Volkswagen hat im zweiten Quartal deutlich weniger verdient als ein Jahr zuvor. Zugleich rechnet der Autobauer für das Gesamtjahr mit niedrigeren Erlösen als bisher. Belastend wirkt unter anderem das schwache China-Geschäft.
Der Volkswagen-Konzern hat im zweiten Quartal einen deutlichen Gewinnrückgang verzeichnet. Der Überschuss sank von April bis Juni im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 33 Prozent auf 1,5 Milliarden Euro. Im zweiten Quartal 2025 hatte Europas größter Autobauer noch 2,3 Milliarden Euro verdient. Das teilte das Unternehmen mit.
Auch für das Gesamtjahr blickt der Dax-Konzern vorsichtiger auf die Geschäftsentwicklung. Statt eines Umsatzwachstums von bis zu drei Prozent erwartet Volkswagen nun bestenfalls stabile Erlöse. Im ungünstigsten Fall könnte der Umsatz sogar um bis zu drei Prozent unter dem Vorjahreswert liegen. An der Prognose für die operative Umsatzrendite von vier bis 5,5 Prozent hält der Konzern fest.
Gewinn auch im Halbjahr rückläufig
In den ersten sechs Monaten des Jahres erzielte Volkswagen einen Umsatz von 158 Milliarden Euro. Das waren rund 300 Millionen Euro weniger als im Vorjahreszeitraum. Der Gewinn ging um fast zwölf Prozent auf 5,9 Milliarden Euro zurück. Die Umsatzrendite lag bei 3,8 Prozent.
Konzernchef Oliver Blume sprach dennoch von der Erwartung eines „robusten Ergebnisses über Vorjahresniveau“.
Schwaches China-Geschäft belastet
Belastet wird Volkswagen vor allem durch die Entwicklung auf dem chinesischen Markt. Die weltweiten Auslieferungen gingen im ersten Halbjahr konzernweit um fast neun Prozent auf 2,1 Millionen Fahrzeuge zurück. In China brachen die Verkäufe um mehr als ein Drittel auf 424.300 Fahrzeuge ein. Außerhalb Chinas entwickelte sich der Absatz dagegen etwas besser.
Als Herausforderungen nannte der Konzern unter anderem Zölle, Kriege, geopolitische Spannungen und den zunehmenden Wettbewerb.
Sparpläne stoßen auf Widerstand
Vor diesem Hintergrund plant Volkswagen weitere Sparmaßnahmen. Weltweit stehen bis zu 50.000 zusätzliche Stellen sowie vier Werke in Deutschland auf dem Prüfstand. Diese Pläne kämen zu den bereits angekündigten Einsparungen hinzu.
Bis 2030 sollen konzernweit 50.000 Arbeitsplätze in Deutschland wegfallen, davon 35.000 bei der Kernmarke Volkswagen. Nach Unternehmensangaben haben bereits mehr als 37.000 Beschäftigte entsprechende Vereinbarungen unterschrieben.
Gewerkschaft und Betriebsrat lehnen weitere Einschnitte ab. Auch das Land Niedersachsen, das mit 20 Prozent an Volkswagen beteiligt ist und gemeinsam mit den Arbeitnehmervertretern über eine Mehrheit im Aufsichtsrat verfügt, sieht die neuen Sparpläne kritisch.
