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Getötete Brexit-Politikerin: Polizei nimmt Verdächtigen im Mordfall Widdecombe fest

Dr. Heinrich KrämerVon Dr. Heinrich KrämerJuli 12, 2026Keine Kommentare3 Minuten Lesezeit
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Getötete Brexit-Politikerin Polizei nimmt Verdächtigen im Mordfall Widdecombe fest

Widdecombe wurde in ihrem Haus getötet – aus welchem Motiv heraus ist noch unklar. (Foto: picture alliance / PA Images)

Am Donnerstag wird die Rechtsaußen-Politikerin Ann Widdecombe tot in ihrem Haus aufgefunden. Offenbar starb sie keines natürlichen Todes. Zunächst gerät ein junger Mann unter Mordverdacht, doch der ist inzwischen wieder auf freiem Fuß. Jetzt gibt es eine zweite Festnahme.

Im mutmaßlichen Mordfall um die britische Brexit-Politikerin Ann Widdecombe gibt es eine erneute Festnahme. Ein 28 Jahre alter Mann sei am Samstagabend in der Grafschaft South Yorkshire gefasst worden und befinde sich nun in Gewahrsam, teilte die Polizei von Devon und Cornwall mit. Bei dem Verdächtigen handle es sich um einen Briten. Die Angehörigen der Verstorbenen seien informiert worden.

Die Ermittlungen wurden demnach von der Anti-Terror-Einheit sowie der Polizei von South Yorkshire unterstützt, die die Festnahme durchführten. Derzeit gebe es noch keine Hinweise darauf, dass es sich bei der Tat um einen terroristischen Vorfall gehandelt habe, hieß es in der Mitteilung weiter. Am Sonntag wird mit weiteren Informationen gerechnet. 

Zuvor war ein 26 Jahre alter Mann, der zunächst wegen Mordverdachts festgenommen wurde, wieder freigelassen worden. Der Brite sei nicht mehr Teil der Ermittlungen, hieß es darauf von der Polizei. Zunächst gab es keine Informationen über eine neue heiße Spur.

Widdecombe lag fast 24 Stunden tot in ihrem Haus

Der rätselhafte Fall hält derzeit Großbritannien in Atem. Die 78 Jahre alte frühere Abgeordnete und beinharte Brexit-Befürworterin Widdecombe war am Donnerstag in ihrem Haus im Dartmoor in der Grafschaft Devon tot aufgefunden worden. Ihre Leiche wies schwere Verletzungen auf. Die Polizei ermittelt wegen Mordes. Sie geht davon aus, dass Widdecombe fast 24 Stunden zuvor getötet worden war. Am Mittwochmorgen war Widdecombe noch in einer Videokonferenz bei einer Fernsehsendung zugeschaltet. Gegen Mittag hatte sie dann den Rechercheur einer weiteren Sendung kontaktiert, bei der sie kurz danach ebenfalls zugeschaltet werden sollte. Doch dazu kam es nicht mehr, die Politikerin war nicht mehr zu erreichen. Das Produktionsteam alarmierte daraufhin ihren Agenten.

Widdecombe war jahrelang Abgeordnete für die Konservativen im britischen Parlament und saß schließlich als überzeugte Befürworterin des EU-Austritts für die Brexit-Partei von Brexit-Vorkämpfer Nigel Farage als Abgeordnete im Europäischen Parlament. Später war sie Sprecherin der Nachfolgepartei Reform UK. Die zum Katholizismus übergetretene Politikerin vertrat zudem erzkonservative Ansichten. So forderte sie etwa die Wiedereinführung der Todesstrafe und ein Verbot von Schwangerschaftsabbrüchen. Außerdem sprach sich gegen die gleichgeschlechtliche Ehe und die Selbstbestimmung von Transpersonen über deren Geschlecht aus. 

Auch im britischen Unterhaltungsfernsehen war Widdecombe keine Unbekannte: So trat sie etwa bei der Tanzshow „Strictly Come Dancing“ und bei „Celebrity Big Brother“ auf.

Quelle: ntv.de, ino/dpa

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