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Startseite»Politik»Auswärtiges Amt weitet Reisewarnung auf ganz Russland aus
Politik

Auswärtiges Amt weitet Reisewarnung auf ganz Russland aus

Dr. Heinrich KrämerVon Dr. Heinrich KrämerJuli 1, 2026Keine Kommentare3 Minuten Lesezeit
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Stand: 01.07.2026 • 14:45 Uhr

Die Ukraine hat ihre Drohnenangriffe auf Russland ausgeweitet, auch auf Moskau oder St. Petersburg. Das Auswärtige Amt verschärft deshalb seine Reisewarnung – und es warnt vor der Gefahr willkürlicher Festnahmen durch russische Behörden.

Das Auswärtige Amt hat seine Reisewarnung für Russland verschärft. Ein Grund sind die zunehmenden ukrainischen Drohnenangriffe auch auf Ziele im Landesinneren.

Ausdrücklich gewarnt wird jetzt vor Reisen im ganzen Land. Bisher galt dies nur für Gebiete, die an die Ukraine angrenzen. Inzwischen sei aber in ganz Russland mit „erheblicher Gefährdung“ durch Drohnen beziehungsweise durch Trümmerteile abgeschossener Drohnen zu rechnen.

Die Ukraine verteidigt sich seit mehr als vier Jahren gegen den russischen Angriffskrieg – auch indem sie militärisch relevante Infrastruktur in Russland angreift. Das ukrainische Militär hatte seine Drohnenangriffe auf Russland zuletzt massiv ausgeweitet und dabei auch Ölraffinerien, Industrieanlagen und Militäreinrichtungen tief im russischen Hinterland getroffen.

„Angriffe auf den Zugverkehr nicht ausgeschlossen“

Auch das Stadtgebiet und die weitere Umgebung von Moskau und die Umgebung von St. Petersburg seien verstärkt Ziel massiver Drohnenangriffe, heißt es in der Reisewarnung des Auswärtigen Amtes.

Wegen der Beschädigungen russischer Raffinerien komme es zudem zu Engpässen in der Kraftstoffversorgung. Außerdem könnten „Angriffe auf das öffentliche Verkehrsnetz, insbesondere den Zugverkehr, nicht ausgeschlossen werden“, heißt es in der Reisewarnung weiter.

Warnung vor Gefahr willkürlicher Verhaftungen

Ausdrücklich warnt das Auswärtige Amt auch vor der Gefahr willkürlicher Festnahmen durch russische Behörden. Verhaftungen und Verurteilungen könnten „jederzeit, auch aufgrund konstruierter Vorwände, erfolgen“. Diese könnten als politisches Druckmittel dienen. Strafrechtliche Vorschriften seien „zum Teil bewusst vage formuliert und können alltägliche Verhaltensweisen erfassen, die in Deutschland nicht strafbewehrt sind“.

Als ein Beispiel nennt das Auswärtige Amt kritische Äußerungen in Sozialen Medien oder „LGBTQI-Inhalte“ auf dem Handy. Diese könnten gegen die Betroffenen verwendet werden.

Bei dieser Warnung betont das Auswärtige Amt, dass das Risiko gerade auch für Doppelstaatler hoch sei – also für Menschen die sowohl einen deutschen als auch einen russischen Pass haben.

Angriffe 1.300 Kilometer von der Front entfernt

Unterdessen teilte der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj mit, dass das Militär erneut Ziele tief in Russland angegriffen habe. So sei eine Ölraffinerie im russischen Ufa attackiert worden. Die Anlage liegt mehr als 1.300 Kilometer von der Front entfernt.

Zudem habe es am frühen Morgen einen Angriff auf eine strategisch wichtige Anlage in der Region Pensa gegeben. Dort würden Komponenten für Raketenwaffen hergestellt, die Russland bei seinen Angriffen auf die Ukraine einsetze. Die attackierte Anlage liege rund 600 Kilometer von der Front entfernt.

Russland beschießt Tankstellen in der Ukraine

Russland hat wiederum in der Nacht im ukrainischen Gebiet Dnipropetrowsk fünf Tankstellen getroffen. Das teilte der Gouverneur des Gebiets auf Telegram mit.

Außerdem wurden Angriffe auf Tankstellen aus dem nördlichen Gebiet Sumy gemeldet. Seit April gab es bereits mehr als 140 solcher Attacken.

Konfliktparteien als Quelle

Angaben zu Kriegsverlauf, Beschuss und Opfern durch offizielle Stellen der russischen und der ukrainischen Konfliktparteien können in der aktuellen Lage nicht unmittelbar von unabhängiger Stelle überprüft werden.

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