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„In Tiefen der Hölle geschickt“: Getöteter Hamas-Chef in Gaza beigesetzt

Dr. Heinrich KrämerVon Dr. Heinrich KrämerMai 27, 2026Keine Kommentare3 Minuten Lesezeit
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„In Tiefen der Hölle geschickt“Getöteter Hamas-Chef in Gaza beigesetzt

„Architekt des Massakers vom 7. Oktober“: Trauerfeier für Hamas-Führer Odeh in Gaza. (Foto: AFP)

Lange kann Mohammed Odeh seine Beförderung zum Hamas-Chef nicht genießen. Nur wenige Tage führt er die Al-Kassam-Brigaden, dann stirbt er zusammen mit seiner Familie bei einem israelischen Angriff. Während ihn Verteidigungsminister Katz in der Hölle sieht, trauern Hunderte in Gaza.

Zum zweiten Mal binnen zwei Wochen hat Israel den Mann an der Spitze des bewaffneten Arms der islamistischen Palästinenserorganisation Hamas getötet. Anderthalb Wochen nach dem Angriff auf Essedin al-Haddad bestätigten sowohl Israel als auch die Hamas die Tötung von dessen Nachfolger Mohammed Odeh. Odeh, der Kommandeur der Essedin-al-Kassam-Brigaden in dem Palästinensergebiet, wurde in der Stadt Gaza beigesetzt. Hunderte Menschen nahmen an der Trauerfeier teil.

Israels Verteidigungsminister Katz erklärte im Onlinedienst X, Odeh sei bei dem israelischen Angriff am Dienstag zu seinen Mitstreitern „in die Tiefen der Hölle geschickt“ worden. Auch im Namen von Regierungschef Benjamin Netanjahu gratuliere er der Armee und dem Geheimdienst Shin Bet zu der „brillanten Ausführung“. Katz fügte hinzu: „Wir haben uns verpflichtet, jeden auszuschalten, der das Massaker vom 7. Oktober angeführt hat, und genau das werden wir tun.“

Die Hamas bezeichnete Odeh in ihrem üblichen Duktus als „Märtyrer“ – und als „Großen Kassam-Anführer“. Die Islamisten hatten zuvor nie offiziell bestätigt, dass Odeh neuer Chef der Essedin-al-Kassam-Brigaden war. Er war lange Zeit Geheimdienstchef der Brigaden gewesen und zuletzt einer der einflussreichsten Hamas-Vertreter im Gazastreifen.

Frau und zwei Kinder ebenfalls tot

Bereits am Dienstag hatten Netanjahu und Katz gemeinsam erklärt, die Armee habe im Gazastreifen einen Angriff ausgeführt, der Odeh gegolten habe, „einem der Architekten des Massakers vom 7. Oktober“. Bei dem Überfall der islamistischen Palästinenserorganisation und ihrer Verbündeten am 7. Oktober 2023 war Odeh demnach Chef des Hamas-Geheimdienstes und verantwortlich „für die Ermordung, Entführung und Verletzung zahlreicher israelischer Zivilisten und Soldaten“. Die israelische Armee und Shin Bet bestätigten in einer gemeinsamen Mitteilung die Tötung Odehs. Dieser sei zum Nachfolger von Essedin al-Haddad ernannt worden, der am 15. Mai bei einem Luftangriff im Gazastreifen getötet worden sei.

Aus Hamas-Kreisen hieß es gegenüber der Nachrichtenagentur AFP, Odehs Frau und zwei seiner Kinder seien ebenfalls bei dem Luftangriff auf ein Wohnhaus getötet worden. Die der Hamas unterstehende Zivilschutzbehörde im Gazastreifen sprach von sechs Toten bei einem israelischen Luftangriff im Viertel Rimal im Westen der Stadt Gaza am Dienstagabend. Wie ein AFP-Reporter berichtete, wurden die Leichname Odehs und seiner Angehörigen in Hamas-Fahnen eingehüllt. Auf die sterblichen Überreste des Brigadenkommandeurs wurde ein Kalaschnikow-Sturmgewehr gelegt.

Am 7. Oktober 2023 waren Kämpfer der Hamas und ihre Verbündeten vom Gazastreifen aus nach Israel eingedrungen. Bei Massakern im Süden des Landes töteten sie mehr als 1220 Menschen, 251 Opfer verschleppten sie als Geiseln in den Gazastreifen. In den zwei sich anschließenden Kriegsjahren wurden nach Hamas-Angaben mehr als 70.000 Palästinenser getötet.

Israels Ziel: Alle Beteiligten des Massakers töten

Israels Regierungschef Netanjahu gab das Ziel aus, alle Verantwortlichen für den Hamas-Angriff vom 7. Oktober 2023 aufzuspüren. Israels Armee und die Geheimdienste töteten unter anderem Jahja Sinwar, der als einer der wichtigsten Drahtzieher des Angriffs vom 7. Oktober galt. Auch der langjährige Kommandeur des bewaffneten Hamas-Arms, Mohammed Deif, wurde getötet. Der frühere Chef des Hamas-Politbüros, Ismail Hanija, wurde in Teheran getötet.

Israelische Angriffe richteten sich zudem gegen Hamas-Funktionäre im Libanon sowie gegen ranghohe Kommandeure der mit der Hamas und dem Iran verbündeten Hisbollah-Miliz, darunter der frühere Hisbollah-Chef Hassan Nasrallah.

Quelle: ntv.de

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