Ob Brocken, Fichtelberg, Feldberg oder im Oberallgäu: Die Farbe weiß dominiert. Mitten im Frühling meldet sich in einigen Teilen Deutschlands der Winter zurück. Schon bald dürfte das Ganze aber Schnee von gestern sein.
Die Eisheiligen bringen in einigen Teilen Deutschlands den Winter zurück: Starke Schneefälle haben am Morgen die höheren Lagen im Oberallgäu mit einer mehrere Zentimeter dicken Schicht überzogen. Anwohner mussten ihre Fahrzeuge freiräumen, auch der Winterdienst war im Einsatz.
Die Schneefallgrenze sank in den Alpen laut Deutschem Wetterdienst auf 1.000 Meter. In höheren Lagen sind den Angaben zufolge fünf bis zehn, in Staulagen in den Allgäuer Alpen sogar um 20 Zentimeter Neuschnee möglich. Auch in den Mittelgebirgen könnten „einige Schneeflocken“ fallen. Oberhalb von 800 Metern sei im Bergland zudem Vorsicht auf den Straßen geboten, denn es könnte den DWD-Angaben zufolge Glätte durch Schneematsch geben.
Schnee auf dem Brocken und dem Fichtelberg
Ähnlich die Lage in Sachsen-Anhalt. Auf dem Brocken fiel Schnee. In den Hochlagen gab es zudem Schauer und Gewitter.
Mit schwerer Räumtechnik wird die Brockenstraße passierbar gemacht.
Deutlich spürbar war der Kälteeinbruch auch im oberen Erzgebirge: Auf dem Fichtelberg in Thüringen sank die Temperatur auf minus 1 Grad. Regen ging dort zeitweise in Schnee über und sorgte für eine winterlich angezuckerte Landschaft. Neben Schnee bildeten sich auf dem höchsten Berg Sachsens auch Eiszapfen und Raureif an Bäumen und Geländern.
Ein paar Zentimeter Schnee fielen auch im Hochsauerland und in der Eifel in Nordrhein-Westfalen und im Hochschwarzwald in Baden-Württemberg. Der Feldberg zeigte sich auf Webcams mit einer weißen Mütze. Zu Verkehrsbehinderungen kam es nach Angaben der Polizei aber bislang nicht.
Schnee liegt rund um den Feldbergturm.
„Passt zu den Eisheiligen“
Ein solcher Kälteeinbruch sei natürlich vor allem nach der Wärme des Wochenendes überraschend – aber für Mai nicht völlig außergewöhnlich, sagte ein DWD-Sprecher. Es sei „typisch, dass es auch im Mai immer mal diesen Kaltfluss-Einfluss gibt“. Polarluft komme von der Nordsee ins Land. „Das passt ja auch zu den Eisheiligen dieses Jahr.“
Nach einer alten Bauernregel gelten als Eisheilige die Tage vom 11. bis 15. Mai, an denen demnach der letzte Nachtfrost des Jahres auftreten soll. Sie beschreiben ein Wetterphänomen, bei dem nach einer warmen Phase häufig noch einmal kühle Luftmassen und Nachtfrost auftreten können. Benannt sind die Eisheiligen nach fünf Heiligen. Vor allem bei Gärtnern gilt die Faustregel, frostempfindliche Pflanzen erst nach dem 15. Mai, der sogenannten Kalten Sophie nach draußen zu pflanzen.
