Die Deutsche Lena Schätte erhält den diesjährigen Ingeborg-Bachmann-Preis. Ihr im Wettlesen vorgetragener Text über die Freundschaft zweier übergewichtiger Schülerinnen sei von „existenzieller Wucht“, hieß es in der Laudatio.
Lena Schätte hat den Ingeborg-Bachmann-Preis im österreichischen Klagenfurt gewonnen. Das teilte die Jury mit. Die Autorin aus Nordrhein-Westfalen setzte sich gegen 13 Mitbewerber durch.
Das mehrtägige Wettlesen wird seit 1977 während der Tage der deutschsprachigen Literatur veranstaltet. Die Auszeichnung der Stadt Klagenfurt ist dieses Jahr mit 30.000 Euro dotiert.
Die 32-jährige Schätte gewann das Wettlesen mit ihrem Text „Was wir tragen“, in dem sie die Freundschaft zwischen zwei übergewichtigen Hauptschülerinnen schildert, die sich als soziale Außenseiterinnen durchs Leben schlagen. Schätte erhielt auch den Publikumspreis.
Siegerin: „Es ist ein Fiebertraum“
Der Text sei von „existenzieller Wucht“, sagte Juror Thomas Strässle in seiner Laudatio. Schätte schaffe es, das Thema Ausgrenzung ohne Anklage oder Belehrung zu behandeln.
Die Autorin zeigte sich überwältigt: „Es ist ein Fiebertraum“, sagte sie in einer ersten Reaktion auf ihren Sieg. Voriges Jahr hatte Schätte es mit ihrem Roman „Das Schwarz an den Händen meines Vaters“ auf die Longlist des Deutschen Buchpreises geschafft.
Schätte stammt aus Lüdenscheid und lebt in Altena. Sie arbeitete als Psychiatriekrankenschwester, bis sie 2020 ein Studium am deutschen Literaturinstitut Leipzig begann.
Gedenken an österreichische Schriftstellerin
Zu den bisherigen Gewinnerinnen und Gewinnern des Ingeborg-Bachmann-Preises gehören Sten Nadolny, Sibylle Lewitscharoff, Uwe Tellkamp und Helga Schubert. Voriges Jahr erhielt die österreichische Sprachkünstlerin Natascha Gangl die Auszeichnung für ihren poetischen Text „DA STA“ („Der Stein“).
Der Preis wurde zum Gedenken an die österreichische Lyrikerin und Prosaschriftstellerinnen Ingeborg Bachmann gestiftet. Am 25. Juni wäre sie 100 Jahre alt geworden.
