Hermann Höllenreiner überlebte das Vernichtungslager Auschwitz – und floh im Alter von elf Jahren von einem der Todesmärsche. Mit 92 Jahren ist er nun gestorben.
Der Auschwitz-Überlebende Hermann Höllenreiner ist im Alter von 92 Jahren gestorben. Das teilten der Hanser Verlag in München und das Internationale Auschwitz Komitee mit. Demnach starb er am 16. Oktober im oberbayerischen Mettenheim bei Mühldorf am Inn im Kreise seiner Familie.
Höllenreiner – von seiner Familie Mano genannt – stammte aus einer großen bayerischen Sinti-Familie. Im Alter von neun Jahren wurde er deportiert. Im Januar 1945 gelang es ihm, auf einem der Todesmärsche zu fliehen. Damals war er elf Jahre alt. Neben dem Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau überlebte er auch die Lager Ravensbrück und Sachsenhausen.
„Ein großer Zeitzeuge“
„Erst spät in seinem Leben begann er zu erzählen und wurde ein großer Zeitzeuge, der von den Schrecken von Auschwitz, von den Tätern und Opfern, vor allem aber von der immer noch andauernden Diskriminierung der Sinti und Roma in Europa eindringlich berichtete“, würdigte Christoph Heubner, der Exekutiv-Vizepräsident des Internationalen Auschwitz Komitees, den Verstorbenen. Höllenreiner wurde 2013 mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet.
