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Hitziges Duell bei Antonelli-Sieg: Mercedes-Piloten treiben eigenem Team Schweißperlen auf die Stirn

Dr. Heinrich KrämerVon Dr. Heinrich KrämerMai 24, 2026Keine Kommentare4 Minuten Lesezeit
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Hitziges Duell bei Antonelli-SiegMercedes-Piloten treiben eigenem Team Schweißperlen auf die Stirn

Die beiden Mercedes-Piloten gönnten sich nichts. Zum Crash kam es aber nicht. (Foto: picture alliance / DPPI media)

Beim Grand-Prix von Kanada liefern sich Kimi Antonelli und Teamkollege George Russell über mehrere Runden gnadenlose Duelle mit mehreren Überholmanövern. Dann fällt der Brite mit einem Motorschaden aus – und ist stinksauer.

Kimi Antonelli hat im Bluthochdruck-Duell mit George Russell auch vom Motorpech seines Mercedes-Teamkollegen profitiert und mit dem vierten Grand-Prix-Sieg in Serie seine WM-Führung deutlich ausgebaut. Der 19 Jahre alte Italiener leistete sich erneut einen hitzigen Formel-1-Zweikampf mit Russell, ehe der Silberpfeil des Sprintsiegers von Montréal in Führung liegend stehen blieb.

Russell warf den Nackenschutz wütend auf die Strecke und haute frustriert auf seinen Mercedes. „Mir fehlen die Worte“, sagte Russell im Fahrerlager, während Antonelli nach seinen Siegen in China, Japan und Miami auch den Großen Preis von Kanada gewann. Die ersten vier Grand-Prix-Siege nacheinander zu feiern, gelang vorher keinem anderen Piloten. Im Klassement baute Antonelli seinen Vorsprung auf Russell auf 43 Punkte aus.

Zweiter wurde am Sonntag auf dem Circuit Gilles-Villeneuve Rekordweltmeister Lewis Hamilton im Ferrari, der mittlerweile 41-Jährige hatte 2007 in Kanada den ersten seiner 105-Grand-Prix-Siege geschafft. Dritter wurde Max Verstappen. Für den Red-Bull-Star war es der erste Podestplatz in diesem Jahr.

Ampel-Chaos beim Start

Die Frage unmittelbar vor dem Start: welche Reifen? Slicks, also ohne Profil, oder die Intermediates, die sogenannte Mischreifen für feuchtere Verhältnisse. FIFA-Boss Gianni Infantino sorgte sich darum weniger. Nach seinem Besuch in der Red-Bull-Box mit WM-Trophäe flanierte er bestens gelaunt kurz vor der Fußball-Endrunde auch in Kanada im Eishockey-Trikot der Montréal Canadians zwischen den Wagen entlang.

Bei Mercedes setzten sie auf Slicks, dahinter die beiden McLaren von Norris und Oscar Piastri starteten auf Intermediates – die einzigen mit den Mischreifen unter den Top Ten. Die Niete in der Reifenlotterie? Ja. Und dann das: Die Roten Ampeln gingen offensichtlich nicht aus, Antonelli zuckte, es gab eine weitere Formationsrunde. Allerdings ohne den starken Racing-Bulls-Rookie Arvid Lindblad – sein Wagen blieb stehen. Auch der zweite Versuch wurde abgebrochen.

Dann klappte es, und Russell kam ganz schlecht weg. Antonelli, bisher oft mit Problemen auf den ersten Metern, schnappte sich den Teamkollegen, aber von hinten schoss Norris an beiden vorbei. Ein Manöver ohne Wert: In Runde drei musste der Weltmeister die Intermediates gegen Slicks tauschen.

Die Reihenfolge auf den ersten vier Plätzen hatte es nun in sich: Vorn Antonelli, dahinter Russell, Hamilton und Verstappen. Die Risiko-Akte der Silberpfeil-Rivalen wurde in Runde sieben um einen weiteren Eintrag reicher: Russell überholte Antonelli, zog vor den Italiener, der beinahe voll aufs Heck des Teamkollegen gekracht wäre. Die Reifen qualmten. Dahinter passierte Verstappen Hamilton ohne Rauch, aber mit einem Top-Manöver.

Blutdruck steigt, Russel liebt es

Der Kampf um den Sieg wurde zunächst zum packenden Dauerduell der Mercedes-Rivalen. „Die Blutdrücke gingen schon hoch“, räumte der stellvertretende Teamchef Bradley Lord bei Sky ein. „Großartig, ich habe es geliebt“, kommentierte Russell den Zweikampf: „Darum geht es im Rennfahren.“ Er hätte ihn nur gern noch 30 Runden länger geführt.

Antonelli überholte, Russell konterte, Antonelli machte aber weiter Druck. Im vergangenen Jahr hatte der heute 19-Jährige als Dritter seinen ersten Podestplatz in der Formel 1 geholt, in dieser Saison zählen für ihn offensichtlich nur noch Siege. In Runde 22 führte er das Rennen wieder an. Und verbremste sich kurz danach, attackierte aber direkt wieder und es sah so aus, als würden sich die beiden Wagen berühren. Taten sie nach Aussage von Russell aber nicht.

Antonelli musste jedenfalls abkürzen und lag wieder vorn. Das Team forderte ihn auf, den Platz zurückzugeben. Er gehorchte, warum er das machen sollte, konnte er aber nicht nachvollziehen. Wenig später stand Russell völlig konsterniert hinter der Absperrung und sein Wagen mit Motordefekt auf der Strecke.

Quelle: ntv.de, rog/dpa

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