Gut 450 Millionen Menschen leben in den 27 Staaten, die derzeit zur EU gehören. Viel mehr werden es auch nicht – im Gegenteil: Eine Studie prognostiziert einen massiven Rückgang. Und die Europäer werden im Schnitt deutlich älter.
Die Bevölkerung in der Europäischen Union wird einer Studie zufolge im Jahr 2029 ihren Höchststand erreichen – bevor sie dann über Jahrzehnte abnehmen wird.
Der Demografiebericht des Wissenschaftszentrums der EU-Kommission geht davon aus, dass die Bevölkerungzahl der EU von heute 450,6 Millionen Menschen bis 2029 auf 453,3 Millionen Menschen ansteigen wird, um dann bis 2100 auf 398,8 Millionen zu sinken.
„Erheblichen Herausforderungen“ durch Alterung
Als große Herausforderung sehen die Wissenschaftler eine zunehmend älter werdende Gesellschaft. Der Prognose zufolge würde die Bevölkerungszahl im Jahr 2100 ungefähr der in den 1970er-Jahren entsprechen. Gleichzeitig wird erwartet, dass die Lebenserwartung von durchschnittlich 81,5 Jahren im Jahr 2024 bis 2100 auf 90 Jahre für Frauen und 86 Jahre für Männer steigt.
Das bedeutet: Bis 2050 wird ein Drittel der Menschen in der EU 65 Jahre oder älter sein. Heute sind es rund 20 Prozent. Die EU-Kommission sprach angesichts der Prognosen von „erheblichen Herausforderungen“, darunter Fachkräftemangel, angespannte Haushaltslagen sowie erhöhter Druck auf Pflege- und Bildungssysteme.
Besonders hohes Durchschnittsalter in Italien
Dabei ist die Altersstruktur in den einzelnen Mitgliedsstaaten recht unterschiedlich. Besonders hoch ist das Durchschnittsalter derzeit in Bulgarien, Griechenland und Portugal – und vor allem in Italien mit einem Median (ein statischer Mittelwert) von 49,1 Jahren. Deutschland liegt im oberen Mittelfeld.
Vergleichsweise jung ist die Bevölkerung laut den Daten in Irland mit einem Median von 39,6 Jahren. In der gesamten EU lag das Medianalter Anfang 2025 bei 44,9 Jahren. Bis zum Ende des Jahrhunderts wird es in der EU laut der Berechnung auf 51,5 Jahre steigen.
„Wir müssen jetzt handeln“
Der demographische Wandel verändere „unsere Gesellschaften, unsere Volkswirtschaften und unsere Arbeitsmärkte“, erklärte die zuständige EU-Kommissarin Dubravka Suica. „Wir müssen jetzt handeln, um diesen Wandel in eine Chance zu verwandeln.“
Der EU zufolge müssen die Mitgliedstaaten ihre Produktivität erhöhen und die Arbeitslosigkeit senken, um die Auswirkungen einer schrumpfenden Erwerbsbevölkerung auszugleichen.
Acht Millionen ohne Arbeit
Derzeit befinden sich dem Bericht zufolge rund 20 Prozent der Europäer im erwerbsfähigem Alter außerhalb der Erwerbsbevölkerung. Demnach sind rund acht Millionen Europäerinnen und Europäer weder beschäftigt, noch besuchen sie eine Schule oder befinden sich in der Ausbildung.
Den Wissenschaftlern zufolge können einige Effekte des demographischen Wandels durch Einwanderung abgeschwächt werden. Die Auswirkung könne allerdings die Probleme einer alternden Gesellschaft „nicht vollständig“ beheben.
Die Berechnungen in dem Demografiebericht – auch die Zahlen für zurückliegende Jahre – beziehen sich auf die 27 Staaten, die heute zur EU gehören.
