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Startseite»Politik»DB Regio: 989 Übergriffe auf Zugbegleiter im ersten Halbjahr
Politik

DB Regio: 989 Übergriffe auf Zugbegleiter im ersten Halbjahr

Dr. Heinrich KrämerVon Dr. Heinrich KrämerAugust 10, 2026Keine Kommentare2 Minuten Lesezeit
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Stand: 10.08.2026 • 13:53 Uhr

Fast 990 Mal haben Mitarbeitende im Nahverkehr der Bahn im ersten Halbjahr Gewalt erlebt. Der Konzern will gegensteuern – etwa mit stichsicheren Westen und Tonaufnahmen. Auch soll es mehr Personal in Zügen geben.

Bei der Deutschen Bahn hat es im Nahverkehr im ersten Halbjahr 989 Übergriffe auf Mitarbeitende gegeben. Darunter fallen 781 Fälle von leichter Körperverletzung – zum Beispiel wurden Zugbegleiter oder Servicepersonal geschubst und bespuckt, wie die Bahntochter DB Regio mitteilte. 22 Mitarbeitende wurden demnach Opfer von schwerer Körperverletzung, beispielsweise durch Faustschläge. In 185 Fällen sei es zu versuchter Körperverletzung gekommen.

Bundesverkehrsminister Steffen Bilger (CDU) sagte, die reinen Zahlen – aber auch die Schilderungen der Bahnbeschäftigten – seien erschütternd.

Harmen van Zijderveld, Vorstandsvorsitzender der DB Regio AG, sagte: „Die Zahlen belegen, was unsere Mitarbeitenden nahezu täglich erleben: Sie werden beschimpft, bespuckt, geschlagen und getreten. Das ist umso trauriger, wenn man weiß, mit welcher Leidenschaft sie ihren Beruf ausüben und leben.“

Schutzkleidung, Bodycams und Tonaufzeichnungen

Der Konzern reagiert mit zusätzlichen Sicherheitsmaßnahmen, zum Beispiel mehr Personal in Zügen und im Kundenservice. So sollen die Kontrollen im Zug künftig von sechs bis acht Mitarbeitenden durchgeführt werden, wie es weiter hieß. Diese sollen Schutzkleidung wie stichsichere Westen erhalten. Mobile Unterstützungsgruppen sollen mit Helmen ausgestattet werden.

Zudem werden immer mehr Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Nah- und Fernverkehr mit Bodycams, also kleinen Kameras, ausgestattet. Bisher ist das Tragen freiwillig. „Wir können die gesellschaftliche Entwicklung nicht ändern, aber dafür sorgen, dass unsere Züge Orte der Sicherheit und des Respekts im öffentlichen Raum sind – für Mitarbeitende und Fahrgäste“, sagte van Zijderveld.

In einer Testphase sollen die Bodycams in der Region Rhein-Neckar-Pfalz nicht nur das Bild, sondern auch den Ton in Konfliktsituationen aufzeichnen. Das „unterstützt die Deeskalation, hilft aber auch enorm bei der Verfolgbarkeit von Straftaten“, sagte van Zijderveld. Ab Oktober wird die Technik unter Beteiligung der Hessischen Beauftragten für Datenschutz und Informationsfreiheit für zwei Monate ausprobiert. Danach soll sie bundesweit eingeführt werden.

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