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Startseite»Politik»Frasers verfehlt Mehrheit bei Hugo Boss knapp
Politik

Frasers verfehlt Mehrheit bei Hugo Boss knapp

Dr. Heinrich KrämerVon Dr. Heinrich KrämerAugust 18, 2026Keine Kommentare3 Minuten Lesezeit
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Marktbericht

Stand: 18.08.2026 • 14:02 Uhr

Die britische Frasers Group hat ihren Anteil an Hugo Boss deutlich aufgestockt. Für eine Mehrheit bei dem schwäbischen Modekonzern hat es aber nicht gereicht.

Seine Absicht, das Ruder bei Hugo Boss übernehmen, hat der Großaktionär Frasers Group knapp verfehlt. Am Morgen teilten die Briten mit, dass sie nach Ende ihres Übernahmeangebots 47,9 Prozent der Aktien des Herrenmode-Spezialisten halten. Nach Ablauf der ersten Frist vor drei Wochen waren es erst 37,6 Prozent gewesen. Die Nachfrist des freiwilligen Gebots war am vergangenen Donnerstag abgelaufen.

Frasers hatte 38 Euro pro Aktie geboten, kaum mehr als den Börsenkurs. Der Boss-Vorstand hatte das Angebot als zu niedrig abgelehnt. Mit ihrer freiwilligen Offerte hatte die britische Handels-Holding aber ihr Ziel erreicht, die 30-Prozent-Schwelle bei Hugo Boss zu überschreiten, ohne ein Pflichtangebot abgeben zu müssen, das voraussichtlich teurer gewesen wäre. Die EU-Kommission hatte der Übernahme zuvor zugestimmt.

Mehrheitsübernahme weiterhin denkbar

Eine Mehrheitsübernahme des MDAX-Konzerns ist aber durchaus noch denkbar. Frasers könnte weitere Aktien am Markt kaufen und so seinen Anteil auf über 50 Prozent erhöhen. Sollten andere Aktionäre außerhalb des Marktes Anteile zu einem höheren Preis als im Rahmen des Übernahmeangebots abgeben, müsste Frasers allerdings auch den Anlegern, die das ursprüngliche Angebot angenommen haben, diesen höheren Preis zahlen. Zweitgrößter Aktionär von Hugo Boss ist die italienische Unternehmerfamilie Marzotto mit 14,4 Prozent.

Die Frasers Group gehört mehrheitlich dem britischen Milliardär Mike Ashley. Wichtigste und bekannteste Marke des Handelskonzerns ist die Einzelhandelskette Sports Direct. Darüber hinaus hält Frasers zahlreiche Beteiligungen – unter anderem am Onlineshop Asos. Im Frühjahr hatten sich die Briten auch knapp sechs Prozent am deutschen Sportartikelhersteller Puma gesichert.

Frasers unterstützt Neuausrichtung

Man nehme die Ergebnisse zur Kenntnis, teilte Hugo Boss mit. „Wir begrüßen das anhaltende, langfristige Engagement der Frasers Group für Hugo Boss und setzen auch weiterhin auf eine konstruktive Beziehung zu ihr als unserem größten Einzelaktionär“, sagte Aufsichtsratschef Stephan Sturm. Zwischen dem Großaktionär und der Führungsspitze von Hugo Boss war es zuvor zu verschiedenen Unstimmigkeiten gekommen, etwa zur Dividendenpolitik.

Vorstandschef Daniel Grieder sagte nun, er begrüße die Unterstützung der Frasers Group für die langfristige strategische Ausrichtung. Grieder ist seit rund fünf Jahren im Amt und hat das Herrenmode-Unternehmen aus dem schwäbischen Metzingen durch eine radikale Neuausrichtung zur Lifestyle-Marke umgebaut. Er fokussierte sich auf Digitalisierung, starkes Marketing sowie eine verjüngte Zielgruppe. Der Konzern hat weltweit 20.000 Beschäftigte, davon mehr als 4.400 in Deutschland.

Der laufende Konzernumbau hat im zweiten Quartal neben der schwachen Konsumstimmung in Europa auf den Ergebnissen des Bekleidungsherstellers gelastet. Der Umsatz ging im Jahresvergleich um zehn Prozent auf 905 Millionen Euro zurück. Der Gewinn brach um 32 Prozent auf 34 Millionen Euro ein.

DAX etwas außer Tritt

Wie die Hugo-Boss-Aktie schwächelt heute auch der Gesamtmarkt. Nach seiner jüngsten Rekordjagd ist der DAX etwas außer Tritt geraten. Bis zum frühen Nachmittag gibt der deutsche Leitindex 0,25 Prozent auf 26.273 Punkte ab. Die weiter anziehenden Ölpreise nähren wieder Inflationssorgen, während eine Entspannung am Persischen Golf nicht in Sicht ist.

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Dr. Heinrich Krämer
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