Ein erster Erfolg, könnte man meinen: In der DR Kongo beginnen Ebola-Impfungen. Doch ob der eingesetzte Impfstoff auch gegen die derzeit kursierende Bundibugyo-Variante wirkt, ist offen.
Menschen versammeln sich im Freien, einige von ihnen applaudieren, eine Musikkapelle spielt. Das Ganze wirkt ein wenig wie eine Party, auf der es etwas zu feiern gibt. In der Stadt Kisangani, im Nordosten der Demokratischen Republik Kongo, sind die ersten Impfungen gegen Ebola gestartet.
Auch Gesundheitsminister Samuel-Roger Kamba ist dabei. Und da Kamba auch Arzt ist, wäscht er seine Hände, zieht dünne Handschuhe an und impft einen medizinischen Mitarbeiter in den Oberarm.
Bisher habe man mehr als 50.000 Dosen Impfstoff erhalten, sagt er später vor Publikum, „deshalb starten wir diese Impfkampagne. Wir werden uns kreisförmig zum Zentrum des Ausbruchs bewegen, also in Richtung Ituri. Wir haben genug Impfdosen für alle medizinischen Dienstleister.“
Zahl der Infizierten und Toten steigt
Die kongolesische Regierung möchte offenbar zeigen, dass sie alles Mögliche tut, um den heftigen Ebola-Ausbruch in den Griff zu bekommen. Denn die Zahl der Infizierten und Toten steigt weiter dramatisch.
Nach Angaben der kongolesischen Behörden gibt es mittlerweile mehr als 5.700 bestätigte Ebola-Infektionen, darunter mehr als 2.700 Todesfälle. Unter Kindern im Alter von vier Jahren oder jünger ist die Rate der tödlichen Infektionen am höchsten. Sie liegt bei rund 60 Prozent.
Der nun verwendete Ervebo-Impfstoff wurde allerdings nicht für den Erreger Bundibugyo entwickelt, der sich derzeit im Kongo ausbreitet, sondern für eine andere Ebola-Variante. Ob der Impfstoff trotzdem wirkt, ist noch nicht erwiesen. Nach Einschätzung der Weltgesundheitsorganisation WHO könne er einen gewissen Schutz bieten.
„Ich glaube daran“, sagt Arnaud Batumbu, medizinischer Mitarbeiter, der an vorderster Front in einer Krisenregion arbeitet. Es sei ein Impfstoff, der sich bereits gegen den Ebolatyp Zaire bewährt habe. „Da es in beiden Fällen um eine Viruserkrankung geht, hoffe ich, dass der Impfstoff auch jetzt bei uns funktionieren wird – bei der Bundibugyo-Variante“, so Batumbu.
Tausende Impfdosen sollen kommen
Die WHO hat 70.000 Dosen des Impfstoffs zugesagt. 50.000 Dosen sollen an medizinisches Personal und Einsatzkräfte verimpft werden, die vor Ort in den Krisenregionen gegen die Epidemie kämpfen. 20.000 Dosen sollen für eine klinische Studie verwendet werden, um zu verstehen, wie der Impfstoff gegen das Bundibugyo-Virus wirkt.
Die WHO hatte den Ebola-Ausbruch im Kongo Mitte Mai bekanntgegeben. Im Nachbarland Uganda gilt die Epidemie mittlerweile als besiegt. Anders im Osten der Demokratischen Republik Kongo. Hier ist ein Ende von Ebola noch lange nicht in Sicht.

