Auch in Neapel zu spürenHeftiges Erdbeben erschüttert Gegend unweit des Vesuvs
In der Region um Neapel bebt die Erde – so stark wie seit Jahrzehnten nicht. Viele Menschen rennen verängstigt aus ihren Häusern, einige Gebäude werden beschädigt. Verletzte scheint es aber nicht zu geben.
Das Gebiet rund um die süditalienische Großstadt Neapel ist von einem starken Erdbeben erschüttert worden. Das Nationale Institut für Geophysik und Vulkanologie gab die Stärke mit 4,7 an. Das Epizentrum wurde in den Phlegräischen Feldern, einem dicht besiedelten Vulkanfeld etwa 20 Kilometer westlich des Vesuvs, verortet. Aus einigen Gegenden gab es Berichte über Schäden und Leichtverletzte.
Italienische Medien berichteten, es habe sich um das stärkste Beben in der Region seit rund 40 Jahren gehandelt. Die Nachrichtenagentur Ansa meldete, es sei das stärkste Beben seit die Aktivität des Bradyseismus wieder zugenommen hat. Dabei handelt es sich um Hebungen und Senkungen des Bodens, die in den Phlegräischen Feldern seit längerer Zeit beobachtet werden.
Das Erdbeben wurde gegen 19.46 Uhr registriert. Die Erschütterung war vor allem rund um die Phlegräischen Felder deutlich zu spüren, aber auch in Neapel sowie auf den Inseln Ischia und Procida. Viele Menschen hätten ihre Häuser verängstigt verlassen und seien auf die Straße gelaufen, berichteten Medien. Eine Stunde später schreckte ein Nachbeben der Stärke 2,6 die Menschen auf.
Bei der Feuerwehr gingen nach eigenen Angaben mehrere Meldungen über Stromausfälle sowie steckengebliebene Aufzüge ein. Bislang wurden der Einsatzzentrale der Einsturz der Fassade eines Gebäudes in Pozzuoli gemeldet sowie heruntergefallene Gesimse und Putzteile in anderen Gegenden. Auf Bildern sind auch zerstörte Autos zu sehen. Menschen wurden jedoch nicht verletzt, wie es von der Feuerwehr hieß.
Die Phlegräischen Felder – ein Gebiet mit hoher vulkanischer Aktivität – werden seit geraumer Zeit von zahlreichen kleinen sowie teils auch stärkeren Erdbeben heimgesucht. Sie sind Europas größter aktiver Supervulkan. Supervulkane zeichnen sich durch eine besonders große Magmakammer und enorme Gewalt aus: Anders als normale Vulkane explodieren Supervulkane regelrecht.
