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Startseite»Nachrichten»„Auf keinen Fall …“: Schweinsteiger und ARD wehren sich gegen Rassismus-Vorwurf
Nachrichten

„Auf keinen Fall …“: Schweinsteiger und ARD wehren sich gegen Rassismus-Vorwurf

Dr. Heinrich KrämerVon Dr. Heinrich KrämerJuni 26, 2026Keine Kommentare3 Minuten Lesezeit
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„Auf keinen Fall …“

Schweinsteiger und ARD wehren sich gegen Rassismus-Vorwurf

26.06.2026 | 17:45 Uhr

Mit Äußerungen über den Spielstil der Elfenbeinküste löst TV-Experte Bastian Schweinsteiger bei der WM viel Wirbel aus. Der Trainer der Ivorer wirft ihm gar Rassismus vor. Jetzt wehrt sich Schweinsteiger.

Rassismus? Von ihm?! Bastian Schweinsteiger versteht die Welt nicht mehr. „Ich habe über Fußball gesprochen, nicht über Menschen. Das ist eine Fußballanalyse. Nicht mehr und nicht weniger“, sagte der ARD-Experte zu der hitzigen WM-Kontroverse, bei der er ungewollt im Mittelpunkt steht. „Auf keinen Fall wollte ich jemandem zu nahe treten“, betonte der Weltmeister von 2014.

Was war passiert? Vor dem Spiel der deutschen Nationalmannschaft gegen die Elfenbeinküste (2:1) hatte Schweinsteiger recht pauschal von einem „bisschen afrikanischen Fußball“ gesprochen und eine Analyse des DFB-Gegners abgegeben, die arg nach überholten Stereotypen roch. Besagter afrikanischer Fußball, sagte Schweinsteiger, sei „ein bisschen unorthodox“, „ein bisschen wild“ und „vielleicht auch manchmal nicht ganz so von der Taktik geprägt“. Emerse Faé, Trainer der Ivorer, unterstellte ihm daher Rassismus.

ARD-Sportkoordinator Axel Balkausky hielt dagegen, Schweinsteiger habe lediglich „seine Erfahrungen und Beobachtungen der letzten Spiele zusammengefasst. Es ging hier nicht um die Menschen, sondern um eine fußballerische Einordnung. Darin und auch in der Wortwahl kann ich keine Form von Rassismus entdecken.“ Balkausky äußerte den Wunsch nach einer Aussprache zwischen den Beteiligten.

Afrika-Experte warnt vor pauschalen Analysen

Ob Faé dazu bereit ist? Nach dem erstmaligen Einzug der Elfenbeinküste in die K.-o.-Runde der WM klang er arg enttäuscht. „Das ist traurig“, sagte er über Schweinsteigers Äußerungen. „Wir können es rassistisch nennen“, betonte er und erläuterte, dass seine Verärgerung auch daher rühre, dass er den Spieler Schweinsteiger stets verehrt habe. „Ich liebe ihn persönlich“, sagte der 42-Jährige, wegen seiner großen Zuneigung zu Schweinsteiger sei er einst sogar „Bastian“ genannt worden. „Aber als ich seine Kommentare gehört habe, war ich persönlich enttäuscht.“

Bei Frage zu Schweinsteiger bricht Klopp Interview ab

Er hoffe, dass dies „nur ein unreflektiertes und ungeschicktes Statement“ von Schweinsteiger gewesen sei, ergänzte Faé. „Ich stimme ihm nicht zu, aber ich kann nicht ändern, was er oder auch andere Leute erzählen. Ich habe es zu akzeptieren.“ Auch Gernot Rohr, Afrika-Experte und zurzeit Nationaltrainer Benins, warnte davor, den afrikanischen Fußball zu pauschal zu betrachten und zu unterschätzen. „Man hat den Eindruck, die Afrikaner werden behandelt, als wären es doch alles Entwicklungsländer im Fußball. Das hat sich aber inzwischen geändert“, sagte der 72-Jährige im Deutschlandfunk.

Der Ärger bezieht sich nicht nur auf Schweinsteiger. Bei Großturnieren kommt es immer wieder zu Experten-Aussagen, die mindestens eine gewisse Unbedarftheit offenbaren. Der frühere Bundesliga-Star Rafael van der Vaart etwa hatte in niederländischen Fernsehen zuvor bereits heftige Kritik ausgelöst. Er hatte suggeriert, die japanischen Spieler sähen sich „alle so ähnlich“, dass es für die niederländische Defensive schwer sei, den Überblick zu behalten.

Es könne „jeder denken, was er möchte“, schloss Faé mit Blick auf Schweinsteigers Aussagen: „Alles, was ich tun kann, ist auf dem Platz zu zeigen, dass das afrikanische Spiel nicht nur physisch, sondern auch taktisch und technisch ist.“

Verwendete Quellen: ntv.de, mar/sid

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