Elektroautos gewinnen weiter an Bedeutung: Ihr Anteil an den Neuzulassungen ist bundesweit deutlich gestiegen. Fast jedes vierte neue Auto fährt rein elektrisch. Doch es gibt regionale Unterschiede.
Der Anteil reiner Elektroautos an den Pkw-Neuzulassungen hat in Deutschland im ersten Halbjahr zugelegt. Nach Zahlen des Kraftfahrt-Bundesamtes (KBA) wurden bundesweit rund 1,48 Millionen Pkw neu zugelassen – 5,8 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Über 368.000 davon waren rein elektrische Fahrzeuge. Das entspricht einem Marktanteil von 24,8 Prozent. Im Gesamtjahr 2025 hatte dieser noch bei 19,1 Prozent gelegen.
Gegenüber dem ersten Halbjahr 2025 stieg der Anteil von Elektroautos um rund 48 Prozent. Reine Elektroautos wurden damit häufiger neu zugelassen als Benziner und Diesel. Der Anteil der Benziner lag bei 22 Prozent, der von Diesel-Autos bei 13 Prozent.
Bei den Marken führt Volkswagen mit fast 50.000 neu zugelassenen Elektroautos die Statistik an. Dahinter folgen BMW (31.000) und Mercedes-Benz (26.000). Unter den Importmarken liegt Skoda (37.000) vor Tesla (29.000) und Seat (17.000).
Hybride bleiben die stärkste Antriebsart
Den größten Marktanteil erreichten weiterhin Hybridfahrzeuge. Einschließlich Plug-in-Hybriden kamen sie im ersten Halbjahr dem KBA zufolge auf 37,8 Prozent aller Neuzulassungen. Plug-in-Hybride allein machten 11,0 Prozent aus.
Mit dem wachsenden Anteil elektrifizierter Fahrzeuge sank auch der durchschnittliche CO2-Ausstoß der neu zugelassenen Pkw. Er lag im ersten Halbjahr bei 98,4 Gramm pro Kilometer und damit rund zehn Prozent niedriger als im Vorjahreszeitraum.
Rheinland-Pfalz und Schleswig-Holstein an der Spitze
Zwischen den Bundesländern zeigen sich allerdings deutliche Unterschiede. Den höchsten Anteil reiner Elektroautos an den Neuzulassungen verzeichnet Rheinland-Pfalz mit knapp 30 Prozent. Dahinter folgen Schleswig-Holstein mit gut 29 Prozent und Baden-Württemberg mit gut 28 Prozent. Auch Bremen, Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen liegen mit Werten um 27 Prozent über dem Bundesdurchschnitt. Berlin kommt auf knapp 26 Prozent.
Unter dem Schnitt liegen dagegen Saarland, Brandenburg und Bayern mit rund 24 Prozent. In Hessen sind es laut Statistik 21, in Mecklenburg-Vorpommern und Thüringen 20 Prozent. Sachsen kommt auf 19, Sachsen-Anhalt auf gut 18 Prozent. Hamburg bildet das Schlusslicht mit 16 Prozent.
Nachfrage profitiert von unterschiedlichen Faktoren
Im Gesamtjahr 2025 hatte das Ranking noch etwas anders ausgesehen. Damals lag Niedersachsen vor Schleswig-Holstein und Baden-Württemberg an der Spitze. Schlusslichter waren Thüringen, Sachsen und Mecklenburg-Vorpommern.
Nach Einschätzung von Marktbeobachtern profitiert die Nachfrage nach Elektroautos derzeit von mehreren Faktoren. Dazu zählen ein breiteres Modellangebot, die neue Förderung des Bundes sowie die zuletzt gestiegenen Preise für Benzin und Diesel.
