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Startseite»Nachrichten»Die Matthäus-Kolumne: Gegen FC Bayern ohne Trainer: „An Lächerlichkeit kaum zu überbieten“
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Die Matthäus-Kolumne: Gegen FC Bayern ohne Trainer: „An Lächerlichkeit kaum zu überbieten“

Dr. Heinrich KrämerVon Dr. Heinrich KrämerSeptember 7, 2026Keine Kommentare5 Minuten Lesezeit
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Die Gelb-Rote Karte gegen Elversbergs Trainer Vincent Wagner geht Lothar Matthäus mächtig gegen den Strich. In seiner Kolumne fordert der Sky-Experte einen schnellen Freispruch, damit Wagner gegen den FC Bayern auf der Bank sitzt.

Die SV Elversberg ist in der Bundesliga angekommen und mit nun zwei Siegen in Folge positiver, als sich der Klub erträumt haben dürfte. Sie haben eine offensive Spielidee, Selbstvertrauen und glauben immer an sich. Sicherlich wird dieser Spielstil nicht immer so klappen wie gegen Gladbach am Samstag, aber es ist eine klare DNA zu erkennen, die so ein bisschen erinnert an die Zeiten, als Red Bull in den Fußball eingestiegen ist und ähnlich überrascht und begeistert hat.

Einer der Gründe für den Erfolg der SVE ist dabei Trainer Vincent Wagner. Ich kenne ihn persönlich nicht, aber er kommt meiner Ansicht nach sehr sympathisch rüber und so wie er sich in den Interviews gibt, so spielt auch seine Mannschaft: Erfrischend, ehrlich, offen und mit viel Begeisterung.

Wagner darf nun am Sonntag gegen den FC Bayern nach seiner Gelb-Roten Karte in Gladbach aber nicht mitwirken und das finde ich an Lächerlichkeit kaum zu überbieten. Wenn man Gerechtigkeit im Fußball möchte, dann muss man auch ein bisschen Fingerspitzengefühl haben. Kurz nach dem Halbzeitpfiff ist Wagner, beinahe schon wie eine Maus, die sich nicht erwischen lassen will, ganz ruhig und ohne Aggressivität zum Schiedsrichter geschlichen und wollte ihm einfach eine Frage stellen ohne Emotionen und dann sieht er sofort die Gelb-Rote Karte wegen Unsportlichkeit?!

Fall Wagner fast so lächerlich wie Balogun bei WM

Wenn man die DFB-Statuten so streng auslegt, müsste jeder Trainer, der die Coaching Zone verlässt oder mit dem Schiedsrichter diskutiert, die Gelbe Karte sehen. Wo kommen wir denn da hin? Statuten hin – Statuten her, man geht halt auch mal auf das Spielfeld und redet mit den Unparteiischen. Harry Kane ist der Vorzeigeprofi der Bundesliga, aber nicht der Kapitän des FC Bayern, er dürfte eigentlich nicht zum Schiedsrichter und diskutiert trotzdem ganz oft mit ihm, wie auch unzählige andere Spieler und Trainer jede Woche. Es ist Alltag, dass man mit dem Schiedsrichter auch mal über eine Entscheidung spricht und dass man nun am jungen Elversberg-Trainer ein Exempel statuiert, finde ich mehr als lächerlich. Ich finde, das kommt fast schon an die Lächerlichkeit mit der zurückgenommenen Roten Karte für Balogun bei der WM heran.

Da geht es nicht um Elversberg, den Trainer oder das Spiel gegen Bayern, sondern um das Gesamte. Wir wollen ein vernünftiges Miteinander haben und vernünftiger als Wagner kann man ja kaum zum Schiedsrichter gehen. Das war ein Vorbild, wie man versucht, mit einem Schiedsrichter ins Gespräch zu kommen. Das sind so Sachen, wo ich sage: ‚Der Fußball macht keinen Spaß‘. Bitte lasst das und lasst uns ein bisschen Spaß am Fußball haben. Wenn das DFB-Gericht ein bisschen Spielraum lässt, dann kann es für mich nur eine Entscheidung geben: Wagner muss gegen den FC Bayern auf der Trainerbank sitzen dürfen.

Schalke zeigt, wie es gegen Bayern geht

Die Münchner reisen am Samstag nach dem Unentschieden auf Schalke zum ersten Mal seit knapp zwei Jahren nicht als Tabellenführer ins Saarland. Schalke hat sich diesen Punkt verdient, das Spiel war zwar kein offensiver Augenschmaus, dafür aber eine Lehrstunde darin, wie man gegen die Bayern verteidigt und das hat Schalke mit Herz und Seele getan. Das war das einzige richtige Mittel, wie man dem FCB Punkte abluchsen kann und deswegen Glückwunsch an den Trainer und die Mannschaft, die sicherlich auch ihre Fans mit diesem kämpferischen Auftritt begeistern und neue Euphorie entfachen konnte.

Wenig Begeisterung herrscht dagegen bei den Fans von Borussia Mönchengladbach nach den beiden Auftakt-Niederlagen. Kapitän Tim Kleindienst hat früh in der Saison direkt zur Kritik an seinen eigenen Mitspielern ausgeholt und angemahnt, dass diese „weniger TikTok“ gucken sollen. Grundsätzlich hat er wahrscheinlich Recht, andererseits ist er aber jetzt auch nicht derjenige gewesen, der das Spiel umgerissen hat. Die Kritik an einzelnen Spielern vor der Kamera steht auch den Kapitänen nicht zu.

Als Kapitän kannst du dir den ein oder anderen Spieler rausnehmen, auch vor der Mannschaft bei einer Sitzung, aber nicht so in der Öffentlichkeit. Kritik ja, die Art und Weise, wie er kritisiert hat, nein. Nichtsdestotrotz sollten die Fohlen nun schnellstmöglich Spiele gewinnen, sonst könnte Eugen Polanski, der ja schon in der vergangenen Saison etwas angezählt war, möglicherweise der erste BL-Trainer in dieser Spielzeit werden, der seinen Posten räumen muss.

Fünf Favoriten auf den Henkelpott

In der Bundesliga ist somit bereits einiges passiert, am Dienstag geht nun auch wieder die Champions League los. Für mich gibt es in diesem Jahr fünf Favoriten auf den Titel: Arsenal, der FC Barcelona, Real Madrid, PSG und der FC Bayern, wobei die Real-Mannschaft noch zusammenwachsen muss – wie man gegen Betis am Wochenende gesehen hat – und deswegen noch ein Fragezeichen bekommt. Mourinho muss aus dem Team erst noch eine Einheit bilden und wenn es mit Mbappe oder Vinicius wieder Ärger gibt, muss man vielleicht auch mal einen einfach draußen lassen.

Die anderen vier Vereine gelten für mich als klare Titelanwärter, wobei aber natürlich auch Mannschaften wie Manchester City, Liverpool oder auch Atletico, die im CL-Finale ein Heimspiel hätten, nach den Sternen greifen könnten. Der BVB hat zuletzt den Charaktertest in Hoffenheim bestanden und sollte in der CL weiter kommen als im letzten Jahr, wobei das natürlich auch immer mit der Auslosung zusammenhängt.

Für Stuttgart und Leipzig wird das Mindestziel sein, in die Playoffs zu kommen. Wer wie weit genau kommt, müssen aber erst noch die nächsten Wochen zeigen, wo wir alle dann besser sehen können, welche Mannschaft sich wie einspielen konnte. Stuttgart ist da in den letzten Jahren schon etwas mehr zusammengewachsen, weshalb ich dem VfB etwas mehr zutraue als Leipzig, aber insgesamt dürften alle vier deutschen Mannschaften eine gute Chance haben, die CL-K.o.-Spiele zu erreichen.

Dieser Artikel ist zuerst bei Sky Sport erschienen.

Verwendete Quelle: ntv.de

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