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Politik

Gas-Pipelines: Erste Anklage gegen mutmaßlichen Nord-Stream-Saboteur

Dr. Heinrich KrämerVon Dr. Heinrich KrämerJuli 1, 2026Keine Kommentare3 Minuten Lesezeit
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Exklusiv

Stand: 01.07.2026 • 17:00 Uhr

Der Generalbundesanwalt hat im Fall der gesprengten Nord-Stream-Pipelines Anklage gegen einen Ukrainer erhoben. Laut ARD, SZ und Zeit soll sich der Ex-Soldat in abgehörten Telefonaten selbst belastet haben. Er wird in Hamburg vor Gericht stehen.

Von Manuel Bewarder NDR/WDR, Jörg Diehl NDR/WDR, Florian Flade, WDR, Michael Götschenberg, ARD-Hauptstadtstudio, Georg Heil, RBB, Roman Lehberger, WDR, und Holger Schmidt, SWR

Generalbundesanwalt Jens Rommel hat nach Informationen von ARD, Süddeutsche Zeitung (SZ) und Die Zeit erstmals einen mutmaßlichen Saboteur der Nord-Stream-Pipelines angeklagt. Deutschlands höchster Strafverfolger wirft dem Ukrainer Serhii K. demnach Angriffe auf zivile Energieinfrastruktur – nach dem Völkerstrafrecht ein Kriegsverbrechen -, Herbeiführung einer Sprengstoffexplosion sowie die Zerstörung von Bauwerken vor.

Nach Erkenntnissen der Ermittler führte K. das Sabotageteam an. Er soll auch das Kommando an Bord der „Andromeda“ gehabt haben. Von dieser Segeljacht aus wurde der Sprengstoffanschlag auf die Pipelines im Herbst 2022 ausgeführt. Er sitzt mittlerweile in Hamburg in Untersuchungshaft, nachdem er im vergangenen Sommer während einer Urlaubsreise in Italien festgenommen worden war.

Offenbar erdrückende Beweislast

Nach Informationen von ARD, SZ und Die Zeit soll die Beweislast gegen K. erdrückend sein. Demnach sprach der Ukrainer offenbar unter anderem aus der Auslieferungshaft in Italien heraus am Telefon mit Verwandten und Bekannten über die Anschläge – und belastete sich dabei selbst. Auch fanden Ermittler offenbar auf seinem Mobiltelefon Beweise dafür, dass er in den Anschlag verwickelt war, wie es aus Sicherheitskreisen hieß.

Eine ukrainische Crew mit mehreren zivilen Tauchern soll vor knapp vier Jahren selbstgebaute Bomben am Meeresgrund der Ostsee platziert haben. Am 26. September 2022 detonierten die mit Zeitzündern versehenen Sprengsätze und zerstörten drei der vier Stränge der Pipelines Nord Stream 1 und Nord Stream 2. Die Leitungen waren für Gasimporte aus Russland gebaut worden. Vor dem Start des Überfalls auf die Ukraine strömte durch Nord Stream 1 mehr als die Hälfte des russischen Gases für den deutschen Markt. Nord Stream 2 war dagegen noch nicht in Betrieb gegangen, als die bereits mit Gas gefüllten Röhren zerstört wurden.

Im Zuge der Ermittlungen entdeckten Spezialisten des Bundeskriminalamts und der Bundespolizei auf einer Segeljacht namens „Andromeda“ Spuren eines Gemisches der militärischen Sprengstoffe Hexogen und Oktogen. Insgesamt wurden sieben Tatverdächtige identifiziert – einer von ihnen, ein Soldat, soll allerdings in der Zwischenzeit im Krieg gegen Russland gefallen sein. Die Ermittler kamen den Tatverdächtigen unter anderem durch Kontrolldaten des polnischen Grenzschutzes auf die Schliche. Darunter waren auch Informationen zu Serhii K.

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