In Brüssel hat die Polizei Tränengas gegen Teilnehmer von Studentenprotesten eingesetzt. Demonstranten hatten zuvor mit Flaschen und Feuerwerkskörpern geworfen. Belgiens Innenministerium sprach von „organisierter Gewalt“.
Bei Protesten gegen höhere Studiengebühren ist es in der belgischen Hauptstadt Brüssel zu Ausschreitungen gekommen. Mehrere Hundert, überwiegend junge Menschen versammelten sich im Stadtzentrum, viele von ihnen waren maskiert. Die Polizei setzte Tränengas und Wasserwerfer gegen Demonstranten ein, die Flaschen, Feuerwerkskörper und andere Gegenstände warfen. Laut Polizei wurden etwa zehn Menschen festgenommen.
Belgiens Innenminister Bernard Quintin schrieb auf der Plattform X, es würden alle notwendigen Mittel eingesetzt, um die Ordnung wiederherzustellen. Was sich derzeit in Brüssel abspiele, sei kein bloßer Protest mehr.
Zu Zusammenstößen kam es auch in Lüttich. In der Stadt im Osten Belgiens setzte die Polizei Wasserwerfer ein, um kleinere Gruppen von Demonstranten aufzulösen. Bereits vor zehn Tagen waren dort Demonstranten und Einsatzkräfte aneinandergeraten.
Innenministerium spricht von „organisierter Gewalt“
Aufgerufen zu den Kundgebungen hatten Studentengruppen. Der Protest sollte sich unter anderem gegen steigende Bildungskosten und Reformen richten, die den Zugang zu Hochschulen erschweren könnten. Das Innenministerium machte für die Unruhen „organisierte Gewalt“ verantwortlich.
Die Proteste in Belgien wurden teilweise durch ähnliche Demonstrationen im Nachbarland Frankreich ausgelöst. Dort hatten sich Kundgebungen zunächst gegen die Finanzierung und die Bedingungen an Schulen gerichtet. Inzwischen haben sie sich zu einer breiteren Bewegung ausgeweitet, bei der es auch um soziale Ungleichheit, öffentliche Ausgaben und den allgemeinen Lebensstandard geht.
