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Politik

Gesunder Lebensstil verringert laut WHO auch Demenzrisiko

Dr. Heinrich KrämerVon Dr. Heinrich KrämerJuli 15, 2026Keine Kommentare2 Minuten Lesezeit
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Stand: 15.07.2026 • 18:23 Uhr

Gesundes Essen und Bewegung können einer Demenzerkrankung vorbeugen – aber etwa auch soziale Kontakte, wie die Forschung mittlerweile weiß. Die WHO hat ihre Empfehlungen aktualisiert und benennt auch Risikofaktoren.

Bewegung, gesunde Ernährung und ein aktives Sozialleben können das Demenzrisiko senken, Rauchen und Alkohol haben den gegenteiligen Effekt. Was gut für die allgemeine Gesundheit ist, schützt also auch vor Demenz und anderen kognitiven Beeinträchtigungen, schreibt die Weltgesundheitsorganisation (WHO) in Genf in ihren neuen Empfehlungen zur Vorbeugung solcher Erkrankungen.

Damit aktualisiert die WHO nach eigenen Angaben die ersten Leitlinien aus 2019 um den neusten Stand der Forschung. Seitdem habe es einen „erheblichen Zuwachs an wissenschaftlichen Erkenntnissen“ gegeben. „Wir wissen heute mehr denn je darüber, was das Demenzrisiko beeinflusst, und diese Leitlinien setzen dieses Wissen in konkrete Maßnahmen um“, sagte WHO-Generaldirektor Tedros Adhanom Ghebreyesus laut Mitteilung.

Bis zu 45 Prozent des Demenzrisikos sei auf Faktoren zurückzuführen, die der Mensch beeinflussen könne, heißt es in den Empfehlungen. Weltweit leben nach WHO-Angaben rund 57 Millionen Menschen mit einer Demenzerkrankung – Tendenz steigend. Medikamente, die die Krankheit heilen können, gibt es bisher nicht.

Auch soziale Aktivitäten helfen

Die WHO empfiehlt Bewegung, sowohl als Vorbeugung als auch für Menschen, die bereits beeinträchtigt sind. Auch geistige Aktivität spiele eine wichtige Rolle – Gehirntraining zum Beispiel, etwa über das Lösen von Kreuzworträtseln.

Empfohlen werden jetzt ausdrücklich auch soziale Aktivitäten mit anderen. 2019 sah die WHO noch keinen wissenschaftlichen Nachweis, dass dies das Demenzrisiko senkt. Auch empfiehlt sie heute kognitive Stimulation, etwa durch Lesen, Geschichtenerzählen oder Gruppenaktivitäten wie Brett- oder Kartenspiele.

Anders als 2019 sieht die WHO inzwischen zudem klare Hinweise, dass Hörgeräte bei Menschen mit Hörverlust kognitiven Beeinträchtigungen vorbeugen können. Ebenso nennt sie jetzt positive Effekte, wenn die Luft sauberer und der Feinstaub in Räumen und im Freien verringert wird.

Keine Empfehlung für Vitaminpräparate

Wie schon vor sieben Jahren bleibt die WHO skeptisch bei Nahrungsergänzungsmitteln wie Vitamin B, Vitamin E oder Omega-3-Kapseln und Multivitaminpräparaten, wenn kein nachgewiesener Mangel vorliegt. Es fehle der Beweis, dass die Einnahme Demenzerkrankungen vorbeugen könne.

Bestimmte Erkrankungen hingegen erhöhen das Demenzrisiko deutlich und sollten der WHO zufolge immer behandelt werden. Dazu gehören Bluthochdruck, Diabetes, Übergewicht, Hörverlust, Schlafstörungen und Depressionen.

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Dr. Heinrich Krämer
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