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Politik

Berlin und Paris stoppen Kampfjet-Projekt FCAS

Dr. Heinrich KrämerVon Dr. Heinrich KrämerJuni 8, 2026Keine Kommentare2 Minuten Lesezeit
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Stand: 08.06.2026 • 17:51 Uhr

Kanzler Merz und der französische Präsident Macron haben laut Regierungskreisen das gemeinsame Kampfflugzeug-Projekt FCAS beendet. Die Unternehmen Dassault und Airbus hätten sich nicht einigen können.

Nach jahrelangen Vorbereitungen ist das milliardenschwere Rüstungsprojekt eines deutsch-französischen Kampfjets gescheitert. Bundeskanzler Friedrich Merz und der französische Präsident Emmanuel Macron seien zu der Einschätzung gekommen, dass die Unternehmen Dassault und Airbus beim Bau eines gemeinsamen Kampfflugzeuges nicht zusammenfänden, hieß es aus Regierungskreisen in Berlin.

Merz habe Macron daher nahegelegt, den Bau des Kampfflugzeugs nicht weiterzuverfolgen. Weitergeführt werden solle aber die gemeinsame Vernetzung von unterschiedlichen Waffensystemen, Plattformen oder Sensoren in einer sogenannten „Combat Cloud“.

Der „eigentliche Kern von FCAS“ solle als „europäisches System der Systeme fortgeführt werden“, hieß es aus der Bundesregierung. Dieses sei „gewissermaßen das Nervensystem, das Flugzeuge, Drohnen und andere Bestandteile zu einem integrierten Ganzen vernetzt“.

Beim deutsch-französischen Ministerrat im Juli sollten beide Verteidigungsministerien einen „gemeinsamen, zeitgemäßen Arbeitsplan zur verteidigungsindustriellen Zusammenarbeit formulieren – konzentriert auf wenige realistische, relevante Vorhaben“. Das sogenannte Future Combat Air System – FCAS – ist damit nicht vollständig vom Tisch.

Projekt von Merkel und Macron

Den Startschuss für das prestigeträchtige Projekt hatten die damalige Kanzlerin Angela Merkel und Macron im Juli 2017 gegeben. Die Vorstellungen von den Fähigkeiten eines Kampfjets bei Airbus und Dassault gingen zuletzt aber weit auseinander. Dassault hatte nach Ansicht der Deutschen einen übergroßen Teil am Projekt sowie die Führung beansprucht. Eine Entscheidung über das milliardenschwere Luftkampfsystem war bereits mehrfach verschoben worden.

Für Deutschland und Frankreich, die sich gerne als Motor Europas darstellen, ist es eine herbe Schlappe. Schon seit Jahren pocht Macron auf europäische Souveränität und gemeinsame Rüstungsvorhaben. Dass nun mit einem der engsten Partner das bislang ambitionierteste europäische Rüstungsprojekt an industriepolitischen Unstimmigkeiten scheitert, entspricht nicht dem Signal der Geschlossenheit, das er gerne senden möchte. Es ist auch ein ganz persönliches Scheitern für ihn als Mitinitiator des Projekts.

Weitere Informationen in Kürze.

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