polnischer Gegner ging zu Boden, Obodozie drehte jubelnd ab und kletterte zum Feiern auf den Zaun – dabei war der Kampf noch gar nicht beendet. Staszczak richtete sich auf und blickte ebenso fragend wie der Referee zu Kasseler, der dann realisierte, dass es weitergeht. Erneut brauchte Obodozie nur wenige Sekunden, um Staszczak erneut anzuklingeln und niederzuschlagen – dieses Mal jubelte er zu Recht. Er siegte durch technischen Knockout.

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Michael Obodozie (r.) machte gegen Oskar Staszczak kurzen Prozess – brauchte aber zwei Anläufe.

Mit Raul Lemberanskij stand im zweiten Kampf des Abends der erste Lokalmatador im Cage. Das 24-jährige Talent aus Frankfurt hatte alle seine neun bisherigen MMA-Kämpfe gewonnen. Gegen den Slowaken Roman Paulus setzte er vor allem auf Volumen. Viele kleine Treffer, viele schnelle Bewegungen, um den Schlägen des Slowaken aus dem Weg zu gehen. Das war das Erfolgsrezept, um in Runde eins die Punktrichter zu überzeugen. In der zweiten Runde setzte Lemberanskij auf seinen Fähigkeiten im Clinch um raubte seinem etwas größeren Gegner den Reichweitenvorteil. Der Frankfurter dominierte das Geschehen und landete vereinzelte Treffer, doch auch Paulus hatte einige gute Aktionen in dieser Runde. In der Runde beförderte Lemberanskij seinen Gegner zu Boden punktete ihn locker aus. Sieg für den Frankfurter nach drei souveränen Runden. 

Video poster

Diese zwei Frankfurter Kämpfer teilen wirklich alles

Im Weltergewicht bekam es der Düsseldorfer Tamerlan Dulatov mit Nikola Jankovic zu tun. Dulatov gilt als Schnellstarter und auch gegen den Kroaten ließ er nichts anbrennen. Jankovic stürmte auf ihn los und clinchte am Zaun. Dulatov ließ sich runterringen, setzte dann aber direkt einen Aufgabegriff an. Der Triangle Choke saß eng und der Kroate klopfte ab.

Im Anschluss forderte Dulatov den tschechischen Kämpfer Andrej Kalasnik heraus. Er wolle im Dezember in Dortmund kämpfen und einen weiteren Sieg einfahren.

Dulatov vs Jankovic (4 of 11)
Tamerlan Dulatov siegte in unter einer Minute.

Für Jaime Cordero sollte Robert Pukac ein echter Härtetest werden. Der Bremer hatte sich wohl vorgenommen, mit offenem Visier zu kämpfen. Und der Plan ging auf: Für jeden Schlag den Cordero kassierte, teilte er zwei aus. Dazu setzte er Legkicks an, die Pukac ordentlich durchschüttelten.

Cordero ging ein unglaubliches Tempo und trieb seinen Gegner vor sich her. Eine krachende Eins-Zwei-Kombination brach Pukac den Orbitalknochen unter dem Auge. Der „Prinz von Bratislava“ ging zu Boden. Cordero, der „König des Nordens“ jubelte.

Pistolero mit den harten Händen

Das Duell zwischen Deniz „El Pistolero“ Ilbay aus Köln und Hugo Vach aus Hannover hatte eine kleine Vorgeschichte. Vach hatte Ilbay als „okayen Boxer“ bezeichnet und sich in allen Bereichen vorne gesehen. In der ersten Runde bestimmte aber Ilbay das Tempo und war mit guten Kombinationen gefährlich, die Vach aber noch blocken konnte.

Dann ging plötzlich rund um den Käfig das Licht aus. Minutenlang war es dunkel und die Kämpfer mussten warten. Als der Strom wieder da war, zeigte sich Ilbay wieder druckvoll. Er klingelte Vach mit einem Haken an und setzte nach. Der Hannoveraner kam wieder hoch um sich eine rechte Gerade einzufangen – nach der er k.o. ging. „Wenn ich treffe, geht das Licht aus“, sagt Ilbay nach dem Kampf. Er habe Chaos im Käfig anrichten wollen, weil er gewusst habe, dass Vach damit nicht klarkommen.

vach ilbay (1 of 11)
Deniz Ilbay (r.) siegt durch Knockout. (Foto: Oktagon MMA)

Fedor Duric und Marc Diakiese lieferten sich ein Duell auf Weltklasseniveau. Der Frankfurter Jungstar und sein UFC-erfahrener Gegner schenkten sich nichts, doch vor allem Duric hatte immer die besseren Ideen. Zwar landete in den ersten Sekunden in einem Choke des Engländers, doch da kämpfte er sich raus und landete Treffer im Stand.

In der zweiten und dritten Runde bestimmte Duric das Tempo, rang Diakiese immer dann zu Boden, wenn er Morgenluft schnupperte und seinen Rhythmus finden wollte. Nach Punkten siegte schließlich der 22.-jährige Frankfurter und widmete seinen Sieg seinem verstorbenen Trainer.

Dass Frederic „Neandertaler“ Vosgröne ein Spezialist am Boden ist, wusste auch Karlos „Terminator“ Vemola. Die tschechische MMA-Legende konnte den ersten Takedownversuch des deutschen Kult-Kämpfers abwehren und hatte selbst lange die Kontrolle am Boden. Vosgröne versuchte aus der Rückenlage Aufgabegriffe anzubringen, das gelang in den ersten fünf Minuten aber nicht.

In der zweiten Runde drückte erneut Vemola aufs Tempo. Er clinchte mit Vosgröne am Käfigzaun und landere viele Treffer. Blutüberströmt versuchte er sich zu befreien, es gelang ihm aber nicht. Vemola rang dann wenige Sekunden vor Schluss seinen deutschen Kontrahenten zu Boden und ließ einen Schlaghagel folgen. Vosgröne nahm die Deckung hoch, kassierte aber viele Treffer. Der Ringrichter ging dazwischen, Vemola siegte durch technischen Knockout.

Verwendete Quellen: ntv.de, mba

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Dr. Heinrich Krämer
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