Auch Messi trauert mit
Tod nach Foul: Mordkommission ermittelt wegen Fußballer de Miguel
Der tragische Tod des spanischen Fußballers Jésus de Miguel hat nun auch juristische Folgen, die Mordkommission der Nationalpolizei von Teneriffa ermittelt. Derweil bekunden etliche Stars um Messi und Mbappé ihre Trauer.
Die spanische Polizei hat nach dem tragischen Tod des Fußballers Jésus de Miguel Ermittlungen eingeleitet. Die Mordkommission der Nationalpolizei von Santa Cruz de Tenerife werde die Umstände des Todes des Spielers vom Zweitligisten CD Teneriffa untersuchen, hieß es in einer Mitteilung. De Miguel war am Morgen an den Folgen eines heftigen Zusammenpralls im Spiel des Klubs von der Kanareninsel gegen den FC Andorra im Krankenhaus verstorben.
In den Ermittlungen gehe es nun darum, was genau in der Spielszene geschah, nach der der Fußballer in die Klinik eingeliefert wurde. Der Nachrichtenagentur AP zufolge wird wegen möglichen fahrlässigen Totschlags ermittelt. De Miguel war am Montag in der 7. Minute der Nachspielzeit mit dem gegnerischen Torhüter Jesus Owono kollidiert. Owono sah die Rote Karte, das Spiel wurde unter Tränen von Mitspielern abgebrochen. Medienberichten zufolge erlitt de Miguel im Krankenwagen auf dem Weg zur Klinik einen Herzstillstand und wurde von Rettungssanitätern wiederbelebt.
Der leitende Staatsanwalt von Santa Cruz de Tenerife, José Luis Sánchez-Jáuregui, erklärte derweil, er halte es für „sehr unwahrscheinlich“, dass wegen des Todes von de Miguel ein Strafverfahren eingeleitet wird, da die Kollision im Rahmen einer Spielsituation erfolgte und man abwarten müsse, zu welchem Ergebnis der Sportdisziplinarausschuss gelangt. Gegenüber der spanischen Nachrichtenagentur EFE teilt er mit, dass eine seit langem bestehende Rechtsprechung des Obersten Gerichtshofs besagt, dass Verletzungen im Sport in Spanien nicht strafbar sind.
Staatsanwalt glaubt nicht an Strafverfahren
Sollte die Familie des verstorbenen Spielers mit den Schlussfolgerungen der Ermittlungen nicht einverstanden sein, könnte sie laut Sánchez-Jáuregui Anzeige wegen mutmaßlicher Körperverletzung mit Todesfolge erstatten, was eine Untersuchung nach sich ziehen würde. Der leitende Staatsanwalt betonte jedoch, dass dies kaum über die Einstufung als fahrlässige Tötung mit geringem Verschulden hinausgehen würde.
Am Montagabend hatte Teneriffa noch geschrieben, de Miguel befinde sich trotz erheblicher Verletzungen im Kopf- und Brustbereich in einem „stabilen Zustand“, über Nacht habe sich die Verfassung dann aber „verschlechtert“. Teneriffa gab den Tod am Morgen bekannt und bat „um größtmögliche Achtung“ der Privatsphäre der Familie „in dieser schweren Zeit“.
Vor dem Heliodoro Rodriguez Lopez Stadion in Teneriffa legten daraufhin Trauernde Blumen nieder. Etliche Fußballstars nahmen in den sozialen Medien Abschied und veröffentlichten Trauerbekundungen. „Mir fehlen die Worte“, schrieb etwa der Argentinier Lionel Messi. „Mein Beileid und viel Kraft für seine gesamte Familie und seine Freunde. Ruhe in Frieden.“ Real Madrids Stürmer Kylian Mbappé meldete sich einer Botschaft der Bestürzung: „Große Trauer, mir fehlen die Worte. Ruhe in Frieden.“
Verwendete Quellen: ntv.de, dbe
