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Dachdecker oder Schornsteinfeger: Handwerkspräsident berichtet von Zulauf bei Azubis

Dr. Heinrich KrämerVon Dr. Heinrich KrämerMai 17, 2026Keine Kommentare3 Minuten Lesezeit
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Dachdecker oder SchornsteinfegerHandwerkspräsident berichtet von Zulauf bei Azubis

Schornsteinfeger gelten als Glücksbringer. Auch bei jungen Leuten wächst die Beliebtheit des Berufs. (Foto: picture alliance/dpa)

Während viele Wirtschaftsbereiche um ihren Nachwuchs fürchten, freut sich das Handwerk über wachsende Beliebtheit bei Ausbildungsverträgen. Handwerkspräsident Dittrich mahnt die Politik, akademische und berufliche Bildung gleichwertig zu behandeln.

Der Präsident des Zentralverbands des Deutschen Handwerks (ZDH), Jörg Dittrich, sieht das Handwerk trotz des demografischen Wandels bei der Ausbildung auf einem vergleichsweise stabilen Kurs. Anders als in vielen anderen Wirtschaftsbereichen verzeichne das Handwerk seit drei Jahren leicht steigende Zahlen bei neuen Ausbildungsverträgen. „Vor allem die Berufe des sozialen Miteinanders und solche der Transformation entwickeln sich mittelfristig positiv“, sagte Dittrich den Funke-Zeitungen. Beispielhaft nannte er Berufe wie Elektroniker, Dachdecker, Schornsteinfeger oder Anlagenmechaniker für Sanitär, Heizung und Klima.

Damit sich dieser Trend fortsetze, fordert Dittrich ein gesellschaftliches und politisches Umdenken bei der Bewertung beruflicher Bildung. „Wohlstand kann nicht nur über Abitur und Studium erreicht werden, sondern auch über berufliche Bildung“, sagte der Handwerkspräsident. Nötig sei „das klare politische Bekenntnis zur gleichwertigen Betrachtung von akademischer und beruflicher Bildung“. Dieses müsse auch rechtlich abgesichert werden. Deshalb fordere das Handwerk weiterhin ein Qualifikationsrahmengesetz.

Zugleich mahnte Dittrich deutlich höhere Investitionen in die Bildungsstätten des Handwerks an. „Der Sanierungsstau bei den Bildungszentren des Handwerks liegt inzwischen bei mehr als vier Milliarden Euro“, sagte er. Die Förderung müsse verlässlich erhöht werden, wie es im Koalitionsvertrag vereinbart worden sei. „Denn wir stehen im Wettbewerb mit den Hightech-Hörsälen der Universitäten: Da können wir nicht mit einer Werkstatt antreten, die ausgestattet ist wie in den 70er-Jahren des vorherigen Jahrhunderts.“

„Da geht mir der Bluthochdruck durch die Decke“

Grundsätzlich sieht Dittrich das Handwerk dennoch gut positioniert. „Insgesamt spricht der Trend für das Handwerk. Und immer noch gilt: Wer Sicherheit und Sinnstiftendes will, sollte ins Handwerk gehen“, sagte er. Zugleich betonte der ZDH-Präsident, dass die Ausbildung attraktiver werden müsse. Berufe veränderten sich ebenso wie die Erwartungen junger Menschen. „Deshalb muss man ständig daran arbeiten, das beste Ergebnis hinzubekommen. Das ist ein permanenter Wettbewerb.“

Scharfe Kritik übte Dittrich an Ausbildungsplatzumlagen wie sie bereits in Bremen existieren und in Berlin geplant sind. Dabei sollen Betriebe zahlen, die nicht ausbilden. „Da geht mir der Bluthochdruck durch die Decke“, sagte Dittrich. Er kritisierte, dass damit auch Unternehmen belastet würden, die trotz Ausbildungsbereitschaft keine Bewerber fänden.

Zugleich verwies Dittrich auf die hohe Ausbildungsleistung des Handwerks. „Etwa jede dritte Ausbildung bundesweit wird im Handwerk absolviert, knapp 30 Prozent, und das, wo das Handwerk etwas mehr als 12 Prozent aller Beschäftigten bundesweit hat“, sagte er. „Eine großartige überproportionale Leistung des Handwerks.“ Deshalb sei es aus seiner Sicht nicht nachvollziehbar, warum gerade das Handwerk zusätzlich belastet werden solle. „Das halte ich für völlig falsch und bin echt empört.“

Quelle: ntv.de, mau

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