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DAX kaum verändert erwartet | tagesschau.de

Dr. Heinrich KrämerVon Dr. Heinrich KrämerJuli 10, 2026Keine Kommentare4 Minuten Lesezeit
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Marktbericht

Stand: 10.07.2026 • 07:44 Uhr

Trotz weiterer US-Angriffe auf den Iran: Unter der Führung von Chip-Aktien zogen die Märkte in New York und Asien in der Nacht an. Der DAX kann davon aber nicht wirklich profitieren.

Die Tech-Rally sowohl in New York als auch in Asien hält den DAX zwar über 25.000 Punkten – zu mehr reicht es aber wohl nicht. Denn die großen Protagonisten der KI-Rally sitzen nun mal in New York und Asien, der DAX kann da nicht mithalten.

In ersten Berechnungen wird der deutsche Leitindex trotz guter internationaler Vorgaben kaum verändert erwartet. Gestern hatte der DAX bei 25.118 Zählern um 0,89 Prozent höher geschlossen.

Zwar gingen in der Nacht die US-Angriffe gegen den Iran den zweiten Tag in Folge weiter, die Anleger zeigen sich aber nicht wirklich beeindruckt. Eine Einigung der Konfliktparteien scheint an der Börse weiter das bevorzugte Szenario zu sein. Denn trotz aller Angriffe arbeiten Washington und Teheran laut der US-Regierung weiter an einer diplomatischen Lösung des Konflikts.

„Die Vereinigten Staaten setzen sich weiterhin für eine Lösung ein, und die technischen Gespräche laufen weiter“, sagte ein Regierungsbeamter der Deutschen Presse-Agentur.

Vor allem Chip-Aktien standen in Asien und New York im Fokus und trieben in der Nacht die großen Indizes – die Dynamik der KI-Bewegung blieb damit ungebrochen. Geopolitische Sorgen rückten in den Hintergrund. In Tokio gewinnt der 225 Werte umfassende Nikkei-Index rund 2,0 Prozent. Auch in Südkorea griffen Investoren zu, was den Chip-lastigen Kospi-Index um 4,0 Prozent nach oben klettern ließ.

Im Zentrum des KI-Booms stand der südkoreanische Chipkonzern SK Hynix, dessen Aktien in Seoul um 2,8 Prozent stiegen. Das Unternehmen sammelte bei seinem Börsendebüt in den USA rund 26,5 Milliarden Dollar ein. Die Papiere des heimischen Konkurrenten Samsung gewannen 3,0 Prozent.

In Japan profitierten Technologiewerte von milliardenschweren Investitionsplänen des US-Speicherchip-Herstellers Micron. Zu den größten Gewinnern im Nikkei zählten neben Chip-Werten auch der Technologie-Investor SoftBank – dessen Aktien legte um 11,3 Prozent zu.

„Die japanischen Aktien haben sich an der Rally der US-Technologiewerte orientiert“, sagte Marktanalyst Shuutarou Yasuda von Tokai Tokyo Intelligence Laboratory.

Nasdaq und Chipaktien im Fokus

Trotz zunehmender militärischer Auseinandersetzungen zwischen den Vereinigten Staaten und dem Iran haben die US-Aktienmärkte gestern Kursgewinne verzeichnet. Vor allem Papiere der Halbleiterbranche erholten sich nach der jüngsten Schwäche teils kräftig. Davon wurde der technologielastige Nasdaq 100 nach oben getrieben, der um 1,62 Prozent auf 29.727 Zähler stieg.

Der Dow Jones, der Leitindex der Standardwerte, blieb allerdings mit einem Plus von 0,27 Prozent auf 52.487 Punkte zurück. Hier bremsten vor allem die Kursverluste der Software-Aktien IBM, Microsoft und Salesforce. Der marktbreite S&P 500 legte um 0,81 Prozent auf 7.543 Zähler zu.

Die Kursverluste der Software-Entwickler führten Händler auf eine Ankündigung der Kaffeehauskette Starbucks zurück. Diese will künftig beim Einsatz betrieblicher Software stärker auf Künstliche Intelligenz setzen. Die könnte den klassischen Software-Anbietern also zur Konkurrenz werden. Die Aktien von IBM, Microsoft und Salesforce verloren bis zu zweieinhalb Prozent. Aktien von Starbucks gewannen dagegen zweieinhalb Prozent.

Auslöser der Kursgewinne war der Halbleiterhersteller Micron, dessen Aktie um 4,5 Prozent zulegte. Das Unternehmen hatte Pläne für Investitionen von mehr als 250 Milliarden Dollar in den USA bis 2035 vorgestellt, um von der hohen Nachfrage nach Speicherchips für Künstliche Intelligenz (KI) zu profitieren.

„Dies ist immer noch ein Bullenmarkt, der stark von KI angetrieben wird“, sagte der Anlagestratege Ross Mayfield von Baird.

VW macht nach der Sitzung seines Aufsichtsrates zu möglichen Einsparungen weiter keine Angaben zu möglichen Werksschließungen und Stellenabbau. Bis zu 100.000 Stellen könnten weltweit wegfallen, doppelt so viele wie bisher geplant. Vier Werken des VW-Konzerns in Deutschland droht demnach sogar die Schließung: Hannover, Emden, Zwickau und Neckarsulm.

Der Konzern selbst hat sich bisher nicht zu den Details geäußert. Sowohl Volkswagen, als auch Konkurrent BMW legen heute noch ihre Absatzzahlen für das erste Halbjahr vor.

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