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Eichenprozessionsspinner: Giftige Raupen sorgen für die Schließung von Schulen, Sportanlagen und Parkflächen

Dr. Heinrich KrämerVon Dr. Heinrich KrämerJuni 11, 2026Keine Kommentare3 Minuten Lesezeit
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EichenprozessionsspinnerGiftige Raupen sorgen für die Schließung von Schulen, Sportanlagen und Parkflächen

Eine Raupe des Eichenprozessionsspinners auf einem Eichenstamm. (Foto: Patrick Pleul/dpa-Zentralbild/dp)

Die winzigen Brennhaare des Eichenprozessionsspinners können bei Menschen und Tieren Entzündungen auslösen. In vielen Bundesländern werden deshalb Maßnahmen ergriffen. In Hessen bleiben sogar Bildungseinrichtungen geschlossen.

Deutschlandweit wird die Raupe des Eichenprozessionsspinners derzeit zu einem Problem: Sportanlagen, Parks und sogar Schulen werden zeitweise geschlossen. Denn die Raupen, die meist im April schlüpfen, entwickeln ab dem dritten Larvenstadium im Juni sogenannte Brennhaare, die sich auf den rötlich-braunen Warzen der Raupe bilden. Diese können bei Hautkontakt oder beim Einatmen gesundheitliche Beschwerden verursachen.

Die Raupen haben lange schwarze Haare, bei denen es sich jedoch nicht um die Brennhaare handelt – diese sind mit dem bloßen Auge nicht zu erkennen. Die Brennhaare enthalten ein Gift, das bei Kontakt entzündliche Reaktionen an Haut und Schleimhäuten bei Menschen und Tieren auslösen kann. Hohe Konzentrationen der Brennhaare finden sich auch in den Nestern.

Schwerpunkt in Berlin und Brandenburg

Derzeit sorgt die Raupe in verschiedenen Regionen für Schutzmaßnahmen der Behörden. Schwerpunkte scheinen derzeit in Berlin und Brandenburg zu liegen:

Berlin: In der Hauptstadt haben die Behörden bereits Anfang Juni von einem vermehrten Auftreten der Raupen berichtet. Zuletzt wandten sich die Berliner Bezirke in einem Brief an den Senat, weil sie bei der Bekämpfung aus eigenen Mitteln an ihre Grenzen geraten, wie der RBB berichtet. In verschiedenen Bezirken wurden Sportanlagen gesperrt, teilweise auch Parkanlagen wie etwa die Grillwiese des Görlitzer Parks. Eine von einer Berliner Bürgerin online gestellte Live-Karte verzeichnet Hunderte Meldungen von Nestern in ganz Berlin.

Brandenburg: Auch im an Berlin angrenzenden Potsdam gibt es Befall durch die Raupen in den Parks Sanssouci und Babelsberg und im Neuen Garten. In den vergangenen Wochen war in Brandenburg bereits vom Hubschrauber aus ein bakterienbasiertes Insektizid über viele Hundert Hektar Fläche versprüht worden. Auch in Mecklenburg-Vorpommern und Sachsen-Anhalt wurde aus der Luft gegen die Raupen vorgegangen.

Hessen: In der Stadt Neu-Isenburg berichten die Behörden vor einem „deutlich stärkeren Befall von Eichen mit Eichenprozessionsspinnern als in den vergangenen Jahren“ und warnen vor Gesundheitsrisiken. In Bad Wildungen im Landkreis Waldeck-Frankenberg bleiben am Mittwoch wegen Schädlingsbefall zwei Schulen geschlossen.

Sachsen: Im Großen Garten in Dresden meldete der MDR einen Einsatz gegen die Raupen. Spezialfirmen stiegen mit Schutzkleidung in die Kronen, um die Nester an Hotspots wie dem Botanischen Garten abzusaugen.

Niedersachsen: Im Nordosten, etwa in den Landkreisen Harburg und Lüneburg, wurden bereits Ende Mai mehrere Hotspots der Raupen gemeldet, wie der NDR berichtete. Die Stadt Bleckede hat ein digitales Bürger-Meldetool freigeschaltet.

Baden-Württemberg: Am Weinheimer Waidsee mussten über 50 riesige Nester aufwendig entfernt werden, um gesperrte Bereiche wieder sicher nutzbar zu machen, berichtete der SWR.

Insgesamt durchläuft die Raupe des Eichenprozessionsspinners sechs Entwicklungsstadien: Nach dem fünften Raupenstadium sind die typischen langen Ketten, die sogenannten Prozessionen, am Stamm von Eichen zu beobachten. Auch ihre Tagesnester hängen dort, wo sie tagsüber verharren. Erst nachts gehen die Raupen auf Nahrungssuche. Meist gegen Ende Juni verpuppen die Raupen sich in Kokons – nach weiteren drei bis sechseinhalb Wochen schlüpfen die Nachtfalter mit einer Flügelspannweite von bis zu rund 3,5 Zentimetern.

Verwechslung mit anderen Raupen möglich

Spinnennetzartige, große Gespinste an Sträuchern und Bäumen wecken bei Menschen oft die Befürchtung, es mit dem Eichenprozessionsspinner zu tun zu haben. Ursache sind aber meist Gespinstmotten, von denen keine gesundheitliche Gefahr ausgeht. Im Inneren der eingesponnenen Gehölzteile lassen sich weißliche, weitgehend haarlose Raupen mit schwarzen Flecken erkennen.

Anders als Eichenprozessionsspinner (Thaumetopoea processionea), die fast ausschließlich Eichen befallen, nutzen die Motten viele Baum- und Straucharten. Die Nester der Prozessionsspinner sind zudem kompakter und hängen vor allem am Stamm oder in Astgabeln.

Quelle: ntv.de, kst

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