Die Brände westlich von Athen haben sich ausgeweitet. Rund 500 Feuerwehrleute sowie freiwillige Helfer sind im Einsatz, aber starke Winde machen die Löscharbeiten fast unmöglich.
Die griechische Feuerwehr kämpft weiter gegen einen großflächigen Waldbrand westlich von Athen. Hunderte Einsatzkräfte waren die ganze Nacht am Kithairon-Gebirge vor Ort, unterstützt von Militärfahrzeugen, Freiwilligen und schwerem Gerät. Mit Tagesanbruch nahmen Löschflugzeuge und Hubschrauber ihre Einsätze wieder auf, wie der staatliche Rundfunk ERT berichtete.
Feuer breitet sich weiter aus
Die Flammen breiteten sich wegen starker Winde zeitweilig mit hoher Geschwindigkeit aus. Besonders betroffen sind die Gebiete Veniza und Psatha. Nach Angaben der Einsatzkräfte bewegt sich das Feuer weiter in Richtung Osten und liegt nur noch wenige Kilometer von der Stadt Megara entfernt, rund 50 Kilometer westlich der griechischen Hauptstadt.
Bewohner und Touristen mussten am Samstag viele griechische Ortschaften und Dörfer westlich von Athen verlassen – darunter Alepochori und Zachouli. Der Norden der Halbinsel Peloponnes ist ebenfalls betroffen.
Ein Sprecher der Feuerwehr teilte mit, dass bislang landesweit 13 Menschen wegen fahrlässiger Brandstiftung festgenommen worden seien.
Hunderte Feuerwehrleute im Einsatz
Nach offiziellen Angaben kämpfen mindestens 500 Feuerwehrleute gegen die Flammen, darunter auch Einsatzkräfte aus Rumänien und Frankreich. Auch auf der Insel Kefalonia wütet ein großer Waldbrand. Dort seien bislang jedoch keine Ortschaften unmittelbar bedroht, berichtete ERT. Die Waldbrände auf Kreta sollen nach Berichten örtlicher Medien größtenteils gelöscht sein.
Fast ungebremst und mit rasender Geschwindigkeit breiteten sich die Flammen vor allem in der Region rund um das Dorf Porto Germeno aus, angefacht von starken Winden, die Löscharbeiten aus der Luft kaum zuließen. In den frühen Abendstunden konnten noch einige wenige Löschhubschrauber aufsteigen, weil der Wind sich etwas legte. Die Nacht bedeutete eine erneute Zwangspause für die Helfer aus der Luft.
Aus der Region Attika rund um Athen versuchten die Helfer mit schweren Baumaschinen und Tankwagen mit Wasser gegen die Flammen anzukommen. Bagger schlugen Schneisen, um das Feuer zu bremsen.
Evakuierungen und große Schäden
Mehrere Ortschaften wurden zur Evakuierung aufgefordert. Medien berichten von bis zu 200 zerstörten Häusern, eine offizielle Bestätigung dieser Zahl liegt allerdings bisher nicht vor. Nach einer Schätzung eines Meteorologen, die das Nachrichtenportal Protothema veröffentlichte, wurden im Nordwesten und Westen der Region Athen bislang rund 10.000 Hektar Land durch die aktuellen Brände zerstört.
