In Griechenlands zweitgrößter Stadt Thessaloniki gab es mehrere Brandanschläge – mutmaßlich gegen Mitglieder der konservativen Regierungspartei. Fünf Menschen wurden verletzt. Wer dahintersteckt, ist noch unklar.
Bei drei Brandanschlägen im Norden Griechenlands sind fünf Menschen verletzt worden, einer von ihnen schwer. Offenbar richteten sie sich gegen Wohnungen von Mitgliedern der konservativen Regierungspartei Nea Dimokratia in Thessaloniki, teilte die Polizei mit.
Die Sprengsätze seien mit Camping-Gasbehältern hergestellt worden. Auch Autos und Motorräder seien in Flammen aufgegangen.
Eines der Fahrzeuge soll einer Parlamentskandidatin von Nea Dimokratia gehört haben. Die Kandidatin erlitt den Angaben zufolge ebenso Verbrennungen wie ihre Mutter, die auf die Intensivstation eines Krankenhauses gebracht wurde. Drei weitere Bewohner kamen ins Krankenhaus, weil sie Rauch eingeatmet hatten.
Partei spricht von Terroranschlag
Nea Dimokratia sprach von einem Terroranschlag. „Die Täter hatten die Absicht zu töten“, sagte Konstantinos Kyranakis, Mitglied der Parteiführung. „Diejenigen, die seit Jahren eine Kultur der Toleranz gegenüber politischer Gewalt pflegen, sollten über ihre Verantwortung nachdenken.“ Die Partei lasse sich aber nicht einschüchtern.
Wer hinter den Anschlägen steckt, ist bisher noch unklar. Der Minister für Bevölkerungsschutz, Michalis Chrysochoidis, bezeichnete die Täter als „dumme und uneinsichtige Menschen“, die eine harte Bestrafung verdient hätten. Die Anti-Terror-Einheit der Stadt Thessaloniki habe die weiteren Ermittlungen übernommen.
Anschläge radikaler Gruppen auf Symbole der Macht oder Eigentum von Politikern, Polizisten und anderen Autoritätspersonen sind in Griechenland relativ häufig.
Mit Informationen von Moritz Pompl, ARD Athen
