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Infantino sorgt für Erstaunen: WM-Bühne verwaist: Wo ist eigentlich Donald Trump?

Dr. Heinrich KrämerVon Dr. Heinrich KrämerJuni 29, 2026Keine Kommentare3 Minuten Lesezeit
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Infantino sorgt für Erstaunen

WM-Bühne verwaist: Wo ist eigentlich Donald Trump?

29.06.2026 | 13:53 Uhr

Die FIFA hatte die große WM-Bühne für Donald Trump bereitet. Bislang trat der US-Präsident aber kaum in Erscheinung. Wo ist er nur? Klar ist aber: Trumps großer Moment kommt noch.

Inmitten all der Tore, Tränen und Triumphe wäre beinahe untergegangen, wer der Gastgeber des großen Spektakels ist. Also dachte sich Gianni Infantino womöglich, dass er die Fußballwelt zum Ende der WM-Vorrunde besser einmal daran erinnern sollte, dass es Donald Trump noch gibt. Natürlich, betonte der FIFA-Chef bei Trumps Haussender Fox, werde er den Pokal nach dem Finale gemeinsam mit dem US-Präsidenten überreichen.

„Wir sind die ganze Zeit zusammen“, versicherte Infantino. Die ganze Zeit? Nun, während der FIFA-Boss vor der WM fast nicht von Trumps Seite gewichen war, scheint die „Bromance“ während des Turniers etwas zu ruhen. Der US-Präsident trat bisher kaum in Erscheinung, er verwandelte noch kein WM-Spiel in eine große Trump-Show. Deshalb kursiert die Frage: Wo ist er?

Ziele im Hintergrund längst erreicht

Kritiker befürchteten, dass Trump die Mega-WM für seine Zwecke nutzen könnte. Und obwohl er im Hintergrund blieb, findet Nicolas McGeehan von der Organisation FairSquare, dass der US-Präsident seine Ziele längst erreicht hat. Trump und dessen Berater wollten bei der WM „ihren aggressiven Nationalismus und Rassismus“ demonstrieren, sagte McGeehan. Die FIFA habe ihnen das „ganz eindeutig ermöglicht“.

McGeehan verwies auf Omar Artan, dem die Einreise in die USA verweigert worden war. Demnach wäre der somalische Referee, dem US-Behörden eine Verbindung zu mutmaßlichen Mitgliedern terroristischer Organisationen vorwerfen, „ohnehin nie ins Land gelassen worden, und sie wollten daraus eine große Show machen“. McGeehan wies zudem auf die Einreiseprobleme des irakischen Stürmers Aymen Hussein oder der usbekischen Nationalmannschaft hin. „Deshalb haben sie im Wesentlichen bekommen, was sie wollten.“

„Ziemlich untypisch“

Dass der US-Präsident, der in seiner zweiten Amtszeit kaum ein bedeutendes Sportereignis in seiner Heimat verpasst hat, noch bei keinem WM-Spiel war, sei „ziemlich untypisch“, sagte McGeehan. Ob Trump vor dem Finale eine Partie besuchen wird, ist offen. Laut des Telegraph sei dies „unwahrscheinlich“. Mutmaßliche Gründe dafür kursieren zuhauf.

Da wären Spekulationen über den Gesundheitszustand, die politischen Probleme im Irankrieg und die Planungen für den 250. Unabhängigkeitstag am 4. Juli, aber auch die Sorge vor Fangesängen, die Trump mit dem Sexualstraftäter Jeffrey Epstein in Verbindung bringen. Beim NBA-Finale der New York Knicks war Trump ausgebuht worden, und man wisse ja, „dass er es nicht mag, so behandelt zu werden“, sagte McGeehan.

Durch Trumps Abwesenheit liegt der Fokus jedenfalls auf dem rollenden Ball. „Das Turnier läuft für die FIFA ziemlich gut“, findet McGeehan. „Die frühen Kontroversen sind etwas in den Hintergrund getreten. Übrig geblieben sind die Trinkpausen als das wichtigste Thema.“

„Verteidigt das Vaterland“

Dass Trumps Politik die WM massiv beeinflusst, ist dennoch unbestritten. Das Heimatschutzministerium instrumentalisierte die Erfolge des US-Teams, als es Grafiken veröffentlichte mit der Aufschrift: „Verteidigt das Vaterland. Eine Nation. Ein Heimatland. Ein Team“, begleitet von den Worten „Unser Boden.“ McGeehan nannte dies „zutiefst faschistisch“.

Die WM wird zudem begleitet von der Kontroverse um das iranische Team, den Einreiseproblemen oder der Sorge vor eskalierenden ICE-Einsätzen, die im WM-Umfeld bislang ausblieben, aber abseits der Scheinwerfer weiterlaufen. Zugleich beweist die WM aber, dass die USA eben nicht nur für Trumps Isolationismus stehen.

Und dennoch könnte der US-Präsident vor dem Finale jederzeit ins Rampenlicht treten. Andrew Giuliani, Leiter der WM-Taskforce des Weißen Hauses, betonte, dass Trump Spaß an den Spekulationen habe: „Er liebt doch einen guten Cliffhanger, oder?“

Verwendete Quellen: ntv.de, tno/sid

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